Schweden stellt Verfahren gegen Julian Assange ein

Die heutige Netz-Nachricht des Tages kam soeben aus Schweden: Die Skandinavier haben ihr Ermittlungsverfahren gegen Julian Assange wegen angeblicher „Vergewaltigung“ eingestellt.

So berichteten es n-tv und Süddeutsche Zeitung vor einer Stunde – und inzwischen auch die Tagesschau, die Welt und fast alle anderen Medien, Blogs und Nachrichtendienste im Netz.

Julian Assange selbst hätte ja wohl kaum etwas dagegen, wenn er die Botschaft des Landes Equador in London jetzt bald verlassen könnte. Ganz im Gegenteil: Seit Juli 2012 lebt er nicht nur in dem Gebäude, er hat es seitdem auch nicht ein einziges Mal verlassen können.

Das ist im Grunde viel schlimmer als Knast – aber bei weitem nicht so schlimm, wie in die USA ausgeliefert und dann wegen der Veröffentlichung von Dokumenten auf Jahrzehnte wie in Guantanamo gehalten zu werden.

Mehrfach klagte auch Assange selbst darüber, dass der Aufenthalt in der Botschaft, die nicht einmal einen Garten oder wenigstens einen Hinterhof hat, einer verschärften Haft gleichkomme. Im November wurde Assange in der Botschaft intensiv von einem schwedischen Staatsanwalt befragt.

Vor vier Monaten, nach der Begnadigung der Whistleblowerin Chelsea Manning durch Barack Obama, teilte Assange dann mit, er sei bereit, sich einem Gerichtsverfahren in den USA zu stellen, sofern dort seine Rechte respektiert würden.

Ob Assange jetzt die equadorianische Botschaft bald verlassen kann, haben jetzt die Briten in der Hand. Eine Auslieferung nach Schweden mit Anschlussticket zu den US-Folterknechten ist aber erst mal vom Tisch.

Foto: David G. Silvers, Wikipedia, CC BY-SA 2.0

Über Klaus

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