Metadaten für die Raubritter an den Datenhighways

„Metadaten“ klingt so niedlich, als seien das nicht wirklich Daten, weshalb Politiker wie unser Innenminister Thomas (die Misere) de Maizière den Begriff gerne benutzen, wenn sie dem blöden Wahlvieh den nächsten Angriff auf sein Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung schmackhaft machen wollen.

Sind ja „nur“ Metadaten…

Jetzt heißt es auch in einer neuen Empfehlung (RFC 8165) der Internet Engineering Task Force (IETF), dass Server im Internet durchlaufenden Paketen nicht einfach Absender-IP-Adressen oder andere Metadaten hinzufügen sollen.

Das sorgt nämlich für einen Verlust an Vertraulichkeit, die der Absender möglicherweise ganz explizit haben wollte. Allerdings sind viele Basisprotokolle im Internat auch regelrechte Metadatenschleudern.

Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden beschäftigt die Behandlung von Metadaten in den Internet-Protokollen die Entwicklergemeinde recht intensiv. An allen möglichen Stellen wird zurzeit auf den Verzicht öffentlich auslesbarer Metadaten hingearbeitet, beispielsweise durch Aggregation von Verkehr, Entschlackung von Headern, und insbesondere durch die Verbreitung von Verschlüsselung quer durch den Protokollstack.

Doch auf den Servern der Internetdienstleister werden teilweise Metadaten gezielt wieder ausgelesen und angefügt, um dadurch spezielle Funktionen zu sichern. Dazu gehört beispielsweise die HTTP Erweiterung (RFC7239), die Proxies auf dem Weg der Datenpakete vorgibt, die Ursprungs-IP-Adresse festzustellen und den Paketen zum Weitertransport hinzuzufügen.

Ein Ärgernis für Geo-Blocker

Auch die Wiederherstellung von Quellinformationen von DNS-Anfragen (RFC7871) ist betroffen, denn die laufen immer häufiger über zentrale DNS-Resolver und verraten so nicht zwangsläufig, aus welcher geographischen Region eine DNS-Anfrage kommt, was besonders Geoblocker ärgert, die über die Herkunft eines Internetnutzers entscheiden, ob er zum Beispiel einen Videostream (Fußball, Film) gezeigt bekommt.

In ihrem neuen RFC des frisch gebackenen Chefs des Internet Architecture Board, Ted Hardie, empfiehlt die IETF jetzt, Metadaten nicht mehr einfach nachträglich auf dem Weg hinzuzufügen. Die Protokollentwickler sollten vielmehr den Endpunkten, und damit letztlich den Nutzern selbst, die Entscheidung überlassen, welche Metadaten sie zulassen wollen.

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„Stream On“ der Telekom verletzt die Netzneutralität

Immer mehr die Gegenwind bekommt die Deutsche Telekom für ihr neues Angebot „Stream On“, das den Abonnenten vieler ihrer Mobilfunktarife seit dem 4. April 2017 Audio- und Video-Streaming von ausgesuchten Vertragspartnern ohne Limit ermöglicht. Der Verkehr wird bei der Volumenabrechnung des Tarifs nicht mitgezählt – ein klarer Verstoß gegen die Netzneutralität.

Verbraucherschützer sehen klaren Verstoß

Auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) sieht in diesen Angeboten der Telekom einen klaren Verstoß gegen die EU-Regeln fürs offene Internet, der auf lange Sicht „erhebliche Nachteile“ für die Konsumenten mit sich bringe. Deshalb fordert die Vereinigung die dafür zuständige Bundesnetzagentur auch auf, das Angebot jetzt zu untersagen.

Das Stream-On-Geschäftsmodell der Deutschen Telekom verletzt die Netzneutralität„, begründete der Medienexperte der Verbraucherschützer Florian Glatzner die Vorbehalte gegen die nur auf den ersten Blick nutzerfreundlich erscheinende Initiative des Bonner Konzerns. „Es verringert auf lange Sicht die Wahlfreiheit der Verbraucher bei Streamingdiensten, führt zu höheren Mobilfunkpreisen und wirkt sich negativ auf Innovationen aus. Daher sollte die Bundesnetzagentur das Angebot verbieten.“

Volumentarife als Cash-Cows

„Grundsätzlich wären Tarife wünschenswert, die von vornherein ein ausreichendes Datenvolumen zu einem angemessenen Preis zur Verfügung stellen“, unterstrich Glatzner. Dem stünden Zero-Rating-Angebote eher entgegen, denn sie machten die teuren Angebote mit begrenztem Datenvolumen für Nutzer attraktiver.

