Big-Brother-Gesetz erlaubt deutsche Lichtbild-Datenbank

Immer, wenn die datengeilen Politiker den Deutschen wieder an die Grundrechte gehen wollen, passiert das möglichst unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle – am besten klappte das bisher bei Spielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Weil aber zurzeit kein großes Fußballturnier läuft, hat die Mehrheit der Großen Koalition von CDU, CSU und SPD die deutsche Lichtbild-Datenbank gestern am späten Abend beschlossen – eine der letzten schmutzigen Tätigkeiten vor der Bundestagswahl in vier Monaten.

Mit Massenüberwachung gegen Verkehrsordnungswidrigkeiten

Damit darf nun fast jede Ermittlungs- oder Ordnungsbehörde, aber auch Steuer- und Zollfahnder, rund um die Uhr auf die biometrischen Passfotos der neuen Personalausweise zugreifen, was bisher nur möglich war, wenn die Ausweis- bzw. Passbehörde nicht zu erreichen und zusätzlich Gefahr im Verzug war.

Das soll jetzt deutlich weiter gehen. Was uns von der Politik als Maßnahme gegen Terrorismus verkauft wurde, wird nun massiv auch für die harmlosesten Delikte erlaubt, denn ab Mitte 2018 sollen darüber hinaus auch die Ordnungsämter in den deutschen Rathäusern die sensiblen biometrischen Merkmale automatisiert abrufen können, um Verkehrsordnungswidrigkeiten zu verfolgen.

Big Merkel ist watching you

Datenschützer, Rechtswissenschaftler und Informatiker hatten bei einer parlamentarischen Anhörung die Befürchtung geäußert, dass schon mit diesem Verfahren de fakto eine verfassungsrechtlich bedenkliche nationale Datenbank für Lichtbilder entstünde.

Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar warnte jetzt vor dem „Big-Brother-Gesetz“. Die bisher gültigen Auflagen habe der Gesetzgeber bewusst eingeführt, um die „Massenüberwachung“ anhand von Gesichtsfotos zu verhindern.

Überwachung und Bespitzelung im öffentlichen Raum

Jetzt müsse man damit rechnen, „dass die umfassenden Abrufmöglichkeiten längerfristig dazu verwendet werden, im Rahmen der ‚intelligenten Videoüberwachung‘ alle Menschen zu identifizieren“, die sich im öffentlichen Raum bewegten. Genau zu diesem Zweck habe die Koalition erst kürzlich die gesetzlichen Befugnisse entsprechend aufgebohrt.

Kritik von der Opposition einfach abgebügelt

Auch die Linke Ulla Jelpke kritisierte in ihrem nur zu Protokoll gegebenen Redebeitrag, dass Schwarz-Rot mit der im Gesetzentwurf ganz am Ende versteckten Abrufregel das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung praktisch aushebele und mit einem trojanischen Pferd einen weiteren schweren Angriff auf den Datenschutz führe.

FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat ebenfalls starke Bedenken. Er sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Zusammen mit der geplanten Ausweitung der Videoüberwachung sind wir dann gefährlich nah am Überwachungsstaat.

Der Grüne Konstantin von Notz nannte es einen „bürgerrechtsfeindlichen Hammer„. Die Koalition rüste die deutschen Geheimdienste ohne jedes Maß auf.

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Foto: Makro Schnittlauchblüten

Das Schnittlauch auf dem Flachdach des Forums Lüdinghausen kommt besonders gut in einer Makroaufnahme heraus.

Wenn man das Foto mit drei Mausklicks auf die höchste Vergrößerungsstufe bringt, sieht man in den Blüten noch viele Details – von der Struktur der Blütenblätter über die Stempel und Staubblätter bis zu kleinen Staubkörnern dazwischen.

Foto: Klaus Ahrens, Smartphone Huawei P8, CC BY-SA 4.0

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Donald J. Trump: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Als Durchschnitts-Mitteleuropäer fragt man sich schon, wie ein ganz offensichtlich sehr gestörter und gehandicapter Mensch wie Multimilliardär, Narzisst, Twitter-Fan und last and least auch US-Präsident Donald J. Trump nach all seinen Eskapaden, Hüftschüssen und Versuchen, seine Kugeln wieder zurück in den Lauf der Waffe zu kriegen immer noch der 45. Präsident der mächtigsten Nation des Planeten Erde sein kann.

Een Brug te ver – das Faß läuft über

Nach versuchtem Einreisestop für Muslime und versuchtem Mauerbau an der Grenze zu Mexico bringen jetzt offensichtlich der Versuch, FBI-Chef James Comey zum Einstellen der Ermittlungen wegen illegaler Kontakte des Trump-Teams zu Russland und der abschließende Rausschmiss von Comey und letztendlich die unerlaubte Weitergabe von brisanten Informationen des israelischen Mossad an den russischen Außenminister Lawrow im Oval Office eine Wende:

Gestern wurde der frühere FBI-Direktor Robert Mueller als Sonderermittler in dieser Sache mit umfangreichen Vollmachten eingesetzt und auch das bisher nur hinter vorgehaltener Hand geflüsterte Wort „Impeachment“ (Amtsenthebung) wird inzwischen an vielen Stellen laut ausgesprochen.

