Facebook-Beton zementierte Entscheidung der Trump-Wähler

Mark_Zuckerberg_at_the_37th_G8_Summit_in_Deauville_GuillaumePaumier_CCBYSA3Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist in heftiger Abwehr begriffen. Der berechtigte Vorwurf lautet, dass sehr weit verbreitete Falschmeldungen bei dem Sozialen Netzwerk den Ausgang der Präsidentenwahl in den USA mit entschieden hätten.

Ich persönlich halte es für eine ziemlich verrückte Idee, dass falsche News auf Facebook, die nur einen sehr geringen Anteil der Inhalte ausmachen, die Wahl auf irgendeine Weise beeinflusst haben könnten„, versuchte sich Zuckerberg bei einem Auftritt auf der Konferenz „Techonomy“ in Kalifornien zu rechtfertigen. Die Wähler entschieden angeblich auf Grundlage ihrer Lebenserfahrung.

Die Pro-Trump-Falschmeldungen im Detail

Zuckerbergs Flaggschiff Facebook war im Wahlkampf vorgeworfen worden, das Online-Netzwerk habe zu wenig gegen die Ausbreitung von gefälschten Nachrichten-Artikeln unternommen.

Diese angeblichen Berichte gossen in der Regel Wasser auf die Mühlen des republikanischen Präsidentschaftsanwärters, Populisten und Faschisten Donald J. Trump. Dazu gehörte beispielsweise Falschmeldung, dass Papst Franziskus Trumps Kandidatur unterstützt habe, wurde immerhin mehr als 960.000 Mal auf Facebook geteilt.

Dass der angebliche Multimilliardär (im englischen short scale number naming system: Billionaire) Donald Trump seit 1995 keine Steuern bezahlt haben könnte – eine der wichtigsten Nachrichten dieses Wahlkampfs – wurde hingegen bei Facebook nur rund 180.000 Mal geteilt. Dabei ist Facebook für enorm viele seiner Mitglieder zu einer wichtigen Nachrichtenquelle geworden.

Der Facebook-Beton im Detail

Außerdem bestritt Zuckerberg, dass sich im Newsfeed von Facebook eine Filterblase bilde, in der den Nutzern durch Software-Algorithmen vor allem solche Nachrichten angezeigt werden, die zu ihren Ansichten passen und diese damit nur zementieren können. Das hat das Wall Street Journal sogar auf einer Seite visualisiert, auf der man nebeneinander die Newsfeeds eines (im US-Verständnis) liberalen Facebook-Users und daneben den eines konservativen Facebook-Users ansehen kann.

Zuckerberg erteilt sich selbst die Absolution

facebook_sucksZuckerberg hielt dagegen, dass eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie von Facebook selbst gezeigt habe , dass sich die angezeigten Nachrichten für Liberale und Konservative nur geringfügig unterschieden. Das erinnert mich an selbst geschriebene Entschuldigungen, die ich in ganz jungen Jahren meinen Lehrern gegeben habe.

Nicht nur die Unterschrift, sonder das komplette „Mein Sohn Klaus konnte gestern leider nicht am Unterricht teilnehmen, weil…“ musste damals in der Handschrift meines Vaters geschrieben werden, denn es gab noch keine Computer…

Bild: Guillaume Paumier, CC BY-SA 3.0

Über Klaus

Ich beschäftige mich seit mehr als 30 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der „Brave New World“ oder des „Neulands“.

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