Stream On ist ein sogenanntes Zero-Rating-Angebot, bei dem die Mobilfunkanbieter festlegen können, dass die Nutzung bestimmter Dienste wie Video- oder Audiostreams nicht auf das Datenvolumen ihrer Kunden angerechnet wird. Die Option sei zwar kostenlos, heißt es dazu beim vzbv, sie führe aber letztlich dazu, dass parallel „die Auflösung von Videostreams sämtlicher Anbieter – nicht nur die der Partnerunternehmen – reduziert wird„. Das Stream-On-Angebot der Telekom bedeute langfristig, dass sich kleinere Streaminganbieter nicht am Markt behaupten können.

Insgesamt führt die Zero-Rating-Option laut den Verbraucherschützern auf längere Sicht dazu, „dass wenige Anbieter den Markt und damit auch Inhalt und Preise bestimmen„. Kritisch sieht der Verband auch die Tatsache, dass die Telekom nur solche Unternehmen zulässt, die genau festgelegte technische Voraussetzungen erfüllen. Andere, eventuell deutlich fortschrittlichere Lösungen würden so benachteiligt bzw. ausgeschlossen.

Die Telekom sieht natürlich kein Problem

Telekom-Sprecher Philipp Blank sagte dazu: „Die Telekom steht für das offene und freie Internet, und wir halten uns an die Regeln zur Netzneutralität, wie sie die EU definiert hat. Bei Stream On ist entscheidend: Jeder Anbieter von Musik- oder Videostreaming kann bei uns Partner werden, und die Partner müssen uns auch nicht bezahlen. Es gibt keine Diskriminierung.“

United Internet schmiert gerade die Politiker von der CDU

Offenbar will auch der Internetkonzern United Internet (1&1, Web.de, GMX u.s.w.) bei diesem Geschäft auch nachziehen.

Sein Vorstandsvorsitzender und Internet-Milliardär Ralph Dommermuth hat soeben die CDU mit einer Großspende von satten 500.000 Euro bedacht, wie man der vorgeschriebenen nebenstehenden Veröffentlichung entnehmen kann.

Die Konkurrenz zeigte sich über die Spende nicht wirklich begeistert – ein SPD-Bundestagsabgeordneter rief auf Twitter sogar dazu auf, 1&1-Kundenverträge zu kündigen. Was der allerdings nicht erwähnte: Auch die SPD profitiert regelmäßig von solchen Parteispenden.

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Foto: Geranie in Blüte

Diese Geranie stammt noch aus dem letzten Jahr. Sie steht auf meinem Balkon, hat im Frühling wieder ausgetrieben und blüht schon seit zwei Wochen wieder in einem kräftigen Rot.

Foto: Klaus Ahrens, Smartphone Huawei P8, CC BY-SA 4.0

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Das Nokia 3310 gibt es ab heute auch in Deutschland

Ein wirklich altes Handy in Neuauflage, das genau wie das Vorbild hauptsächlich zum Telefonieren gedacht ist, ist das Nokia 3310 vom finnischen Hersteller HMD Global, der die Marke „Nokia“ lizensiert hat.

Das sogenannte Feature-Phone kann nicht besonders viel. Was es kann, kann es aber seeehr lange – wenn man den Vergleich mit einem modernen Mittelklasse-Smartphone zieht. Die Akkulaufzeit im Standby beträgt einen ganzen Monat, und die Gesprächszeit gibt Hersteller HMD Global mit 22 Stunden an – da kommt kein Smartphone mit!

Die Kamera (mit Blitz) hat nur 2 Megapixel Auflösung und an Speicher bringt das Handy nur 16 Megabyte mit. Ein Browser fürs Internet ist dabei, unterstützt wird aber nur GSM, die langsamste Möglichkeit, ins Netz zu gehen. Und natürlich hat das 3310 wie sein Vorbild das Spiel „Snake“ an Bord.

Das Kult-Handy kann man jetzt in vier knalligen Farben für 50 Euro kaufen.

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Ein Wochenende mit dem Rotzlöffel von der Russenmafia

Obamas Wahlhilfe für Angela Merkel am Sonntag war nicht wirklich fair. So sympathisch der vierundvierzigste, aber erste farbige US-Präsident im Ruhestand auch rüberkommt, aber ob der Oberabhörer und Drohnenkrieger wirklich einen Nobelpreis verdient hat?

Der deutsche Außenhandelsüberschuss

Aber wer würde schon einen Obama für einen Trump tauschen? Auch wenn es für den smarten Hawaiianer 1.000 Trumpel gäbe – ich würde es nicht machen. Und nach den Erfahrungen des Wochenendes beim EU-Treffen und beim Nato-Gipfel dürften ihn maximal noch Typen wie Erdogan oder Orban nicht zur Hölle wünschen.

Der ausgerechnet von der Deutschen Bank finanzierte Mafia-Freund und mehrfache Pleitier aus New York beklagte sich bei der EU heftig über den Außenhandelsüberschuß Deutschlands: „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“ Niemand zwingt ja die Amis, deutsche Autos zu kaufen, aber das scheint Trump nicht zu jucken.

