Sinkt das Schiff, wenn die Ratten gehen?

Einer nach dem anderen verlassen sie Donald J. Trumps „Industrierat“ (Manufacturing Council):

Zuerst gingen Tesla-Chef Elon Musk und Disney-Chef Robert Iger, nachdem Trump das Pariser Klimaabkommen gekündigt hatte. Dann folgte der Ex-Uber-Chef Travis Kalanick aus Protest gegen Trumps Einwanderungspolitik.

Nach Trumps erstem Statement zu Charlottesville, in dem er die Gegendemonstranten mit den Rechtsradikalen gleichsetzte, sagten der Vorstandschef des Pharmaherstellers Merck, Kenneth Frazier, Under Armour-Chef Kevin Plank und Intel-Chef Brian Krzanich Goodbye.

Nach einer 180°-Kehre am Montag, bei der er Nazis, Ku-Klux-Klan und Alt-Right anprangerte, kehrte Trump gestern wieder zu seinem ursprünglichen Statement zurück und löste heute sowohl den Industrierat, als auch das „Strategieforum“ (Strategic and Policy Forum) auf.

Die Ratten sind weg – bis auf eine

Beide Gremien hatten ja auch keinerlei Entscheidungsgewalt und waren von Trump vermutlich nur einberufen worden, um seine Nähe zur Wirtschaft medienwirksam zu demonstrieren.

US-Medien zitierten einen der Wirtschaftsbosse: „Angesichts der Kommentare der letzten Tage wollte niemand weiter als Unterstützer dieser Art von Spaltung gelten.“

Nunja, inzwischen sind zwar die Wirtschaftsbosse desertiert, aber die größte Ratte, die jemals das weiße Haus beherrscht hat, kann im Zentrum der Macht der USA offenbar immer noch tun und lassen, was sie will.

Eine Zeit lang werden die US-Amerikaner wohl noch mit ihrem verrückten Präsidenten leben müssen.

Veröffentlicht unter Allgemeines, Kommentar, News, Politik, Sicherheit, Soziales | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ein Song ohne Ton behebt Apple-Fehler

Der Song „a a a a Very Good Song“ ist in den USA bei iTunes in die Top 100 (aktuell Platz 50)aufgestiegen, obwohl er fast zehn Minuten nichts als Stille enthält. Die Sound-Datei stammt von Samir Mezrahi und soll keine künstlerischen Ambitionen realisieren, sondern simpel und einfach ein Problem mit iTunes umgehen, das viele Autofahrer und Nutzer von Bluetooth-Lautsprechern zurzeit nervt.

Beim Verbinden von iPhone und Autoradio oder anderen Lautsprechern wird häufig einfach das erste Lied der alphabetisch geordneten Playlist abgespielt. Das nutzt „a a a a Very Good Song“ aus. Die geschickte Namenswahl lässt den Song praktisch auf jeder Playlist ganz oben stehen.

Aber so wird der Besitzer nicht durch den immer wieder gleichen Song genervt, sondern hat ausreichend Zeit, ein anderes Lied auszuwählen. Dieser Bug existiert schon ziemlich lange und er tritt bevorzugt bei Kabelverbindungen zwischen iPhone und Entertainment-System, aber auch bei Bluetooth-Verbindungen auf.

Der Nicht-Song kostet bei iTunes 99 Cent – für diesen einmaligen Betrag lohnt es sich wohl für die meisten User nicht, einfach eine eigene Sounddatei (ohne Sound) unter einem mit vielen „a“ beginnenden Namen zu erstellen…

Bild: Prexels, CC0 (Public Domain)
Veröffentlicht unter Mobilgeräte, News, Soziales, Tipps und Tricks | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Bill Gates „spendet“ 4,7 Milliarden aus Microsoft-Aktien

Mit dem Verkauf von 64 Millionen Aktien an Warren Buffet hat Bill Gates jetzt seinen Anteil an Microsoft auf 1,2 Prozent verringert.

Das ist aber auch das einzige Körnchen Wahrheit an dieser Nachricht, die aktuell in allen Medien zu lesen ist. Der Rest mit Stichworten wie Spende, Gemeinnützigkeit, Wohltätigkeit u.s.w. ist faktisch mehr als Fake News einzuordnen.

Den Erlös von 4,7 Milliarden US-Dollar soll Multimilliardär Gates ( aktuell laut Bloomberg reichster Mann der Welt mit 86,1 Milliarden Privatvermögen) der gemeinnützigen Stiftung Bill and Melinda Gates Foundation überschrieben haben, die er und seine Frau Melinda gegründet haben.

Steuervermeidung als Wohltätigkeit getarnt

Das hat mit sozialem Engagement wenig zu tun, denn bei diesem Konstrukt behält Familie Gates die volle Kontrolle über die „gespendete“ Kohle und erntet als Kompensation auch noch entsprechende Steuervorteile.

