Astro-Alex: Der höchste deutsche Selbstdarsteller

alexandergerst_netaction_cc4Heute schreibt Heise ein Loblied auf „Astro Alex“ Alexander Gerst, den deutschen Selbstdarsteller im All. Nach dem Bericht rechnet der Astronaut Thomas Reiter (58) mit einem Raumfahrtboom in Deutschland, wenn sein Kollege Alexander Gerst (40) in zwei Jahren Kommandant der Internationalen Raumstation ISS wird.

Gerst habe schon bei seiner Mission zur ISS vor zwei Jahren einen tollen Botschafter für das Thema Raumfahrt abgegeben, wird Reiter zitiert. Für mich sieht das anders aus:

Astro Alex kommt bei mir rüber wie der falsche Franzose aus der Trivago-Werbung. Sobald ich nur die Stimme aus den Lautsprechern höre, gibt es nur noch eine Frage: Wo ist die Fernsteuerung, um den Fernsehkanal umzuschalten?

Mag sein, daß es ursprünglich daran lag, daß ich Probleme mit freiwilligen Glatzen habe. Das kann man intolerant nennen, aber wer in der mich prägenden Zeit freiwillig mit einer Glatze rumgelaufen ist, trug in der Regel auch Springerstiefel dazu.

Wie mir Astro Alex verleidet wurde

Die ermüdende Medientour des Alexander Gerst nicht nur während, sondern besonders nach seinem Einsatz in der hohen Atmosphäre (Ich mag bei der ISS nicht wirklich von „im All“ sprechen, das Ding kann ich mit bloßem Auge von Lüdinghausen aus sehen…) hat ihn mir dann wohl komplett verleidet.

Eine Zeit lang konnte man ja gar nicht mehr über die Fernsehkanäle zappen, ohne daß einem irgendwo eine Glatze namens Astro Alex treuherzig in die Augen blickte und mit kindlicher Stimme irgendeine Selbstverständlichkeit erläuterte, als rede er zu Kindergartenkindern.

Vermutlich liegt diese Antizipation ja hauptsächlich an mir. Allerdings weiß ich von der Trivago-Werbung, daß ich da mit meiner Antipathie nicht alleine stehe. Besonders Menschen mit Französisch als Muttersprache muß man ja schon bald davon abhalten, auf ihren Fernseher einzuschlagen, wenn sie die französelnde Stimme hören.

Deshalb kann ich mich der Auffassung in dem Heise-Artikel, daß Gerst die Faszination der Raumfahrt rüberbringe und jetzt sogar noch einen Raumfahrtboom in Deutschland auslösen werde, eher nicht anschließen. Manchmal ist weniger eben mehr…

Foto: Gerst 2015, Netaction, CC BY-SA 4.0

Über Klaus

Ich beschäftige mich seit mehr als 30 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder des "Neulands".
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