Privatsender auf DVB-T2 kosten 70 Euro jährlich pro Fernseher

karteDVBT2_20160531Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, daß der Empfang von Privatsendern über das neue Antennenfernsehen DVB-T2 HD ab 1. Juli 2017 satte 69 Euro pro Jahr kosten wird – und zwar unverschämterweise pro Empfangsgerät!

Abhängig vom Wohnort werden über DVB-T2 HD unter der Marke Freenet TV ab März 2017 bis zu 20 Privatsender in HD-Auflösung mit 1280 zu 720 oder 1920 zu 1080 Pixeln verschlüsselt ausgestrahlt.

Die für die Entschlüsselung nötige Guthabenkarte wird nach Angaben des Betreibers Media Broadcast zunächst an das jeweilige Empfangsgerät gebunden. Zum Empfang an mehreren Geräten müsste das Empfangsgerät deshalb umgesteckt oder aber mehrere Guthabenkarten und Empfangsgeräte gekauft werden – so stoßen sich die Privaten dann gesund.

Der Empfang aller öffentlich-rechtlichen Sender per DVB-T2 ist ohne weitere Kosten möglich, denn deren Ausstrahlung wird ja schon über den Rundfunkbeitrag finanziert. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, daß das Geschäftsmodell funktionieren wird.

Das Geschäftsmodell hat das Potential für einen Flop

Noch läuft der Gratis-Testbetrieb bis zum 29. März 2017 ähnlich wie bei Microsofts Windows 10: Erstmal anfixen, der erste Schuß ist umsonst. Einen Unterschied gibt es aber schon: die Privatsender verschlüsseln ihre HD-Sendungen auch schon in der Testphase!

Der Durchschnittsverbraucher in Deutschland wird aber immer ärmer, und schon die als „Haushaltsgebühr“ oder „Rundfunkbeitrag“ getarnte Steuer wird nach Presseberichten massiv boykottiert, weil sich die Menschen diese Kosten nicht leisten können.

Besonders verwerflich hat die Politik hier gehandelt, weil die Privatsender ja trotz dieser teuren Bezahlung immer noch zusätzlich werbefinanziert sind, sie kassieren also doppelt. Irgendwo muss ja auch das Geld für die Parteispenden herkommen…

Bei den Blockbustern in der besten Sendezeit hat man doch aktuell schon den Eindruck, daß man mehr Zeit von Werbung berieselt wird als den Film auf dem Bildschirm zu genießen.

Die Kosten des zweifelhaften Vergnügens

Um DVB-T2 HD überhaupt empfangen zu können, muss man erst einmal neues Empfangsgerät (Receiver) anschaffen werden. Dafür geeignete Empfänger tragen ein grünes TV-Logo mit der Aufschrift „DVB-T2 HD“. Die Preise dafür liegen im Schnitt bei 60 Euro.

Wer schon einen neuen Fernseher mit eingebautem DVB-T-Receiver angeschafft hat, kann damit kein Antennenfernsehen mehr empfangen – er muss einen DVB-T2-Receiver dazu kaufen. Zwei Jahre später wird ja das bisherige DVB-T abgeschaltet, und dann liefern diese Geräte nur noch Rauschen.

Damit die Privatsender auf dem Bildschirm landen, ist zusätzlich noch ein Irdeto-Modul zum Entschlüsseln nötig. Und das macht neben seinen Anschaffungskosten auch noch laufende monatliche Kosten von 6 Euro – und zwar pro Gerät und nicht pro Haushalt wie beim Rundfunkbeitrag von ca. 18 Euro monatlich, der ja eine als Haushaltsgebühr getarnte Steuer darstellt.

Da sind ja selbst Netflix & Co. preisgünstiger – besonders, wenn man wie die meisten in Deutschland schon einen Internetanschluß besitzt.

Über Klaus

Ich beschäftige mich seit fast 30 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder des "Neulands".
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