Nach Astro-Alex kommt jetzt Matthias Maurer

Eigentlich mag ich alles, was mit dem Weltraum zu tun hat. Ob es die in der Regel ein paar Jahre veralteten Dokus bei N24 und n-tv oder die (selten gewordenen) Space-Sendungen von Harald Lesch sind.

Als Service-Ingenieur hatte ich früher auch regelmäßig Wartungsarbeiten am Elektronen-Mikroskop von ESTEC in Noordwijk/Holland durchzuführen oder Störungen des Gerätes zu beseitigen.

Dort traf ich häufig interessante Menschen, beispielsweise jemanden, der gut dafür bezahlt wurde, über Erdbeben nachzudenken oder deutsche Astronauten wie Ulf Merbold – natürlich in der Kantine.

Aber auch mal ein Stückchen Gestein vom Mond selbst in die Hand zu nehmen, war für einen Space-Nerd wie mich schon ein Ereignis. Oder einen Transistor unter dem Elektronenmikroskop zu sehen, dem Silizium-Einkristalle durch die Halbleiterschichten gewachsen waren, die eine Mission zum Scheitern brachten.

Die Ausnahme von der Regel

Es gab für mich aber immer eine Ausnahme mit der inzwischen gängigen Bezeichnung „Astro-Alex“.  Astro-Alex kommt bei mir rüber wie der falsche Franzose aus der Trivago-Werbung. Sobald ich die Stimme von Alexander Gerst höre oder gar den Mann sehe, gibt es in mir nur noch einen Wunsch: die Fernbedienung finden und so schnell wie möglich den Fernsehkanal wechseln.

Ich kann diesen extrovertierten Selbstdarsteller einfach nicht mehr sehen und hören und war schon sehr froh, als er nach dem Ende seiner SpaceLab-Mission deutlich seltener in seiner mich unheimlich abtörnenden Art auf den Bildschirmen erschien.

Das Universum schlug zurück…

Die Freude war aber leider nur von kurzer Dauer, denn inzwischen ist die Space-Glatze als „deutscher Kommandant“ (Solche Formulierungen tun schon weh, wenn man die ESA oder ESTEC ein wenig kennt) einer Spacelab-Mission vorgesehen, turnt wieder über die Flatscreens und erzählt von Selbstverständlichkeiten, die dann wie große Weltraum-Mysterien aufgebauscht werden.

…und setzte noch einen drauf!

Der Hammer ist aber ein Neuer: Nach Astro-Alex beglückt uns die ESA mit dem nächsten spacigen Selbstdarsteller namens Mathias Maurer. Heute habe ich ihn bei n-tv gesehen und vor allem gehört. Er sprach (zu) lange über sich selbst, und kam bei mir herüber, als sei er ein Zwilling von Astro-Alex – dabei war der Mann bisher nicht einmal im Weltraum, und es ist durchaus möglich, dass das auch so bleibt. Ich vermute, das ist meine Strafe für die vorgefasste Meinung…

Bild: Matthias Maurer/ESA/L.Bessone, Astro-Alex/Twitter

Über Klaus

Ich beschäftige mich seit mehr als 30 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der „Brave New World“ oder des „Neulands“.

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