Whatsapp verrät Stalkern Ihren Online-Status

Wer wissen will, ob eine bestimmte Person gerade den Messenger WhatsApp nutzt, kann das über diverse Apps und Internetseiten von Dritten problemlos herausfinden.

Denn ob WhatsApp gerade benutzt wird, lässt sich nicht verbergen, weder vor seinen Kommunikationspartnern, noch vor Stalkern – und auch nicht nicht vor jeder anderen beliebigen Person, die das interessiert. Wie einfach sich diese Information abfragen lässt, belegt eine Studie des Sicherheitsunternehmens Traced.

Sogenannte „Stalkerware“ macht Überwachung aller Nutzer möglich

Laut der Studie gibt es mehrere Apps und Webseiten, die nach Eingabe der Telefonnummer einer Person direkt anzeigen, ob sie gerade auf WhatsApp chattet oder nicht.

Zum Teil werben solche Anwendungen dediziert mit der Überwachung von Kindern oder Partnern – und haben zu Recht die Bezeichnung Stalkerware verdient.

Auf manchen solcher Webseiten kann man sogar mehrere Nummern angegeben und miteinander in Verbindung bringen, wenn sie gleichzeitig online sind und sich vielleicht sogar gerade gegenseitig schreiben.

Man kann auf diese Weise sogar einen kompletten WhatsApp-Tagesablauf rekonstruieren, der dann teilweise sogar auch grafisch aufbereitet angezeigt wird…

Whatsapp bietet dazu keine Kontrollmöglichkeit

Whatsapp bietet zwar Einstellungen zum Status an, aber diese bezögen sich nur auf Status-Updates in der App, liest man in der Studie. Bei diesen Status-Nachrichten wie zum Beispiel den „gelesen“-Häkchen lasse sich einstellen, wer sie sehen kann.

Ob Kontakte oder Dritte beobachten können, ob eine Person WhatsApp gerade nutzt oder nicht, lasse sich damit allerdings nicht kontrollieren.

Gegenüber dem Onlinemagazin Motherboard erklärte WhatsApp dazu, die App sei so konzipiert, dass Nutzer immer sehen können, ob andereNutzer online seien oder nicht. Auch in der offiziellen FAQ zur Konfiguration der Privatsphäre-Einstellungen schreibt WhatsApp, dass „es keine Möglichkeit gibt, zu verbergen, wann man online ist oder tippt“.

Whatsapp will das Problem nicht lösen

Die Journalisten des Onlinemagazins hatten nämlich ihren Onlinestatus über eine solche Internetseite überwacht und dann darüber berichtet. WhatsApp teilte anschließend dann mit, die Webseite habe mehrere Whatsapp-Konten genutzt, um den Onlinestatus anderer Nutzer abzufragen. Daher sei sie nun gesperrt worden. Außerdem sei der Person hinter dem Dienst auch eine Unterlassungserklärung geschickt worden.

„Die Automatisierung von Whatsapp-Funktionen zum Scrapen von Informationen ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen, und wir werden weiterhin Maßnahmen ergreifen, um die Privatsphäre unserer Nutzer zu schützen und Missbrauch zu verhindern“, teilte WhatsApp dem Onlinemagazin dann mit.

Das eigentlich ursächliche Problem, dass die Informationen jederzeit verfügbar sind und ausgelesen werden können, will WhatsApp aber nicht lösen.

Das Problem auch nicht wirklich neu. Schon 2014 warnten Informatiker der Hochschule Ulm und der Universität Ulm vor der möglichen Abfrage des Onlinestatus von WhatsApp-Nutzern. Auch sie kritisierten damals, dass die Status-Einstellungen irreführend seien, weil die meisten Nutzer davon ausgingen, sie könnten auch den Online-Status dort kontrollieren.

„Werde ich diese Designentscheidung von Whatsapp als Beispiel für das Versagen eines Unternehmens, häusliche Gewalt und Stalking als Anwendungsfall zu durchdenken, in all meinen Vorträgen verwenden? Ja. Ja, das werde ich“, schreibt dazu auch die bei der Electronic Frontier Foundation (EFF) für Cybersicherheit zuständige Eva Galperin auf Twitter.

