US-Anbieter von VPN missbraucht Daten

Datenschützer des Center for Democracy and Technology (CDT) haben sich jetzt bei der Federal Trade Commission (FTC) der USA über die Geschäftspraktiken des VPN-Providers AnchorFree beschwert.

Wer nicht zahlt, wird heimlich gerupft

In ihrer Beschwerde nennen sie diese unfair und betrügerisch. Das AnchorFree-Angebot Hotspot Shield Free nutze JavaScript, um iFrames mit personalisierten Werbeanzeigen in die Gratis-Version seines VPN-Clients einzumischen und darüber hinaus auch noch den Standort des Nutzers zu tracken. Das sei ein signifikanter Verstoß gegen Absatz 5 des Federal Trade Commission Act.

Der Betrug an den Kunden im Einzelnen

Die Datenschützer belegten die Weitergabe von Daten durch AnchorFree durch statische Code-Analysen, mit denen sie die Carnegie Mellon University beauftragt hatten. Diese Analyse ergab, dass sich unter den von Hotspot Shield gesammelten Daten der Nutzer eindeutige Identifikationsmerkmale wie beispielsweise MAC-Adressen und IMEI-Nummern befinden. Es kam dabei auch heraus, dass der Client diese Daten sogar mit Werbenetzwerken teilt.

Außerdem stießen die Forscher auf mehrere externe Tracking Libraries und auf eine Funktion, die die Nutzer beim Aufruf kommerzieller Websites auf Partnerseiten von AnchorFree umleitet.

Neben dieser an sich schon sicherheitstechnisch problematischen Vorgehensweise kritisiert die Bürgerrechtsorganisation CDT aber auch die starke Diskrepanz zwischen der Erhebung werberelevanter Daten durch AnchorFrees und deren Marketing.

Anspruch und Realität divergieren stark

Bildschirmfotos in CDTs Beschwerde zeigen, dass der VPN-Anbieter sowohl im Play Store als auch bei iTunes mit Aussagen wie „Your security and privacy are guaranteed!“ (Wir garantieren Ihre Sicherheit und Privatsphäre!) oder „Enjoy complete anonymity“ (Genießen Sie komplette Anonymität) wirbt. In Wahrheit würden aber weit mehr Daten erhoben, als zum Betrieb des VPN-Clients nötig seien.

Da erscheint die AnchorFree-Werbung mit Angela Merkel im Artikelbild schon mehr wie ein schlechter Witz!

Screenshot: AnchorFree

Über Klaus

Ich beschäftige mich seit fast 30 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder des "Neulands".
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