Die Kurse zeigen nach unten

Am deutlichsten sieht man es aber an den Börsen: Dax, Dow und Nikkei haben gestern begonnen, die schon eingepreisten, aber bisher unerfüllten Versprechungen (Strafzölle, Steuerreform u.s.w.) von Trump wieder aus den Kursen herauszurechnen.

Immer mehr Verbündete gehen schon zum Selbstschutz auf Distanz. Wer jetzt noch in irgendeiner Form auf Trump setzt, reitet inzwischen wohl ein totes Pferd. Ein schöner Tod für das Pferd zwischen den Schenkeln des Reiters – für den Reiter, wer immer das ist, eher nicht…

Screenshot: whitehouse.gov
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Pokémon Go: Stein-Festival mit einem lila Pterodactylos

Schon wieder ruft Niantic ein Event aus, um die Spieler des Augmented-Reality-Spiels für Smartphones Pokémon Go in Stimmung zu halten. Vom 18. bis zum 25. Mai hat der Hersteller jetzt die „Abenteuerwoche“ ausgerufen. Dabei sollen die Pokéstops mehr Items abwerfen, die Kumpel-Pokémon sollen in dieser Zeit viermal so häufig Bonbons finden und der In-Game-Shop verkauft in der Abenteuerwoche sogar Pokébälle zum halben Preis.

Es ist ja erst einmal knapp zwei Wochen her, dass die Entwickler das „Gras-Festival“ ausriefen. Das war kein Kiffertreffen, sondern dabei wurden die AR-Landkarten des Spiels massiv mit Gras-Pokémon geflutet.

Für die Abenteuerwoche hat Niantic stattdessen Gestein-Pokémon avisiert: Angekündigt wurden Amonitas und Amoroso, Kabuto und Kabutops und auch das normalerweise sehr seltene Aerodactyl, ein lila Flugsaurier (Pterodactylos). In Spielerkreisen wird das Event deshalb auch schon als“Stein-Festival“ bezeichnet.

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Joomla-Update beseitigt SQL-Injection-Lücke

In der Version 3.7.0 des Content-Management-Systems (CMS) Joomla gibt es eine SQL-Injection-Lücke, durch die Hacker dem CMS eigene Datenbankbefehle unterjubeln können.

Solche Schwachstellen können böse Folgen haben: Angreifer könnten zum Beispiel den Inhalt der Seite manipulieren und so Schadcode einschleusen oder aber auf die gespeicherten Nutzerdaten zugreifen.

Die Sicherheitslücke sitzt im Joomla Core und hat die CVE-Nummer CVE-2017-8917. Das Joomla-Team gab dem Sicherheitsproblem den zweithöchsten Schweregrad „Hoch“. Bisher gibt Joomla aber keine Details bekannt – man möchte wohl Benutzer der verwundbaren Version zu schützen.

Die abgesicherte Version 3.7.1, die man von der Projektseite herunterladen kann, beseitigt das Sicherheitsproblem. Wer also noch eine betroffene Joomla-Installation betreibt, sollte deshalb möglichst umgehend auf die gepatchte aktuelle Version umsteigen.

Da  der Patch nun einmal herausgegeben ist, können potentielle Angreifer durch Vergleich von Version 3.7.0 und Version 3.7.1 natürlich recht leicht herausfinden, an welcher Stelle die eingehenden Daten nicht ausreichend geprüft werden und diese Lücke dann auch für ihre bösen Zwecke missbrauchen.

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Foto: Bank am Kinderbasar

Gerade ältere Menschen freuen sich über die Sitzbänke, von denen man in Lüdinghausen recht viele – meist vor Ladengeschäften – findet. Dieses Exemplar ist das bisher am schönsten gestaltete Möbel dieser Art, das ich bisher gefunden habe. Es steht vor dem Kinderbasar an der Münsterstraße.

Foto: Klaus Ahrens, Smartphone Huawei P8, CC BY-SA 4.0

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Unitymedia wirft analoges TV im Juni aus dem Kabel

Ab Juni ändert sich das Fernsehen auch für Zuschauer, die ihr Signal über einen Kabelanschluss von Unitymedia beziehen. Der Kabelnetzbetreiber schaltet in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen das analoge Signal für die Programmversorgung im nächsten Monat ab.