Das schon verlängerte Zustimmungs-Ultimatum

Dabei steht Whatsapp aktuell wegen einer geplanten Zustimmungspflicht zu neuen Datenschutzbedingungen in der Kritik. Die Facebook-Tochter versucht, Nutzer unter Druck setzen, diesen im Mai zuzustimmen.

Von denen haben aber wegen der unverfrorenen Versuche von WhatsApp, den Datenschutz auszuhebeln, schon viele datensparsame, alternative Messenger wie zum Beispiel Signal oder Threema für sich entdeckt und WhatsApp den Rücken gekehrt.

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Moritz Schmidt, der Millionenspender der Grünen

Generell finde er es gut, dass Großspenden an Parteien nicht anonym überwiesen werden dürfen, sagt Moritz Schmidt aus Greifswald, der den Grünen vor drei Tagen eine Million Euro aus Bitcoin-Gewinnen gespendet hat.

In einem Interview mit Golem.de erläuterte der Software-Entwickler jetzt die Hintergründe seiner Spende – und warum er heute den Bitcoin als Kryptowährung ablehnt.

Schmidt hat noch nicht einmal selbst Bitcoins geschürft. Er stieg 2011 beim Kurs von 10 bis 20 Dollar für einen Bitcoin ein und hat damit insgesamt ca. 2 Millionen Euro verdient.

Hier seine Antwort auf die Frage nach der Motivation für seine hohe Spende an die Grünen als Auszug aus Schmidts Interview mit Golem:

Schmidt: Ich wünsche mir einen Politikwechsel, auch wenn das ein abgedroschenes Wort ist. Ich könnte jetzt wie Rezo meinen ganzen Ärger rauslassen, versuche aber, mich kurz zu fassen: SPD und Union sind einfach fertig, vor allem letztere.

Jeder Blick in die Zukunft wird vertont zu den Klängen von „HALT STOP DAS BLEIBT ALLES SO, WIES HIER IST“, und nach 16 Regierungsjahren sind Minister und Lobbyisten ein und dasselbe. Dazu ein Haufen Korruptionsskandale im Bundestag, ohne die exorbitanten „Nebeneinkünfte“ mitzuzählen – aber auf anderen Ebenen auch.

Ein Wolf im Konfirmandenpelz lässt sich mit Aktienoptionen für politische Kontakte schmieren, zur Belohnung stellt ihn der Landesverband als Spitzenkandidaten auf. Haben die denn keine anständigen Leute mehr? Und schlimmer noch: keine Selbstachtung?

Ich wünsche mir eine Politik, die den Klimaschutz als Menschheitsaufgabe anerkennt, sozial denkt, internationale Kooperation sucht und für Demokratie und Menschenrechte einsteht.

Die sich in einer sich rasend schnell verändernden Welt der Zukunft annimmt, statt auf Krampf am Status quo zu kleben. Ich möchte Parteien, die bei ihren Mandatsträgern hohe Ansprüche an persönliche Integrität stellen, um gemeinwohlorientiert Politik machen zu können.

Da finde ich mich bei den Grünen wieder. Ich bin nicht doof: Was im Getöse der Realität am Ende umsetzbar ist, ist immer eine andere Frage, aber ich erwarte, dass darauf ernsthaft gezielt wird.“

Dies Statement könnte ich Wort für Wort unterzeichnen. Das Interview mit Moritz Schmidt wurde heute unter der Überschrift „Das Bitcoin-Ökosystem gehört zerstört“ bei Golem veröffentlicht, wo Sie es vollständig nachlesen können.

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Gehackte Chats sorgen für 1.800 Festnahmen

Nachdem sich die Behörden Zugang zu den verschlüsselten Chatnetzen EncroChat und Sky ECC verschaffen konnten, melden sie zahlreiche Ermittlungserfolge.

