Das Maximum der Perseiden kommt heute Nacht

Anfang letzter Woche begann wieder der stärkste Meteoritenschauer, die auch als Laurentiustränen bekannten Perseiden, deren Sternschnuppen dem namensgebenden Sternbild Perseus, das zu dieser Jahreszeit in nordöstlicher Richtung am Himmel steht, entgegen zu rasen scheinen.

Die Perseiden sind ein jährlich wiederkehrender Meteorstrom. Das Maximum mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde wird in der kommenden Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet.

Bei diesen Mini-Meteoriten handelt es sich genau genommen um die Reste des Kometen Swift-Tuttle, die in der Umlaufbahn der Erde um die Sonne liegen und dann beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen.

Maximum: 12. August 2022 3 Uhr morgens

Die meisten Sternschnuppen kann man in der kommenden und der darauffolgenden Nacht sehen, wenn man in Richtung Nordosten schaut.

In der Stadt stört allerdings auch in klaren Nächten immer das helle Umgebungslicht von Straßenbeleuchtung, Gebäuden und Fahrzeugen, die sogenannte Lichtverschmutzung. Bessere sieht das auf dem Land bei erheblich dunklerem Himmel aus.

Der Vollmond als Störfaktor

In diesem Jahr stört besonders der Vollmond, der an diesem Wochenende die Sternschnuppen überstrahlen dürfte…

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Preise für DDR4- und DDR5-Arbeitsspeicher sinken weiter

Inzwischen drücken Chiphersteller ihre DRAM-Bausteine zu günstigeren Preisen in den Markt, um die Nachfrage zu stärken. Das kommt auch Desktop-PCs und Notebooks zugute, die immer häufiger mit 8 statt 4 GB angeboten werden.

Hohe Lagerbestände von Speicherchips bringen die ersten Chiphersteller zu aggressiveren Preisgestaltungen. Die Marktforscher von Trendforce gehen deshalb davon aus, dass die DRAM-Preise bis zum Jahresende stärker fallen werden als bisher angenommen.

Die Prognose für 2022

Die Preise sollen nach der aktuellen Prognose im jetzt laufenden dritten Quartal rund 13 bis 18 Prozent und weitere 3 bis 8 Prozent im vierten Quartal nachgeben.

Trendforce ergänzt im eigenen Bericht, dass die Preislage um den Jahreswechsel herum schwierig abzuschätzen ist; ein genereller Abwärtstrend sei nicht auszuschließen. Die geraade laufenden Preissenkungen gehen offenbar von südkoreanischen Herstellern aus, wo unter anderem die beiden DRAM-Weltmarktführer Samsung und SK Hynix ansässig sind.

Die Kostensenkungen bei den DRAM-Chips übertragen sich erfahrungsgemäß nicht proportional auf die Preise fertiger Speicherriegel, zeigen aber die Richtung, wo die Reise hingeht.

Bei DDR4-DRAM fallen die Preise im deutschen Handel schon seit dem letzten April. Ein Kit mit 32 GByte DDR4-3000 etwa gibt es derzeit schon ab 95 Euro.

Bei DDR5-Riegeln schwanken die Preise stärker: Es gibt dort ein einzelnes 32-GByte-Kit ab 135 Euro, während das nächst günstigste 180 Euro kostet.

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Foto: In Berenbrock wird der Mais geerntet

Inzwischen läuft rund um Lüdinghausen wie hier in Lüdinghausen-Berenbrock schon die Maisernte, die in “normalen” Jahren ja eigentlich erst im September an der Reihe ist.

Die Mähmaschine ist schon ein starkes Gerät mit immerhin 16 Rädern und erinnert mit ihrem Kettenantrieb an den Vorderrädern an einen Panzer – da möchte man nicht wirklich unter die Räder kommen.

Das Foto bringt beim Vergrößern mit ein paar Mausklicks noch viele Details zum Vorschein.

Foto: Dr. Martin Merz, Canon EOS 600D, CC BY-SA 4.0

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Patchday August 2022 mit Updates für Windows 10 und 11

Zum August-Patchday am gestrigen zweiten Dienstag des Monats hat Microsoft routinemäßig neue Updates für Windows 10 und Windows 11 mit  den neuesten Sicherheitsupdates und diversen Fehlerbehebungen veröffentlicht.