Laut Mitteilung des Branchenverbandes gfu von heute soll die Abschaltung zwischen dem 1. und 30. Juni erfolgen. Für den weiteren Empfang des Kabelfernsehens ist ein zusätzliches Gerät nötig, wenn man keinen Fernseher mit integriertem digitalem Kabeltuner sein Eigen nennt. Die Abschaltung bringe klare Vorteile für die Zuschauer, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende der gfu Hans-Joachim Kamp.

Bessere Nutzung der Bandbreite des Kabels

Das digitale Fernsehsignal sorge für die effizientere Nutzung des Kabel-Frequenzspektrums. In der Bandbreite, die ein analog übertragener TV-Kanal braucht, könnten bis zu acht digitale Programme empfangen werden. Darüber hinaus ermögliche die digitale Übertragung auch Bilder in höherer Auflösung und auch die Möglichkeit, das Signal beispielsweise über mobile Geräte zu empfangen.

Die Umstellung bei Unitymedia soll am 1. Juni in Baden-Württemberg beginnen. In Hessen startet der Umstieg dann ab dem 13. Juni. Vom 20. bis 27. Juni soll dann das Programm in Nordrhein-Westfalen auf digitalee Übertragung umgestellt werden.  Die Ausstrahlung über DVB-T war erst im März eingestellt worden.

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Alexa wird bald autoaktiv

Mancher kennt sicher noch die selten dämliche, aber funktionierende Werbung für das Putzmittel Ajax, das „autoaktiv“ den Schmutz bekämpfte. Während sich das Mittel selbst (autoaktiv) auf den Küchenherd sprühte und ihn säuberte, konnte die Hausfrau zusammen mit Freundinnen in bonbonfarbenen Klamotten joggen statt putzen.

Auch beim digitalen Assistenen von Amazon, Alexa, werden die Nutzer in Zukunft Autoaktivität erleben: Amazon reagiert auf einen häufig geäußerten Kritikpunkt an den Echo-Lautsprechern: Die weisen den Anwender bisher nämlich nicht auf Termine oder andere Aufgaben hin.

Bald können auch Amazons Echo-Lautsprecher Terminerinnerungen, wichtige aktuelle Nachrichten oder Wetterwarnungen rechtzeitig ansagen. Dazu soll der Funktionsumfang von Alexa erweitert werden. Der Hersteller will in den kommenden Monaten zu diesem Zweck neue Entwicklerwerkzeuge zur Verfügung stellen.

Bisher fehlen solche Möglichkeiten, und Alexa reagiert nur bei gestellten Weckern und Timern von sich aus. Einen genauen Termin zur Verfügbarkeit der sogenannten „Skills“ hat Amazon bisher noch nicht bekannt gegeben. Einen ausführlicheren Bericht dazu finden Sie bei Golem.

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Grüne suchen digitales Profil – und finden nichts

Gestern hat die Bundestagsfraktion der Grünen ein Strategiepapier veröffentlicht, in dem die bei der NRW-Wahl auf die Hälfte zurechtgestutzte ehemalige Öko-Partei die Stärkung der „Sicherheit im Digitalen“ sowie der Grundrechte fordert.

Angesichts der permanenten „Hacking-Angriffe auf den Bundestag, auf Parteien und das Bundeskanzleramt“ sowie auf Unternehmen und das Internet der Dinge sei dies eine „zentrale Herausforderung“ für IT-Infrastruktur und Kommunikationssysteme.

Es ist ein schwer lesbares, zehnseitiges Papier, das irgendwie aus Allgemeinplätzchen zu bestehen scheint. Die Grünen schreiben da über die IT- und Netzwelt wie der Heilige Martin über Gerechtigkeit – Konkretes sucht man da vergeblich.

Zum Beispiel Netzneutralität

Weil ich wissen wollte, wie sich die Grünen zum Ausverkauf der Netzneutralität durch Telekom, Netflix & Co.stellen, einer der wichtigsten Grundlage des freien Internet, habe ich das gesamte Papier durchgelesen – dazu fand ich kein Statement.

Erst wenn die Emails der Grünen eine Stunde später ankommen, weil die sowieso wegen des massenweisen Verbaus von Kupferkabeln statt Glasfaser zu geringe Bandbreite der Telekom vorrangig für die Übertragung eines Schrott-Films von Telekom, Amazon oder Netflix genutzt wird, werden die Grünen vielleicht beginnen, praktischer zu denken.

Bis dahin könnten sie besser wieder Pullover stricken oder Babys säugen, wie man es in den Gründerjahren der Sonnenblumen-Partei regelmäßig im Fernsehen sah…

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Foto: Schwertlilienblüte

Die Lilien in meinem Garten in Lüdinghausen-Berenbrock stehen schon in voller Blüte. Diese blaue Schwertlilie, die auch unter ihrem wissenschaftlichem Namen Iris bekannt ist, lässt ahnen, wieso die Blume als Schmuck so manches mittelalterliche Wappen zierte.

Foto: Dr. Martin Merz, Canon EOS 600D, CC BY-SA 4.0

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