Ermittlungserfolge durch gehackten EncroChat

Nach der Entschlüsselung des Kurznachrichtendienstes EncroChat konnten Ermittler in Europa um die 1.800 mutmaßliche Schwerverbrecher festnehmen. Dazu wurden auch gut 130 Millionen Euro beschlagnahmt, die aus kriminellen Geschäften stammen sollen, berichtet der Spiegel unter Berufung auf eine Übersicht der EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. Und immerhin seien auch mehr als 200 Menschen davor bewahrt worden, Opfer geplanter Mordanschläge zu werden.

Die Zahl von 1.800 Festgenommenen hatte EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas schon Mittwoch genannt, als er zusammen mit Johansson die Strategie gegen organisierte Kriminalität vorstellte. Außerdem konnten demnach durch den EncroChat-Hack 1.500 neue Ermittlungen aufgenommen werden, unter anderem auch bei deutschen Behörden.

Die Kriminellen seien dann zwar auf den verschlüsselten Kommunikationsdienst Sky ECC umgestiegen, aber der war ebenfalls von Europol geknackt worden, sagte Schinas. Das habe dann auch noch zur Beschlagnahme von 28 Tonnen Drogen in Belgien und den Niederlanden, zu weiteren Festnahmen und auch zu verhinderten Straftaten geführt.

EncroChat wurde hauptsächlich von Kriminellen genutzt, weil der Dienst wegen seiner aufwendigen Verschlüsselung als nicht zu knacken galt. Die Polizei in den Niederlanden und in Frankreich schafften es aber im vorigen Jahr trotzdem, über 20 Millionen geheimer Nachrichten abzugreifen, teilte die europäische Justizbehörde Eurojust im Juli 2020 mit.

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Türkei verbietet Zahlungen mit Kryptowährungen

Vor zwei Jahren kostete ein Euro noch 6 türkische Lira, vor einem Jahr musste man schon 7,5 Lira dafür hinlegen, und heute kostet der Euro sogar 9,6 Lira.

Die Lira geht den Bach hinunter, weil Staatschef Erdogan lieber in immer kürzeren Abständen seine Finanzminister feuert (er hat inzwischen schon den 4. verschlissen), als zuzugeben, dass Inflation nicht mit Zinssenkungen bekämpft werden kann.

Der Bitcoin hingegen läuft in die umgekehrte Richtung: Vor zwei Jahren kostete ein Bitcoin nur 5.000 Euro, vor einem Jahr schon  9.000 Euro und heute kostet er satte 60.000 Euro.

Ein Rechenbeispiel: 21 % Verlust mit Lira, 860 % Gewinn mit Bitcoin

Schauen wir nur auf das letzte Jahr: Wer am 15. April 2020 den Gegenwert von 1.000 Euro in Lira hatte, besaß damals 7.500 Lira und hat heute nur noch den Gegenwert von 781 Euro.

Wer aber am 15. April 2020 den Gegenwert von 1.000 Euro in Bitcoin hatte, besaß damals 0,16 Bitcoin und hat heute mit diesen o,16 Bitcoin einen Gegenwert von satten 9.600 Euro.

Wer also in der Lira blieb, verlor in einem Jahr 21,9 Prozent durch Inflation, aber wer vor einem Jahr stattdessen in den Bitcoin ging, hat jetzt einen satten Gewinn von 860 Prozent gemacht!

Wer will es denn angesichts dieser Zahlen den türkischen Bürgern verdenken, wenn diese ihr Geld nicht mehr in Lira, sondern lieber in der Kryptowährung Bitcoin anlegen?

Ja, wer wohl: Der türkische Diktator Recep Tayyip Erdogan.

Türken wollen ihre Fremdwährungen und ihr Gold nicht in Lira tauschen

Nachdem Erdogans Aufforderungen an das türkische Volk, doch sein Euro- oder Dollar-Geld in türkische Lira zu tauschen und auch sein Gold in Lira einzutauschen verständlicherweise nicht wirklich gefruchtet hat, hat der Sultan vom Bosporus jetzt Zahlungen in Digitalwährungen in der Türkei einfach verboten.

Wie aus dem Amtsblatt der Regierung von heute hervorgeht, sind Zahlungen in Kryptowährungen mit Wirkung zum 30. April an nicht mehr erlaubt. Diese Neuregelung verbietet es allen Zahlungsabwicklern, Transfers in Kryptowährungen vorzunehmen. Das Halten von Digitalwährungen scheint von dem Verbot allerdings nicht betroffen zu sein.