So etwas ist doch wohl eher ein Musterbeispiel für einen linke-Tasche-rechte-Tasche-Deal auf Empfehlung des Steuerberaters und nicht etwa eine philantropische Großtat, wie es von den meisten Medien dargestellt wird – Fake News halt…

Wohltätigkeit als Mäntelchen der Interessen von Pharma-Konzernen

Die Gates-Stiftung Gavi finanziert beispielsweise weltweit Impfprogramme – und gibt damit den Türöffner für internationale Pharma-Konzerne, die einfach nur Impfstoffe verkaufen wollen.

Wenn man nun aber weiß, dass im Vorstand dieser Stiftung die größten Pharmakonzerne der Welt führend vertreten sind, wird ziemlich deutlich, das vor allem deren Interesse, Impfstoffe zu verkaufen. Das hat die Weltgesundheitsorganisation WHO anders als bis vor etwa 30 Jahren, als die Förderung von Basisgesundheitssystemen in den armen Ländern dieser Welt noch ihr Hauptziel war, immer mehr zurückgefahren.

Weltgesundheitsorganisation WHO am Bettelstab

Die WHO ist inzwischen schon zu 80 Prozent ihres Budgets von zweckgebundenen Spenden mächtiger Staaten, Stiftungen und Pharmakonzerne abhängig . Als direkte Folge davon ist die Fähigkeit der WHO, weltweit die öffentliche Gesundheit zu sicherzustellen, dramatisch gesunken, denn auf Druck der Geldgeber konzentriert sich die Organisation auf den eher technokratischen Kampf gegen Infektionskrankheiten.

Der Deutschlandfunk zitiert Amit Sengupta„Wenn Bill Gates morgen sagt: Ich habe kein Interesse mehr an Gesundheit, ich investiere mein ganzes Geld in Erziehungsfragen, zum Beispiel wäre die WHO am Ende. Er könnte es machen. Niemand könnte ihn daran hindern.“

Foto: Bill Gates 2014, DFID, CC BY 2.0
Veröffentlicht unter Allgemeines, Internet, Kommentar, News, Politik, Soziales, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kennzeichnung für computergeschriebene Texte

Von Computern geschriebene Texte werden mehr und mehr von den Verlagen eingesetzt. Beispielsweise bei der Los Angeles Times seit Jahren der Quake-Bot für Erdbeben-News oder der Homicide-Bot für Morde.

Journalisten fordern jetzt die Kennzeichnung solcher Artikel, die Verleger sind davon nicht wirklich begeistert. In einem Artikel im Medienmagazin Journalist äußern sich mehrere Branchen-Vertreter zum Thema Algorithmen im Journalismus.

Dort sprechen sich Kathrin Konyen vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und Lutz Tillmanns vom Deutschen Presserat aus Gründen der Glaubwürdigkeit des Journalismus und der Presseethik für die Kennzeichnung von Computerartikeln aus.

Anja Pasquay vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger hält das aber nicht für nötig. Diese Entscheidung solle den einzelnen Verlagen überlassen werden.

Bild: Arthur Caranta, CC BY-SA 2.0
Veröffentlicht unter Allgemeines, News, Programmierung, Soziales | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kein „Intel inside“ mehr in Trumps Industrierat

Das gelbe Frettchen mit dem daruntergetackerten Donald J. Trump hat erneut eine Negativ-Glanzleistung vollbracht:

Rechtsextreme von Ku-Klux-Klan bis Nazis töten und verletzen Menschen in Charlottesville – und der Trumpel distanziert sich nicht von diesen Leuten, die ihn bei der Wahl zum US-Präsidenten unterstützt haben.

Statt Nazis und andere Rechtsradikale als Verursacher beim Namen zu nennen, wiederholt Trump seinen Spruch zur „Gewalt von vielen Seiten“ – eine Manie, die er wohl anderen Behinderten abgeschaut hat. Aber auch wenn man fast alles zweimal sagt, werden Lügen nicht wahrer…

Too little, too late

Erst zwei Tage später zwingt ein gewaltiger medialer und politischer Druck aus dem In- und Ausland Trump dann doch noch, die rechten Ratten öffentlich zu verurteilen – glaubhaft kommt das so spät (drei Tage nach den Vorfällen) allerdings nicht mehr rüber.

Das stieß auch mehreren Mitgliedern von Trumps sogenanntem „Industrierat“ auf, der den US-Präsidenten in wirtschaftspolitischen Fragen beraten soll: Am Montag verließ Merck-Chef Kenneth Frazier das Gremium, danach machten sich auch Intel-Chef Brian Krzanich und Under Armour-Chef Kevin Plank vom Acker.

„Ich trete zurück und will damit Aufmerksamkeit auf die ernsthafte Gefahr lenken, die die politische Spaltung für wichtige Themen darstellt“, kann man dazu in Krzanichs Blog nachlesen. Er wolle „Fortschritte machen, während viele Leute in Washington mehr damit beschäftigt zu sein scheinen, jeden zu attackieren, der nicht mit ihnen übereinstimmt“. Der Gewerkschaftsverband AFI-CIO erklärte ebenfalls, er prüfe seinen Rückzug aus dem Beratergremium.

Well done, Mr. President!

