Makake Naruto: rechtlos, aber fotogen

Noch ein Jubiläum: Im August 2014 begann ein bis heute andauernder Streit um das Copyright von Selfies der Makaken-Dame „Naruto“ (War der Manga-Held nicht ein Junge? *grübel*) von der indonesischen Insel Sulawesi aus dem Jahre 2011.

Die Affen-Lady hatte sich bei einem Foto-Shooting die Kamera des Fotografen David Slater gegriffen und damit unter anderem einige Selfies, also Fotos von sich selbst, gemacht.

Als diese Fotos dann in der Fotosammlung der Wikimedia Commons auftauchten, stellte Slater einen Löschantrag. Dem kam die Wikimedia aber nicht nach.

Weil der Affe selbst den Auslöser gedrückt habe, sei er auch der Rechteinhaber, argumentiert sie bis heute. Daraufhin wollte der Fotograf die tierische Copyrightfrage gerichtlich klären lassen.

Das dürfte wohl ausgehen wie das sprichwörtliche „Hornberger Schießen“, das Schiller schon 1781 in seinen „Räubern“ und Thomas Mann 1918 in seiner Erzählung „Herr und Hund“ „verlinkt“ hatten.

Das Affentheater vor Gericht

Zunächst verlor der Fotograf David Slater, dessen Kamera Naruto für ihr Selfie benutzte, die Klage auf das Copyright am Bild – aber auch der Affe bekam es nicht, weil er angeblich „nur“ ein Tier ist. Dazu möchte ich schon anmerken, das wir Menschen allerdings bei genauer Betrachtung auch Tiere sind…

Für die Tierrechtsorganisation Peta soll das aber nicht so bleiben. Peta stieg in den Streit ein und klagt jetzt schon in zweiter Instanz, um der Makakin Naruto die Rechte an ihren Selfies zuzusprechen, die sie 2011 gemacht hat.

Der Fotograf ist pleite

Der Fotograf Slater hat schon Anfang 2017 verkündet, dass ihn die Gerichtskosten des Prozesses finanziell ruiniert hätten.

Inzwischen scheinen auch die noch streitenden Parteien, die Wikimedia Foundation und die Tierrechtsorganisation Peta den Unsinn ihrer Bemühungen eingesehen zu haben und steuern jetzt auf einen Vergleich zu.

Ich kann’s nicht lassen: Das passierte vermutlich zu Pfinsten, nachdem der Geist über alle Beteiligten kam…

Über Klaus

Ich beschäftige mich seit mehr als 30 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder des "Neulands".
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