Auf ihrer Internetseite begründet die Zentralbank der Türkei das Verbot mit „signifikanten Risiken“, die mit Kryptowährungen einhergingen. Dazu zählt die Notenbank unter anderem eine fehlende Regulierung und Aufsicht, die häufig starken Kursschwankungen und last not least die Möglichkeit der „Verwendung für illegale Zwecke“.

Bild: Recep Tayyip Erdogan, CC BY-SA 2.0, Prime Minister Office
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Foto: Kleine Phalaenopsis-Blüten

Diese rosa Phalaenopsis ist ein recht kleinblütiges Exemplar der Schmetterlingsorchidee oder Malayenblume aus dem asiatischen Raum.

Die Maserung der Petale und Sepale ist bei ihr nur noch ganz leicht angedeutet, nur am Rand der Blütenblätter zeigt sich ein Farbverlauf von Rosa zu Weiß.

Foto: Dr. Martin Merz, Canon EOS 600D, CC BY-SA 4.0

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Browser blockieren Googles neue Tracking-Methode FLoC

Die Hersteller der Browser Vivaldi und Brave kündigen harte Maßnahmen gegen Googles Tracking-Alternative für Drittanbieter-Cookies an.

Die in der Europäischen Union und anderen Ländern geführten Diskussionen rund um Datenschutz und Privatsphäre lassen schon das Ende der Drittanbieter-Cookies erkennen. Das sind die kleinen Textdateien auf den Rechnern der Besucher, die personenbezogene Informationen transparent machen.

Die Browser Firefox und Safari haben die Unterstützung für Third-Party-Cookies schon eingestellt und auch Google will bald Schluss mit individualisierten Anzeigen in der bisherigen Form machen.

Da Werbung aber nach wie vor ein großes Geschäft für den Suchmaschinen-Riesen ist, experimentiert der Konzern mit einem neuen Ansatz, der sich FLoC nennt und bisher nur in Chrome verfügbar ist.

Die Entwickler der Browser Vivaldi und Brave und auch des Suchmaschinen-Betreibers DuckDuckGo positionieren sich inzwischen deutlich gegen das Vorhaben von Google.

Wie funktioniert FLoC?

Google bezeichnet seine neue Technik „Federated Learning of Cohorts“ oder kurz: FLoC. Benutzer mit identischen Suchanfragen ordnet Google dabei Kohorten zu, also Gruppen, die zu dem Suchverhalten passen. Mit dieser Lösung will der Suchmaschinenbetreiber sicherstellen, dass Einzelpersonen nicht identifiziert werden können.

Gegenüber den bisherigen Drittanbieter-Cookies, bei denen die Werbung gezielt auf den einzelnen Nutzer zugeschnitten wurde, soll das neue Verfahren etwas mehr Anonymität sicherstellen.

Dabei darf die Gruppe aber auch nicht zu groß sein, damit die für sie ausgespielte Werbung nicht zu unspezifisch wird. Nach aktuellen Angaben sollen einige Tausend Nutzer jeweils eine Kohorte bilden.

Bei FLoC bleiben die Daten auch lokal auf dem Rechner, während sie bei Drittanbieter-Cookies auf die Server der Werbetreibenden gelangen. Google sagt dazu, dass FLoC in Tests zu 95 Prozent so effektiv arbeite wie Cookies von Drittanbietern, wobei der Erfolg letztlich davon abhängt, wie die Technologie von der Werbebranche angenommen wird.

Vivaldi hat sich entschieden: „FLoC off!“

Aber Googles neue Technik ist nicht wirklich sicherer für die eigene Privatsphäre, denn die Kohorten-ID lässt sich generell mit anderen Tracking-Methoden verknüpfen, wodurch Rückschlüsse auf das eigene Surfverhalten und bestimmte besuchte Websites möglich sind.

Vivaldi nimmt in einem Blog-Post kritisch Stellung zu Googles neuem Projekt und bekräftigt mit den Worten „FLoC off! Vivaldi unterstützt kein FLoC“, dass bei dem Browser-Herstellers wenig Verständnis für die Tracking-Methode zu erwarten ist.

