Martin Schulz: Messias, Don Quichotte, Lügner und Profiteur

Gestern ist nach langen Verhandlungen zwischen drei abgewählten Politikern ohne jede Zukunftsvision der Knoten geplatzt:

Mutti Merkel, Opa Seehofer und Buchhändler Schulz aus Würselen legten einen Koalitionsvertrag zur Annahme durch die Parteigremien auf den Tisch, um die noch bleibenden dreieinhalb Jahre bis zur nächsten Wahl in einer GroKo zu überleben – in allen Ehren.

Ich will mich gar nicht an der Zeitverschwendung für unser Land abarbeiten, die eine weitere GroKo auf kleinstem gemeinsamem Nenner würde, sondern mir geht es um den Buchhändler Martin Schulz, der noch SPD-Chef ist.

Lustgreis Berlusconi machte Schulz in Deutschland bekannt

Der Mann wurde nach seiner Bürgermeisterzeit in Würselen eigentlich erst 2003 in ganz Deutschland so richtig bekannt, als BungaBunga-Berlusconi den SPD-Europaabgeordneten am 2. Juli 2003 mit den Worten beleidigte:

„Herr Schulz, ich weiß, dass ein Produzent in Italien gerade einen Film über die Konzentrationslager der Nazis dreht. Ich werde Sie für die Rolle des Kapo vorschlagen. Sie wären perfekt.“

Das machte Schulz letztlich sogar zum Präsidenten des Europäischen Parlaments – was ich nicht wirklich schlimm finde, denn das Europaparlament wird zwar für teures Steuergeld gewählt und wandert für noch teureres Geld zwischen Brüssel und Straßburg hin und her, hat im Grunde aber nicht die geringste Macht für irgendwelche echten Entscheidungen in Europa.

Martin Schulz im Sandkasten

Programmierer nennen sowas übrigens eine „Sandbox“ – wo man alles möglich mal ausprobieren kann, weil es sich eh nie in der Realität auswirkt, ein Sandkasten eben.

Nach einem faulen Deal im Europaparlament war Schulz aber im letzten Jahr wieder relativ überflüssig, und es traf sich, dass Gabriel (nein nicht Gunter, der starb letztes Jahr, sondern Sigmar) nicht den Kanzlerkandidaten der SPD geben wollte und eben diesen realpolitisch völlig unerfahrenen Schulz, der aber als Ex-Europa-Parlamentspräsident ausreichend hermachte, als Kanzlerkandidaten und Vorsitzenden der SPD ins Spiel brachte.

Martin Schulz, der Messias

Und das brave Parteivolk der früheren Arbeiterpartei und jetzigen Erfüllungsgehilfin neoliberaler feuchter Träume wählte ihren Messias mit satten hundert Prozent. Eine solche Punktlandung hat ja selbst Honnecker in der DDR nicht hinzulegen geschafft.

Die damals immer wieder zu lesenden Hinweise auf überstandene Defizite von Alkoholproblemen oder dem fehlenden Abitur kamen zwar irgendwie menschlich rüber, verbesserten aber seine Qualifikation für den Job als Bundeskanzler ja nun wirklich nicht.

Ich machte mich seinerzeit sogar bei einer lieben Freundin recht unbeliebt, weil ich hier im Blog angeblich unangemessene Worte zu dem Mann verlor, als ich auf diese Defizite hinwies.

Martin Schulz, der Don Quichotte

Das dümmste an diesem Bauernschwank war aber, dass Schulz offensichtlich wirklich an seine hochgejubelten Fähigkeiten glaubte.

Deshalb sah ich ihn dann auch weniger als aktiven Hochstapler, sondern mehr als Opfer seines tiefen Glaubens – eine Art Don Quichotte der SPD.

Eine nach der anderen verlorenen Wahl bestätigte aber schnell, dass die Zeit des Martin Schulz in der SPD eigentlich schon gelaufen war.

Martin Schulz, der Profiteur

„Vergessen sie mein Geschwätz von gestern, heute sehe ich das so…“, könnte jede Stellungnahme des Martin Schulz beginnen:

  • Direkt nach der haushoch verlorenen Bundestagswahl verkündete er, die SPD werde sich in der Opposition erneuern – jetzt hat er die nächste GroKo mit den obersten Leichen der anderen beiden Teilhaber ausgehandelt.
  • In eine Regierung von Angela Merkel wollte er niemals eintreten – gut zwei Monate lang hat diese Aussage auch gehalten.
  • Auf ausdrückliche Nachfrage bestätigte Schulz, er strebe kein Ministeramt an – jetzt will er mit seinen selbst zugegebenen Defiziten ausgerechnet als Außenminister unter Merkel dienen – das ist kein Witz mehr, sondern eher eine Drohung!

Genug ist genug! Vielleicht sagt das mal jemand diesem Mann mit der gespaltenen Zunge. Im Grunde ist es an der Zeit, dass er freiwillig geht – der Heilige Martin hat der SPD genug angetan.

Die letzte Hoffnung der SPD: Juso Kevin Kühnert

Ich drücke dem Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert die Daumen, dass er es schafft, die SPD und auch Deutschland und Europa vor dem opportunistischen Lügner Martin Schulz zu schützen und die GroKo, die allen, die schon etwas haben, noch was drauflegen will und dafür das Präkariat, die Hartzer und die Grundgesicherten im sauren Regen verrecken lassen will, verhindern kann.

Denn für die wirklich Bedürftigen im Lande, die ich als Nachbarn und Mitbürger auch kenne und zu denen ich selbst gehöre, war bei den 46.000.000.000 € nicht ein Cent übrig.

Für Leute, die es sich mit ihrem Jahreseinkommen von bis zu 75.000 € (pro Kind 15.000 mehr) leisten können, ein Haus zu bauen, gibt es jetzt 12.000 € geschenkt.

Ein Hartzer oder Rentner in Grundsicherung, der sich von Tütensuppe ernährt und keine bezahlbare Wohnung mehr findet, kann ja unter eine Brücke ziehen. Der Teufel scheißt halt immer auf den dicksten Haufen…

Das S für sozial in der SPD wird hier genauso missbraucht wie das C für christlich bei CSU und CDU – da haben sich halt die richtigen gefunden!

Gute Nacht, Deutschland!

Bild: Foto-AG Gymnasium Melle, CC BY-SA 3.0

Über Klaus

Ich beschäftige mich seit mehr als 30 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder des "Neulands".
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