Für Windows 10 gibt es das Update KB5016616, das bei den Versionen 20H2, 21H1 und 21H2 die OS Builds auf 1904x.1889 anhebt.

Eine funktionale Neuerung gibt es in KB5016616 auch – zumindest, wenn man das optionale Update von Ende Juli noch nicht installiert hat: Bei Fokussitzungen ist das die Möglichkeit, wichtige Benachrichtigungen wie beispielsweise eingehende Anrufe auch während einer Fokussitzung durchstellen zu lassen, während ansonsten alle anderen Benachrichtigungen stummgeschaltet bleiben.

Außerdem wurden diverse Fehler beseitigt, unter anderem sind das Probleme beim Drucken, Einloggen und bei der Audio-Ausgabe in Spielen. Beim Betrieb an einer Docking Station konnte Windows 10 beim Aufwachen aus dem Standby die Internetverbindung verlieren, dieser Fehler sollte jetzt auch behoben sein.

Das vollständige Changelog findet man wie üblich bei Microsoft.

Wer schon mit Windows 11 arbeitet, erhält mit dem Update KB5016629 die OS Build 22000.856, neben aktuellen Sicherheitspatches wurde dort unter anderem ein Problem beseitigt, das dazu führen konnte, dass sich das Startmenü nicht öffnen ließ.

Eine weitere Neuerung: Nimmt man einen neuen PC mit Windows 11 in Betrieb, kann jetzt schon bei der Ersteinrichtung geprüft werden, ob eine neuere Version von Windows 11 zur Verfügung steht. Ein Update auf diese neue Version kann nach dem Abschluss der Einrichtung dann direkt angestoßen werden. Das dient vermutlich der Vorbereitung von Windows 11 Version 22H2.

Auch hier ist das vollständige Changelog wie üblich bei Microsoft zu finden.

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Kurz erklärt: Zertifikat von AllOfUs.de gewechselt

Heute Nacht war es mal wieder soweit: Das kostenlose SSL-Zertifikat unseres Blogs von Starfield wurde turnusmäßig gewechselt.

Man braucht so ein Zertifikat, um sichere HTTPS-Verbindungen zu den Seiten zu ermöglichen. Fehlt es oder ist es nicht korrekt implementiert, geht das kleine Schloss in den Browsern nicht zu, welches das Vorliegen einer sicheren Verbindung signalisiert.

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Geplante Obsoleszenz: Epson und die Tintenschwämme

Eigentlich funktionieren die Drucker noch tadellos, aber in einem angebliches Risiko durch volle Tintenschwämme sieht Druckerhersteller Epson einen Grund, die Geräte jetzt zu deaktivieren.

Aktuell deaktiviert der japanische Hersteller Epson noch funktionierende Drucker mit dem Hinweis darauf, dass “ein Teil im Drucker das Ende der Nutzungszeit” erreicht habe, berichtet das Blog Fight to Repair. Auf Twitter und in anderen Portalen gab es Nutzer, die über das Problem berichteten, und auch Epson selbst “erklärt” das “angebliche Problem” auf seiner Webseite.

Die Begründung für die geplante Obsoleszenz ist hanebüchen

Davon betroffen sind unter anderem die Druckermodelle L130, L220, L310, L360 und L365. Deren Benutzer erhalten beim Start des Druckers einen Hinweis, dass ihr Drucker nicht mehr funktioniere. Die Ursache ist ein Schwamm, der im Boden des Druckers verbaut ist und Tintenspritzer auffängt, die beim Drucken entstehen können. Laut Epson nehmen die Schwämme Tinte während der Reinigung der Düsen oder beim Druck von randlosen Fotos auf.

Epsons argumentiert, dass die Schwämme irgendwann so voll sein sollen, dass es zu Beschädigungen an der Ausstattung zu Hause kommen könne. Damit meint der Hersteller vermutlich, dass Tinte austreten kann. Je nachdem, wie viel die Nutzer drucken, kommt die Sperre der Geräte früher oder später. Grundsätzlich sollten aber zum Zeitpunkt der Sperre schon weitere Teile ihren End-of-Life-Zeitpunkt erreicht haben.