So sagt Vivaldi weiter: „Bei Vivaldi setzen wir uns für die Datenschutzrechte unserer Nutzer ein. Wir billigen kein Tracking und Profiling, in welcher Verkleidung auch immer. Wir würden sicherlich nicht zulassen, dass unsere Produkte lokale Tracking-Profile aufbauen.“

Der Hersteller hat nach eigenen Angaben seinen Code so angepasst, dass FLoC nicht aktiviert werden kann, obwohl Vivaldi auch genau wie Brave den Google-Browser Chromium als Unterbau für seinen Browser benutzt, unterlässt aber Einstellungen, die FLoC für einen reibungslosen Ablauf zwingend benötigt.

FLoC und die Datenschutz-Grundverordnung DSGVO der EU

Das klappt, weil die FLoC-Komponente normalerweise vorher die Server von Google anruft, um zu prüfen, ob sie überhaupt funktionieren „soll“. Denn bisher wird FLoC nur in den Teilen der Welt aktiv, die nicht unter die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) fallen.

Hier agiert Google recht vorsichtig, denn ob FLoC überhaupt DSGVO-konform ist, kann im Moment noch niemand sagen. Die Vivaldi-Macher wollen die Diskussionen darüber weiter beobachten, lassen aber nicht daran zweifeln, dass ihnen das Ergebnis im Grunde egal ist: „Wir werden die FLoC-API nicht unterstützen und planen, sie zu deaktivieren, egal wie sie implementiert ist. Es schützt die Privatsphäre nicht und es ist sicherlich nicht vorteilhaft für die Benutzer, ihre Privatsphäre unwissentlich für den finanziellen Gewinn von Google zu verraten.“

Bild: Google
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BSI warnt vor neuen kritischen Exchange Server-Lücken

Im März ließen Sicherheitslücken in Microsofts Mailserverprogramm Exchange Server das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die “IT-Bedrohungslage Rot” ausrufen. Nun mahnt das BSI schon wieder dringend zum Patchen, um neue kritische Sicherheitslücken im Exchange Server zu schließen.

Bei seinem April-Patchday hat Microsoft am Dienstag unter anderem Updates für die Exchange Server-Versionen 2013, 2016 und 2019 herausgegeben, die das Email- und Groupware-System gegen die vier neuen, kritischen Sicherheitslücken absichern sollen.

Die Lücken meldete der US-Geheimdienst NSA

Die vier Lücken, die die National Security Agency (NSA) an Microsoft meldete, erlauben, dass Angreifer aus der Ferne Schadcode ausführen. Noch sei keine Ausnutzung der Lücken bekannt, lautet ein Tweet des BSI. 

Das könnte sich aber recht schnell ändern. “Da Exchange Server […] gerade im besonderen Fokus der Angreifer stehen, ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit einer baldigen Ausnutzung zu rechnen”, schreibt das BSI in einer parallel zu demTweet veröffentlichten Sicherheitswarnung zu den Exchange-Lücken.

Eine Übersicht zu den verfügbaren Updates mit (knappen) Informationen zu den teilweise mit und teilweise auch ohne Authentifizierung ausnutzbaren Sicherheitslücken geben die Advisories von Microsoft:

Das BSI hat die IT-Bedrohungslage “Gelb” ausgerufen

In seiner aktuellen Sicherheitswarnung bewertet das BSI die aktuelle Bedrohungslage (ein vierstufiges Systems von Grau über Gelb und Orange bis Rot) noch mit Gelb. Die Beschreibung zur Stufe Gelb lautet: “IT-Bedrohungslage mit verstärkter Beobachtung von Auffälligkeiten unter temporärer Beeinträchtigung des Regelbetriebs”.

Schon im März dieses Jahres hatten Exchange-Lücken zu einer Rot-Bewertung geführt, weil Microsoft erst Updates bereitgestellt hatte, als die Angriffe schon liefen. Deshalb waren allein in Deutschland zehntausende Rechner auf Basis der März-Lücken über das Internet angreifbar, und weltweit sollen sogar hunderttausende Systeme von der Hackergruppe “Hafnium” übernommen worden sein.