Obwohl sogar Juncker die Deutschen und vor allem den freien Handel verteidigte, war kein Klarkommen mit dem Narzissten auf dem Präsidentenstuhl des mächtigsten Landes der Welt. Was (nicht nur) Wirtschaft angeht, hat der Egomane mit dem gelben Frettchen auf der Glatze nämlich nicht den blassesten Schimmer vom Dunst einer Ahnung…

„Schulden“ eintreiben beim Nato-Gipfel

Beim Nato-Gipfel gab es sogar ein Willkommensgeschenk für den Populisten aus den USA: Ein Denkmal aus Teilen des World Trade Centers und den Beitritt der Nato zur Anti-IS-Koalition.

Von Trump gab es dafür nur Beschimpfungen und Forderungen: „23 von 28 Ländern zahlen noch immer nicht, was sie zahlen sollten„, war sein Vorwurf. „Das ist nicht fair gegenüber dem Volk und den Steuerzahlern der USA.“ Diese Länder schuldeten den USA angeblich aus den vergangenen Jahren „eine ungeheure Menge an Geld„. Dabei erzeugte der US-Präsident laut Spiegel den Eindruck, er habe eine Horde ungezogener Kinder zur Standpauke antreten lassen.

Diese Nummer hat etwas von Schutzgelderpressung, vermutlich gelernt von den vielen Mafiosi, die nach aktuellen Dokumentationen im Laufe der Zeit im Trump-Tower in New York residierten. Lernfähig ist das Frettchen also schon…

Das Beste kommt zum Schluß

Heute dürfte der Rüpel wohl beim G7-Gipfel in Taormina auf Sizilien herumpöbeln – man darf schon gespannt sein, welcher Schwachsinn diesmal aus seiner Sprechöffnung kommt. Gegen Böswilligkeit kann man ja noch argumentieren, aber gegen Dummheit in Personalunion mit Narzissmus ist eben noch kein Kraut gewachsen…

Bild: Whitehouse.gov
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Sicherheitslücke in Samba unter Linux

Nicht in der Client-Software, sondern in der Datei- und Druckserver-Software Samba auf Linux-Servern machte eine Änderung an der Version 3.5.0 schon vor 7! Jahren eine Sicherheitslücke (CVE-2017-7494) auf, die es in sich hat.

Durch diese Lücke können Angreifer aus der Ferne beliebigen Programmcode auf dem Server ausführen. Mit dieser Lücke könnte man auch einen Wurm wie  WannaCry, der gerade mehr als 200.000 Rechner lahmgelegt hat, programmieren, der sich dann statt von Windows-PC zu Windows-PC von Linux-Rechner zu Linux-Rechner  weiterverbreitet. Ein passender Exploit dazu ist schon im Umlauf.

Die verbreitetsten Linux-Distributionen von Debian, Red Hat, Suse und Ubuntu und haben bereits Sicherheitsupdates bereitgestellt, die diese Lücke dicht machen. Admins sollten die Updates umgehend installieren. Die Sicherheitslücke steckt sowohl in den Versionen des alten Samba-Zweigs 3.x als auch in der neueren Hauptversion Samba 4.

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Foto: Pfingstrose

Es ist zwar noch gut eine Woche bis Pfingsten, aber wie man sieht, steht diese Pfingstrose in meinem Garten in Lüdinghausen-Berenbrock schon in voller Blüte.

Foto: Dr. Martin Merz, Smartphone Huawei P8, CC BY-SA 4.0

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Galaxy S6 und S7 im Standby ohne Mobilfunk-Verbindung

Samsungs Galaxy S6 und S7 haben nach einem Bericht von Heise Verbindungsprobleme. Die beiden Smartphones verlieren nach dem Update auf Android 7 häufig ihre Verbindung zum Mobilfunknetz, wenn sie in den Standby-Modus versetzt werden. Das Problem soll erst seit dem Update auf Android 7 auftreten. Ob die Verbindungsabbrüche nur bei wenigen oder bei allen Geräten dieser Modelle verbreitet sind, ist noch nicht klar.

Auch die Frage, wann und warum sich die Smartphones vom Mobilfunknetz trennen, ist noch nicht geklärt. Ohne Verbindung können Nutzer keine Messenger-Nachrichten empfangen, wenn sie sich auch nicht in Reichweite eines WLAN-Zugangs befinden. Das Problem ist unabhängig davon, ob das Handy vom Benutzer abgeschaltet wird oder ob es automatisch nach längerer Inaktivität in den Standby-Modus wechselt.

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Foto: Margeritenblüte voll geöffnet

Seit heute früh ist die Margerite, die durch meine Birke wächst, voll erblüht. Von der Knospe zur vollen Blüte in ein paar Tagen ist schon eine reife Leistung.

Foto: Klaus Ahrens, Smartphone Huawei P8, CC BY-SA 4.0

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