Ein Ersatzteil dafür gibt es nicht – ein Argument aber wohl

Epson liefert dabei selbst ein Argument dagegen, dass die Deaktivierung unbedingt nötig ist, denn mit Hilfe eines Computerprogramms lässt sich der Zähler, anhand dessen die Abschaltung aktiviert wird, wieder zurücksetzen.

Das klappt allerdings nur einmal, gestattet es aber, den Drucker noch für eine “kurze Zeit” weiterzuverwenden, erklärt Epson. Das dafür nötige Programm gibt es allerdings nur für Windows-Nutzer; wer einen Apple- oder Linux-Rechner benutzt, kann den Zähler nicht zurücksetzen.

Der Tausch des Schwamms ist offenbar auch für Laien problemlos möglich: Auf Youtube gibt es mehrere Anleitungen, wie das Teil gewechselt werden kann. Den Schwamm dafür müssen sich Ndie Nutzer aber selbst zurechtschneiden, denn als Ersatzteil gibt es ihnj von Epson nicht.

Epson empfiehlt, statt der Reparatur einen neuen Drucker zu kaufen, wenn die Schwamm-Deaktivierung erfolgt – dann lohne sich eine Reparatur angeblich nicht mehr. Dabei ist es für den Hersteller offenbar völlig egal, dass der betroffene Drucker ansonsten noch tadellos funktioniert.

Epson kann es offenbar nicht lassen

Epson stand schon in der Vergangenheit in der Kritik, noch funktionierende Geräte vorzeitig abzuschalten und dadurch deren Nutzungszeit künstlich zu verkürzen, also die sogenannte “geplante Obsoleszenz” einzusetzen, um neue Drucker verkaufen zu können…

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Zum Weltkatzentag: Schrödingers Katze

Aus gutem Grund zeigt unser Headerbild heute ein Paar leuchtend himmelblaue Katzenaugen: Heute ist wieder der Weltkatzentag.

Mein Lieblingskatzenbild dazu zeigt allerdings nicht etwa das übliche süße und niedliche Katzenbaby in irgendeiner lustigen Szene. Ich bevorzuge Schrödingers Katze – ein Erklärmodell zur Quantenmechanik, das kaum jemand wirklich versteht…

Bei Schrödingers Katze handelt es sich um ein von dem österreichischen Physiker Erwin Schrödinger (1887–1961) vorgeschlagenes Gedankenexperiment, das dazu dienen soll, die Unvollständigkeit der Quantenmechanik zu demonstrieren, wenn man vom Verhalten subatomarer Systeme auf das makroskopischer System zu schließen versucht.

Wie sich der Makrokosmos zeigt

Schauen wir uns zunächst mal im Makrokosmos um. Damit ist alles gemeint, was wir mit bloßem Auge sehen können: Sämtliche Lebewesen und Gegenstände in unserem Alltag sind auf den ersten Blick immer an einem einzigen Ort und haben auch konkrete Werte. Kater Merlin kann also zum Beispiel trotz seines zauberhaften Namens nicht gleichzeitig auf dem Sofa und im kuscheligen Bett liegen. Er kann auch nicht gleichzeitig vier und fünf Kilogramm wiegen.

Der Mikrokosmos kommt sehr anders daher

Aber für den Mikrokosmos und damit für das, was die Quantentheorie beschreibt, gelten diese Regeln nicht. In der Quantentheorie geht es um die kleinsten Teilchen der Materie wie Atome oder Elektronen.

Diese können nämlich gemäß den quantentheoretischen Grundlagen an mehreren Orten gleichzeitig sein und auch verschiedene Eigenschaften gleichzeitig besitzen. So kann ein Atom beispielsweise zur gleichen Zeit zerfallen und auch nicht zerfallen. Quantenphysiker bezeichnen diesen Zustand als „kohärente Überlagerung“.

