ProSiebenSat.1 in der Krise

Schon seit Wochen hört man das böse Wort „Krise“, wenn es um ProSiebenSat.1 geht. Die Münchner korrigierten ihre Prognose schon mehrfach nach unten.

Die Quartalszahlen konnten in dieser Woche nicht für einen Stimmungsumschwung sorgen und Analysten wie Kepler Cheuvreux sprechen bereits von “verdüsterten Aussichten”. Die schon seit Mai schwächelnde Aktie der Gruppe verlor vorgestern nach der Veröffentlichung seiner Zahlen zum Handelsstart im Leitindex DAX 7 Prozent, und bis zum Abend weitete sich das Minus auf 9,21 Prozent aus.

Schwache US-Serien floppten

Von den Münchnern eingekaufte US-Serien wie „Empire“ oder „This is us“ floppten.  ProSiebenSat.1 verlor Zuschauer an Sender der Konkurrenz und Internetportale wie Netflix und Amazon und musste im dritten Quartal 170 Millionen Euro an Programmvermögen abschreiben.

Umsatz und Gewinn dieser Sparte schrumpften leicht – was alarmierend ist, weil sie immer noch gut 70 Prozent zum Betriebsgewinn des Konzerns beiträgt und somit letztlich die Dividende für die Anleger sichert.

Weil ProSiebenSat.1 Produktionen auf das nächste Jahr verschob, brach auch der Umsatz dieser Sparte ein. Das Videoportal Maxdome schreibt weiter rote Zahlen und soll im Januar in das TV-Geschäft integriert werden. „Ich glaube, dass Maxdome überleben wird“, sagte CEO Thomas Ebeling – aber der ist wohl eher Teil des Problems als Teil der Lösung.

Ebeling hört spätestens 2019 auf und nach einem Bericht der SZ ist die Suche nach einem Nachfolger recht schwierig.

Starke Portale sind ein Rettungsanker

Das stark wachsende Geschäft mit Online-Portalen wie Parship und Verivox oder mit Internet-Shops wie Flaconi konnte die Rückgänge der anderen Sparten allerdings auffangen. Der Konzernumsatz im dritten Quartal stieg um drei Prozent, der Gewinn stagnierte dabei.

Über Klaus

Ich beschäftige mich seit mehr als 30 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder des "Neulands".
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