Alexander Dobrindt labert sich jetzt voll ins Abseits

Man dachte ja eigentlich, dass der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU mit seinen bisherigen Sprüchen zum Diesel- und Kartellskandal schon weit im Abseits war.

Die Scheinheiligkeit, mit der Dobrindt Ende letzten Monats an die „verdammte Verantwortung“ der Autohersteller appellierte, „das Vertrauen wiederherzustellen und die begangenen Fehler zu beheben“, erinnert irgendwie an die Viele-Welten-Theorie – und da an die einzige der unendlich vielen Welten, in der er seine Hände in Unschuld waschen kann. Diese Welt gibt es ausschließlich im hohlen Kopf des Bayern.

Chuzpe: Nach scheinheilig kommt unverschämt

Mit seinen Sprüchen von gestern hat der abgehobene Maut-Priester jetzt aber noch eine Schippe draufgelegt. Dem Bayrischen Rundfunk (BR) sagte Dobrindt jetzt:

„Ich stehe für Kumpanei nicht zur Verfügung. Mir geht es aber um Partnerschaft zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wer das als Kumpanei bezeichnet, der hat die soziale Marktwirtschaft nicht verstanden.“

Nochmal zum auf den Hirnwindungen zergehen lassen: Alexander Dobrindt rechtfertigt seine von fast jedem Medium beklagte Nähe zur Automobilindustrie damit, dass all diese Kritiker „die Soziale Marktwirtschaft nicht verstanden“ haben. Nur der kleine Alexander kennt sich da aus…

Ein solches Verhalten wird gemeinhin Chuzpe genannt. Dieser Ausdruck aus dem Jiddischen und Hebräischen steht laut Wikipedia für „Frechheit, Anmaßung, Dreistigkeit und Unverschämtheit“ – was die Selbstdarstellung des Alexander Dobrindt hundertprozentig korrekt beschreibt.

Die ersten Rücktrittsforderungen sind schon auf dem Tisch, was ihn aber nicht im Geringsten beeindruckt. Alle Vorwürfe perlen von ihm ab, als habe er einen Teflon-Überzug.

Diesel-Gipfel: Nur Täter, aber keine Opfer mit am Tisch

Morgen sollen dann mit dem sogenannten Diesel-Gipfel die Fehler der Vergangenheit ausgemerzt und die Weichen für die Zukunft der deutschen Autoindustrie gestellt werden. Das wäre eigentlich eine der letzten Gelegenheiten dafür gewesen, endlich reinen Tisch zu machen.

Dummerweise sitzen bei dieser Witz-Veranstaltung aber nur die Täter, und nicht die Opfer des umfassenden Betruges am Autokäufer durch Politik und Autobauer zusammen, und Vertreter von Umweltschutz-Organisationen dürfen auch nicht dabei sein. Damit ist das wieder so ein totgeborenes Kind, das sich im Sande verlaufen hat…

Foto: Dobrindt 2013, CC BY-SA 4.0, Martin Rulsch

Über Klaus

Ich beschäftige mich seit mehr als 30 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder des "Neulands".
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