Klingt seltsam, oder? Genau das wollte der österreichische Nobelpreisträger und Physiker Erwin Schrödinger auch verdeutlichen. Er erfand 1935 dieses Gedankenexperiment, das die Unterschiede der physikalischen Gesetze im Makro- und Mikrokosmos auf die Spitze treibt:

Das Gedankenexperiment

In einer geschlossenen Box befinden sich ein radioaktives Atom, ein Geigerzähler, ein mit diesem verbundener Hammer, ein Glas mit Gift und natürlich eine Katze. Schrödingers Katze halt…

Wenn das radioaktive Atom zerfällt, zeigt der Geigerzähler das an und aktiviert dabei den Hammer, der das Glas mit Gift zerschlägt. Das Gift tritt dann aus und führt so dazu, dass die Katze tot ist, sobald das Atom zerfällt.

Allerdings ist extrem unklar, ob und wann das Atom zerfällt. Nach den Regeln der Quantenmechanik befindet sich das Atom aber in der besagten kohärenten Überlagerung, während wir es nicht beobachten, wobei Quantenmechaniker von „Superposition“ sprechen: Es ist damit weder zerfallen noch nicht-zerfallen.

Ist die Katze tot oder lebendig?

Für Schrödingers Katze bedeutet dies bei geschlossener Box und nach den Gesetzen der Quantenmechanik: Sie ist weder tot noch lebendig. Erst wenn wir die Box öffnen, sehen wir entweder eine tote oder eine lebendige Katze.

Wobei Penny aus der Wissenschaftssoap “The Big Bang Theory”, die von einem Bauernhof im US-Rustbelt kommt, die Diskussion mit dem Hinweis abwürgte, dass man doch riechen könne, wie es um die Katze in der Kiste steht… 😎

Bild: Wikipedia, Martin Bahmann, CC BY-SA 3.0
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Toyota: Rückkauf schon zurückgerufener E-Autos

Der Autohersteller Toyota bietet Kunden den Rückkauf seiner Elektro-SUVs an, nachdem diese schon im Juni wegen loser Radnabenschrauben zurückgerufen wurden.

Toyota kauft jetzt zurückgerufene Elektroautos zurück, wenn das Vertrauen der Kunden auf andere Weise nicht wiederhergestellt werden kann.

Der Hersteller musste das neue Elektroauto bZ4X schon zurückrufen, weil die Gefahr besteht, dass diese Fahrzeuge ihre Räder während der Fahrt verlieren. Davon betroffen sind etwa 2.700 Autos. Die Rückrufaktion kam nur zwei Monate nach der Markteinführung des Modells – die losen Radnabenschrauben hatte der Hersteller nicht bemerkt.

Die erste Reaktion: Fahrzeuge nicht mehr bewegen

Als erste Reaktion warnte Toyota alle Besitzer eines bZ4X davor, ihre Fahrzeuge zu bewegen. Stattdessen sollten sie ihren Händler informieren, der die Autos abholen und reparieren und im Gegenzug kostenlose Leihwagen zur Verfügung stellen sollte.

Weitere Reaktionen von Toyota

Einem Bericht von Electrek zufolge haben die Kunden von Toyota noch mehrere darüber hinausgehende Entschädigungen angeboten bekommen, unter anderem eine Gutschrift in Höhe von 5.000 US-Dollar, eine verlängerte Garantie und auch das kostenlose Aufladen an EVgo-eigenen Ladestationen in den USA bis Ende 2024.

Wer aber von Toyotas Fauxpas so enttäuscht ist, dass er oder sie das Auto jetzt gar nicht mehr fahren will, kann es zurückgeben und erhält im Gegenzug sein Geld zurück. Toyota fügte laut dem Bericht noch hinzu, dass der Rückkauf natürlich vom Zustand des Fahrzeugs abhängt…

Rückrufe auch schon von anderen Herstellern und Modellen

In den letzten Monaten gab es schon mehrere Rückrufe neuer Elektroautos von anderen Herstellern. Das betraf unter anderem den Ford Mustang Mach-e, den Lucid Air und die Modelle Hyundai Ioniq 5 und Kia EV6.