Bei den vier aktuellen Lücken haben Admins aber die Chance, sie zu schließen, bevor die Angriffe losgehen. Ein Zusammenhang zwischen den Lücken im März und den aktuellen Lücken ist dem BSI übrigens nicht bekannt.

Weitere Patches gegen Exchange-Lücken sind zu erwarten

Vermutlich ist die Gefahr von Angriffen auf Schwachstellen in Exchange auch mit den aktuellen Patches noch nicht beendet, denn beim Hackerwettbewerb Pwn2Own 2021 haben gleich drei Forscher-Teams den Exchange Server gehackt. Details dazu finden Sie in einem Blogeintrag der Zero Day Initiative (ZDI), der die Ergebnisse des Hackerwettbewerbs auflistet.

Jetzt räumt die ZDI den Unternehmen noch jeweils 90 Tage Zeit ein, um Patches für ihre Software zu entwickeln, bevor sie dann Details zu den Exploits veröffentlicht.

Es ist also zu hoffen, dass Microsoft aktuell schon an den nächsten Sicherheitsupdates für den Exchange Server arbeitet und diese auch nach Möglichkeit fertigstellt, bevor die Bedrohungslage wieder von Gelb zu Orange oder sogar zu Rot wechselt…

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Millionenspende für die Grünen aus Bitcoin-Vermögen

Zum ersten Mal haben die Grünen eine Parteispende in Höhe von einer Million Euro erhalten, wie der Bundestag gestern auf seiner Internetseite veröffentlichte. Es ist der höchste Betrag, den die Umweltpartei jemals als Einzelspende erhalten habe, kommentierte eine Sprecherin der Grünen.

Nach Angaben dieser Sprecherin ist das Geld für den Bundestagswahlkampf gedacht. Es kommt von einem Parteimitglied aus Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.

Der selbstständige Softwareentwickler wolle mit seiner Spende einen Impuls für einen Politikwechsel hin zu mehr Umwelt- und Klimaschutz geben, erläuterte die Sprecherin. Das Geld soll aus Gewinnen aus der Digitalwährung Bitcoin stammen:

„Der Spender hat uns gegenüber deutlich gemacht, dass er diese Gewinne als unverdienten Reichtum ansieht, den er nicht für sich beanspruchen, sondern gesellschaftlich einsetzen möchte, für etwas, das seiner Überzeugung entspricht“, sagte die Sprecherin. „Inzwischen sieht er das Bitcoin-System kritisch, unter anderem auch vor dem Hintergrund, dass die nötigen Rechenoperationen riesige Mengen Strom verbrauchen.“

Der Bitcoin ist ein echter Energiefresser und Klimaschädling

Forscher schätzen, dass 2024 nur in China das Bitcoin-Mining knapp 297 Terawattstunden elektrische Energie verschlingt. Das entspricht mehr als der Hälfte des deutschen Stromverbrauchs im Jahr 2020.

Schon jetzt liegt der Energieaufwand für Bitcoin laut dem Bitcoin Electricity Consumption Index der Universität Cambridge hochgerechnet bei ca. 141 Terawattstunden pro Jahr.

Jede Bitcoin-Transaktion beschleunigt den Klimawandel massiv

Nach einer Studie der Bank of America werden bei einer Transaktion im Wert von 50.000 US-Dollar ca. 270 Tonnen CO2 freigesetzt, also genau so viel wie von 60 Verbrenner-Autos pro Jahr!

Das heißt auch, dass die Spende von einer Million an die Grünen an vielen Orten in der Welt genau so viel CO2 freigesetzt hat, wie 1.200 Autos mit Verbrennungsmotor in einem Jahr!

Für eine einzige Bitcoin-Transaktion werden nach der Datenbank Statista im Schnitt 741 Kilowattstunden an elektrischer Energie benötigt. Bei einem Strompreis von 32 Cent sind das satte 237 Euro, die eine Bezahlung mit Bitcoin letztlich kostet.

