Das Trumpeltier schlägt schon vor Dienstantritt zu

Wenn man hört, wie der neu gewählte US-Präsident „The Donald“ J. Trump gegenüber Boeing den Dagobert macht, muss einem ja angst und bange werden.

Man könnte fast vermuten, daß ihm die Zukunft des US-Konzerns, der seit Jahrzehnten mit der europäischen Konkurrenz von Airbus hart ums Brot kämpft, am fast schon präsidialen Arsch voll vorbei geht. Trump kennt halt keine Rücksicht auf Verluste – die kann man ja schließlich von den Steuern absetzen, das macht der Möchtegern-Tycoon schon zehn Jahre lang.

Dabei ist Boeing der größte Exporteur der USA, der zweitgrößte Rüstungskonzern der Welt und eben auch der Hersteller des berühmten Präsidentenfliegers.

Wie Trump die USA wieder groß(artig) macht

Sein Wahlspruch war ja: „Make America great again!“ In diesem Sinne ging The Donald seiner Lieblingsbeschäftigung nach und twitterte gestern zur Frühstückszeit: „Boeing baut eine brandneue 747 Air Force One für künftige Präsidenten, aber die Kosten sind außer Kontrolle, mehr als vier Milliarden Dollar. Auftrag stornieren!

Der Witz dabei ist, daß Boeing das neue Paar von Airforce Ones unter Erstellungskosten abgibt, weil das für den Konzern eine Frage des Prestiges ist. Außerdem liegt der Preis für die zwei Flugzeuge, die die beiden aktuell genutzten, veralteten Air Force Ones ersetzen sollen, nicht über 4, sondern nur 2,9 Milliarden Dollar.

Noch bevor gestern die Börse eröffnete, brach die Boeing-Aktie wegen des Trump-Tweets um fast zwei Dollar ein, das entspricht einem Marktwertverlust von zeitweise 1,2 Milliarden Dollar. Trump traf das nicht, denn er hatte vorher alle seine Boeing-Aktien verkauft.

Von den Kommentatoren hört man dazu, dass Trump sauer auf Boeing war, weil das Unternehmen Trumps dilettantische Angiftung der Chinesen, die mit einem Trump-Telefonat mit Taiwan, also einem Tabubruch, begonnen hatte, negativ kommentierte.

Verrückte Autokraten liegen wieder voll im Trend

Das kommt davon, wenn man Verrückte zu Staatschefs wählt. Wir haben das in Deutschland ja auch schon einmal gehabt, und damals hat die ganze Welt gelernt, wie so etwas ausgehen kann. Dabei war unser Autokrat eigentlich ein Österreicher, aber kurz darauf gehörte Österreich ja ebenfalls zum Deutschen Rrrreich.

Allerdings ist der irgendwo zwischen selbstherrlich und verrückt anzusiedelnde Autokrat aktuell nicht nur in den USA ein Erfolgsmodell: Von Putin über Erdogan bis hin zu Marine Le Pen, Orban & Co. Und last not least klingt Petry Heil nicht viel besser als das „Hail Trump!“ der weißen Nazis in den USA.

Was kommt als nächstes von The Donald?

Trump liebt diese scheinbar wahllosen Tweets, mit denen er gerne – ja was denn eigentlich – zeigt, und wird damit auch wohl kaum aufhören, denn er gilt als beratungsresistent.

Vor Boeing waren China und die Sendung „Saturday Night Live“ Ziel ähnlicher TrumpelTweets. Allerdings wäre The Donald auch nicht der erste, der sich irgendwann um Kopf und Kragen twittert. Man könnte sich nur wünschen, dass das noch passiert, bevor er sein Amt im Januar antritt – ansonsten: Gute Nacht, USA und Planet Erde.

Foto: Gage Skidmore CC BY-SA 3.0

Über Klaus

Ich beschäftige mich seit fast 30 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder des "Neulands".
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