Screenshot: Toyota
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Foto: Die Zeit der Dahlien

Wenn der Sommer seinen Höhepunkt überschritten hat, ist auch Zeit der Dahlien gekommen. Dieses Exemplar mit seiner beeindruckenden Blüte in heißem Rot und Gelb gehört zu den ersten Vertretern dieser Art in der Saison.

Durch mehrfaches Anklicken mit der Maus lässt sich das Bild in Stufen vergrößern.

Foto: Dr. Martin Merz, Smartphone Huawei P8, CC BY-SA 4.0

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Klimawandel: Fast nur noch weibliche Meeresschildkröten

In den letzten Jahren war bei fast allen frisch geschlüpften Meeresschildkröten in Florida das weibliche Geschlecht ausgeprägt, was höchstwahrscheinlich auch mit der Erderwärmung zusammenhängt, denn bei vielen Reptilien wie Krokodilen oder Schildkröten bestimmt die Umgebungstemperatur der Eier das Geschlecht der Schlüpflinge – das nennen die Biologen “temperaturabhängige Geschlechtsbestimmung”.

Fast jede Meeresschildkröte, die in den vergangenen vier Jahren an den Stränden des US-Bundesstaats Florida geschlüpft ist, ist weiblich. Daran ist offensichtlich der heiße Sand schuld. “Es ist beängstigend: Die letzten vier Sommer waren die heißesten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen”, bestätigt Bette Zirkelbach der Nachrichtenagentur Reuters.

Zirkelbach leitet eine Schildkröten-Klinik in Marathon, einer Stadt auf den Florida Keys, der Kette tropischer Inseln im Süden von Florida. “Wissenschaftler, die sich mit dem Schlüpfen von Meeresschildkröten befassen, haben in den letzten Jahren keine einzige männliche Schildkröten gefunden…”

Heißer Sand erzeugt weibliche Nachkommen

Nach den Erläuterungen der US-Seebehörde National Ocean Service  hängt das Geschlecht von Meeresschildkröten davon ab, wie warm es die Eier in der Brutzeit haben. Ist die Umgebungstemperatur dabei unter 27 Grad Celsius, werden die Schildkrötenbabys männlich, und bei über 31 Grad Celsius werden sie weiblich. Temperaturen im Zwischenbereich ergeben eine Mischung aus den beiden Geschlechtern.

Daraus folgt: Je heißer also der Sand, desto mehr Weibchen unter den Meeresschildkröten. “Angesichts des Klimawandels könnten erhöhte Temperaturen zu verzerrten oder sogar tödlichen Brutbedingungen führen, was Auswirkungen auf Schildkrötenarten und auch andere Tierarten haben könnte”, warnt der National Ocean Service.

Das befürchtet auch Melissa Rosales Rodriguez, eine Mitarbeiterin der erst kürzlich eröffneten Schildkröten-Klinik im Zoo von Miami. “Im Laufe der Jahre dürften wir einen starken Rückgang der Population beobachten”, sagt sie der Agentur Reuters.

Schon 2018 in Australien beobachtet

In einer Studie von 2020  über den Zusammenhang von Temperatur, Geschlecht und Klimawandel bei Meeresschildkröten wird die These aufgestellt, dass der Überhang weiblicher Tiere bei Hitze eigentlich das Überleben zum Ziel haben soll: Je heißer es wird, umso mehr Schildkröten sterben, weshalb es mehr Nachwuchs durch mehr weibliche Tiere braucht.

Vor vier Jahren gab es in Australien schon ganz ähnliche Beobachtungen. Dort waren ebenfalls nach einem sehr heißen Sommer 99 Prozent aller frisch geschlüpften Schildkröten weiblich, berichtete unter anderem National Geographic  unter Hinweis auf eine wissenschaftliche Untersuchung im Fachmagazin Current Biology.

Das Geschlecht der meisten Arten von Reptilien wie Schildkröten, Alligatoren und Krokodilen wird erst nach der Befruchtung festgelegt und dabei von der Umgebungstemperatur der Eier beeinflusst. Diesen Zusammenhang nennt man auch “TSD” (temperature-dependent sex determination – temperaturabhängige Geschlechtsbestimmung).

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