Die exorbitanten Stromkosten bleiben für Bitcoin-Nutzer unsichtbar

Stellen Sie sich einmal vor, sie zahlen ihren 20- bis 50-Euro-Einkauf im Supermarkt mit Bitcoin und müssten zusätzlich 237 Euro, also ein Vielfaches davon, als Gebühr zusätzlich an der Kasse abdrücken – Ihre Begeisterung für diese Kryptowährung wäre doch völlig dahin…

Leider werden diese Kosten aber für den Benutzer nicht direkt sichtbar. Er spürt zwar sehr massiv die Folgen fürs Klima, kann sie aber nicht seinen Bitcoin-Zahlungen zuordnen, denn die Stromkosten tauchen nur verteilt bei den Betreibern der die Transaktionen verarbeitenden Rechner auf, und die klimaschädlichen Emissionen sind auch über den gesamten Planeten verteilt…

Die Politiker sorgen sich nur um die Währungshoheit ihrer Notenbanken

Und die Politik macht sich zwar Gedanken um den Bitcoin und andere Blockchain-Währungen, allerdings nicht etwa wegen der exorbitanten Stromkosten oder die dadurch verursachten Stromkosten:

Unsere Politiker machen sich nur Sorgen, durch Kryptowährungen die Hoheit über die Zahlungsmittel dieser Welt zu verlieren und wollen deshalb eigene Kryptowährungen wie zum Beispiel den Krypto-Euro herausgeben.

Man kann zwar Feuer mit Feuer bekämpfen, den Teufel mit Beelzebub aber eher nicht und schon gar nicht eine Kryptowährung mit einer anderen…

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Der Börsengang der Kryptobörse Coinbase an der Nasdaq

Für die Welt des Kryptogeldes war es gestern ein historischer Moment, als die Kryptobörse Coinbase in den Handel an der Nasdaq startete. Und auch die Anleger waren offenbar begeistert:

Die Aktie der größten amerikanischen Kryptobörse startete gestern Nachmittag (Ortszeit) bei 381 Dollar und lag damit 55 Prozent über dem Referenzpreis von 250 Dollar, der am Abend zuvor festgelegt worden war.

In nur zwei Minuten schoss die Aktie auf über 400 Dollar hoch, und fünf Minuten später notierte das Papier in einem recht volatilen Handel bei 422 Dollar. Das entsprach einer Unternehmensbewertung von über 100 Milliarden Dollar. 

Das Papier verlor dann aber im Handelsverlauf an Schwung und schloss bei 328 Dollar.

Foto: Coinbase
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Der Microsoft-Patchday im April

Zum April-Patchday hat Microsoft unter anderem eine Schwachstelle im Desktop Window Manager in Windows 10 & den Serverversionen beseitigt, die aktuell schon aktiv ausgenutzt wird.

Am gestrigen Patch Tuesday hat Microsoft über 100 Schwachstellen in verschiedenen Produkten beseitigt – der bisher umfassendste Patchday des Jahres 2021.

19 der Schwachstellen wurden als „Kritisch“ bewertet, 88 Schwachstellen-Fixes gelten als „Important“ und eine als „Moderate“. Nutzer von Windows und weiterer Microsoft-Software sollten dafür sorgen, dass ihre Systeme die notwendigen Updates auch erhalten. Über Windows Update werden die Windows-Aktualisierungen normalerweise automatisch heruntergeladen.

Satte vier der kritischen Schwachstellen betreffen das bereits seit letztem Monat verstärkt von Angreifern anvisierte Email- und Groupware-System Exchange Server. Hier sollten die Benutzer besonders gewissenhaft und auch möglichst umgehend updaten, weil die jetzt geschlossenen Lücken Angriffe aus der Ferne mit anschließender Codeausführung (Remote Code Execution) möglich machen können.

Details zu den verfügbaren Exchange-Updates nennen zudem folgende Advisories:

Eine übersichtliche Liste aller mit den April-Patches geschlossenen Sicherheitslücken finden Sie in einem Blog-Eintrag der Zero Day Initiative von Trend Micro. Zusammenfassende Informationen bieten wie immer auch Microsofts Release-Notes zu den April 2021 Security Updates.

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