Veröffentlicht unter Kommentar, News, Politik, Recht, Sicherheit, Soziales | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Foto: Sommerregen in Lüdinghausen

So sah es in der letzten Woche häufig aus, wenn ich durch das Fenster auf meinen Balkon schaute. Es wird zwar wieder wärmer, aber ich fürchte, der Regen bleibt uns auch weiterhin erhalten. Heute Nachmittag soll es schon wieder pladdern…

Foto: Klaus Ahrens, Smartphone Huawei P8, CC BY-SA 4.0

Veröffentlicht unter Fotografie, Lokales, Mobilgeräte, Soziales | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Moderne Passwörter: BlauPferdsingtUrlaub

Bill Burr, einstmals Oberguru beim National Institute of Standards and Technology (NIST), hat die Regeln für Passwörter erfunden, die nahezu alle Communities von Facebook bis Twitter vorgeben.

Bisher hieß es dau, dass gute Passwörter Sonderzeichen, Groß- und Kleinschreibung und Ziffern brauchen und oft geändert werden müssen. Aber viele dieser Regeln erhöhen die Sicherheit nicht, sondern bewirken häufig das Gegenteil. Viel zu viele so gebildete Passwörter sind trivial zu erraten, und viele der aus den Passwörtern resultierenden Hashes lassen sich auch fast im Vorbeigehen knacken.

Sichere Passwörter 2017: BlauPferdsingtUrlaub

Neben einem Abgleich mit den bekannten Passwort-Leaks beispielsweise über Troy Hunts Pwned Passwords empfiehlt derselbe Mann jetzt, lange Passphrasen zu verwenden. Dabei ist es weniger wichtig, wie sehr sich die einzelnen Zeichen des Passworts unterscheiden, sondern mehr darauf, dass die Phrase so, wie sie verwendet wird, nicht in Wörterbüchern oder Passwortlisten auftaucht.

Als Beispiel dazu wird medial gerade „BlauPferdsingtUrlaub“ verbreitet (n-tv), was mich eher zum Grübeln bringt. Aber es dürfte ja noch zwei Jahre dauern, bis die entsprechende neue NIST-Empfehlung bei den Communities verbindlich wird.

Veröffentlicht unter Internet, Kommentar, News, Programmierung, Sicherheit, Soziales, Tipps und Tricks | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Bitcoin steigt über 4.000 Dollar

Die Kryptowährung Bitcoin hat am Wochenende einen neuen Höchststand erreicht.

Gestern stieg der Bitcoin auf mehreren Handelsplattformen zum ersten Mal über den Gegenwert von 4.000 Dollar, nachdem sie gerade erst Anfang August die 3.000-Dollar-Linie überschritten hatte

Seit Beginn dieses Jahres hat sich der Kurs des Bitcoin mit einem Plus von 300 Prozent inzwischen schon vervierfacht, während die beste Aktie im deutschen Leitindex DAX, die Lufthansa, im selben Zeitraum nur auf ein Plus von knappen 60 Prozent gekommen ist.

Veröffentlicht unter Internet, News, Tipps und Tricks, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Status 418: Ich bin eine Teekanne

Der HTTP-Statuscode 418 „Ich bin eine Teekanne“ soll jetzt doch nicht verschwinden. 1998 wurde er als Aprilscherz von Larry Masinter von der IETF (Internet Engeneering Task Force) in die Welt gesetzt und sollte nun auf Antrag eines australischen Programmierers abgeschafft werden.

Dieser Antrag wurde allerdings abgelehnt. Der Statuscode gibt übrigens die Nachricht „418 Ich bin eine Teekanne. Jeder Versuch, mit mir Kaffee zu brauen, sollte mit dem Statuscode 418 ‚Ich bin eine Teekanne‘ beantwortet werden.“ aus. Man findet diesen Statuscode in vielen aktuellen Projekten wie Googles Programmiersprache Go, in Microsofts ASP.Net oder Node.js.

Zur Verteidigung des Teekannencodes wurde extra die Webseite Save418.com eingerichtet, wo es heißt, der Code sei „eine Erinnerung daran, dass die dem Computer zugrundeliegenden Prozesse noch immer von Menschen gemacht werden.“ Es wäre daher sehr schade, „418 gehen zu sehen.“

Bild: Japanische Teekanne aus Eisen, Agon S. Buchholz, CC BY-SA 3.0
Veröffentlicht unter Internet, News | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

WLAN-Schlösser ins Nirwana upgedatet

Airbnb-Anbieter haben jetzt wieder ein eigentlich schon (fast) perfekt gelöstes Problem am Hals: Die Fa. Lockstate, Hersteller von Türschlössern, die per WLAN programmiert und geöffnet werden können, hat ein Update eingespielt, das nun Fehlfunktionen verursacht. Eigentlich ein Unding bei einem 500-Dollar-Türschloß.

Die Funktion für einen zeitlich begrenzten Zugangscode macht nicht mehr, was sie eigentlich sollte. Die in Kooperation mit Airbnb entwickelte Software „Airbnb Host Assist“, die bisher solche Zugangcodes automatisch setzen konnte, kann das nun nicht mehr, und nun heißt es also wieder: Schlüssel per Post an den Kurzzeitmieter versenden…

Veröffentlicht unter Internet, Mobilgeräte, News, Programmierung, Sicherheit, Störung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar