Die Türkei auf dem Weg zur Islamischen Republik

Taksim_Gezi_Park_protests,_a_view_from_Taksim_Square_on_4th_June_2013Die aktuell laufenden harten Auseinandersetzungen zwischen jungen, westlich orientierten Großstadtbewohnern, oppositionellen türkischen Nationalisten und der Polizei im Dienste des islamisch-konservativen Regierungschefs Erdogan, werden von vielen schon als „Türkischer Frühling“ bezeichneter Versuch gesehen, aus der seit Staatsgründer Atatürk laizistischen Türkei eine Islamische Republik zu machen.

Von Staatspräsident Abdullah Gül mit seiner (eigentlich verbotenerweise) in der Öffentlichkeit kopftuchtragenden Ehefrau („Schleiereule“) und Premier Reccep Tayyip Erdogan ist das ja über Jahre geschickt vorbereitet worden.

Die Gegenkraft gegen radikale Islamisten war immer das Militär – und die regierenden Herren Gül und Erdogan haben die Generäle gleich dutzendweise eingesperrt oder rausgeschmissen. Natürlich hat er dann in der Armee eigene Leute installiert.

Die Bevölkerung soll durch das Beispiel von Frauen wie Schleiereule Gül oder durch Massnahmen wie das Schminkverbot für türkische Stewardessen indoktriniert werden.

Das scheint aber nicht zu funktionieren, wie man an den seit Wochen in der gesamten Türkei laufenden und heute auf dem Taxim-Platz in Istanbul wieder besonders heftigen Auseinandersetzungen sehen kann.

Zwischen den protestierenden modernen Säkularen, den kemalistisch-traditionellen Laizisten und den „frommen“ Islamisten liegen Welten. Und Machtpolitiker Erdogan schürt den Streit mit allen Mitteln. „Eine Million Muslime“ droht Erdogan „auf die Straße“ zu schicken „gegen hunderttausend Demonstranten“.

Hoffen wir, dass die Armee die Islamisten vielleicht trotzdem in ihre Schranken weist.

Foto: Wikipedia CC – VikiPicture

Über Klaus

Ich beschäftige mich seit mehr als 30 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der „Brave New World“ oder des „Neulands“.

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