Zuviel Weißheit in Künstlichen Intelligenzen (KIs)

Nein, das ist kein Schreibfehler in der Überschrift. Mit „Weißheit“ sind weißen Stereotypen in intelligente Maschinen (Künstliche Intelligenzen, KIs) gemeint, die diese nahezu ausschließlich aufweisen, wie zwei Wissenschaftler der University of Cambridge jetzt herausgefunden haben.

Sie haben eine Abhandlung mit dem Titel „The Whiteness of AI (Die Weißheit von KIs)“ veröffentlicht, die zeigt, wie sehr weiße Stereotype das Bild von Systemen mit künstlicher Intelligenz prägen. Der Artikel beschäftigt sich sowohl mit realen als auch mit fiktiven intelligenten Maschinen.

Die beiden Wissenschaftler teilen in ihrer Arbeit die Maschinen in die Kategorien humanoide Roboter, Chatbots, virtuelle Assistenten und Stock-Images auf und bieten drei Interpretationen für die weiße Stereotypisierung von KI-Systemen an.

Über den Anthropomorphismus kann den Maschinen und Programmen eine Rassen zugeordnet werden, Was letztlich die Übertragung menschlicher Attribute auf die künstlichen Systeme bewirke. Außer offensichtlichen visuellen Merkmalen, die in der Regel eher weißen Vorbildern nahekommen, spiele auch die menschenähnliche Stimme oder die Art der Interaktion dabei eine Rolle.

Selbst die sehr künstlich daherkommenden Roboter wie Nao, Pepper und PR2 seien äußerlich weitgehend weiß designt. Noch auffälliger sei diese Zuordnung in der von Hanson Robotics vorgestellten Sophia, die 2017 sogar die Staatsbürgerschaft von Saudi-Arabien erhielt. Obwohl sie aus Asien stammt, zeigt die in Hongkong gebaute Roboterfrau ganz eindeutig kaukasische Züge.

Die Abhandlung der Cambridge-Forscher untersucht drei mögliche Begründungen für das dominant weiße Bild. Einerseits spiegele die Rassenzuordnung häufig die weißen Milieus wider, in denen sie entstehen, und andererseits führen die Autoren auf, dass Maschinen, die intelligent, professionell und mächtig sind, aus dem Blickwinkel vieler weißer Menschen wegen dieser Eigenschaften ihrer eigenen Rasse zuzurechnen sind.

Als Folge warnen Die Autoren warnen nun vor der Konsequenz, dass die weißen Stereotype farbige Menschen aus der weißen Utopie entfernen könnten. Über alles gesehen fördere die Darstellung Vorurteile und erzeuge eine Art Vorspannung (Bias) in Machine-Learning-Systemen. Das wiederum kann zu Entscheidungen führen, die andere ethnische Gruppen benachteiligen.

Ein Satz in der Arbeit bringt es deutlich auf den Punkt:  „Wenn weiße Menschen sich vorstellen, dass sie von überlegenen Wesen übertroffen werden, entsprechen diese überlegenen Wesen nicht den Rassen, welche die Weißen zuvor als minderwertig abqualifiziert haben. Denn ein weißes Publikum kann sich nicht vorstellen, dass es von schwarzen Maschinen übertroffen wird.

Als ersten Schritt zum Aufbrechen der Strukturen sehen die Forscher die Erkenntnis und das Eingeständnis, dass sie existieren, denn die weißen Stereotype dürften auf keinen Fall unsichtbar bleiben. Es sei unwahrscheinlich, dass die Mehrzahl der weißen Betrachter bei menschenähnlichen Maschinen eine Rassenzuordnung erkenne, weil diese nur bestätigt sähen, was ‚menschenähnlich‘ bedeute.

Für Nichtweiße (Das erinnert an die Rasxsebezeichnung Niet-Blanke für alles, was in Südafrika weder schwarz noch weiß war in Afrikaans) seien die weißen Stereotype hingegen niemals unsichtbar.

Den Originalartikel der Forscher kann man auch als PDF herunterladen.

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Foto: Mini-Orangenbaum mit Früchten

Passend zum Hochsommer ein Orangenbäumchen auf dem Dach des Forums Lüdinghausen – voll mit kleinen Früchten von wenigen Zentimeter Durchmesser. Bis die Orangen reif sind und die nach ihnen benannte Farbe haben, wird es wohl noch eine Zeit lang dauern…

Foto: Klaus Ahrens, Smartphone Huawei P6, CC BY-SA 4.0

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Gepatchte Sicherheitslücke immer noch offen

Sicherheitsforscher haben es geschafft, einen Patch auszutricksen, den Microsoft gegen eine Sicherheitslücke im Windows-Druckdienst bereitgestellt hat. Angreifer können über diese Lücke unter Umständen Schadcode mit Admin-Rechten ausführen, berichtet Bleeping Computer.

Ein im Mai veröffentlichter Fix sollte die Schwachstelle CVE-2020-1048 beseitigen. die in der Druckwarteschlange steckt. Die Forscher fanden nun heraus, dass der Patch nicht wirksam ist.

Nähere Details zu der neuen Sicherheitslücke, die inzwischen die Kennung CVE-2020-1337 erhalten hat, sind noch nicht bekannt, denn sie sollen erst nach der Freigabe eines neuen Patches veröffentlicht werden. Die Bereitstellung eines Patches ist im Rahmen des August-Patchdays am nächsten Dienstag, dem 11. August, vorgesehen.

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Have I Been Pwned soll Open Source werden

Der Quellcode der sehr hilfreichen Plattform Have I Been Pwned (HIBP) soll künftig als Open Source Software verfügbar sein, kündigte der Gründer, Entwickler und Betreiber von HIBP, der Sicherheitsforscher Troy Hunt aus Australien, auf seiner Internetseite an. Er bezeichnete den Schritt als eine direkte Reaktion auf die umfangreichen Beiträge der Community zu dem Dienst. HIBP sammelt Informationen über geleakte und gehackte Zugangsdaten von Internetusern.

Diese Informationen kann jedermann dazu nutzen, sich selbst zu informieren, ob die eigenen Zugangsdaten möglicherweise von einem Hack betroffen sind. Um diesen Dienst noch einfacher zugänglich und nutzbar zu machen, wurde HIBP unter anderem in Mozillas Firefox-Browser und in Googles Browser Chrome integriert. Auch andere Dienste wie die Passwortverwaltung 1Password nutzen die Informationen von HIBP.

Weil die Offenlegung nicht ganz so einfach machbar ist, will Hunt schrittweise bestimmte Teile der Anwendung freigeben, die dann als Open Source zur Verfügung stehen sollen.

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Google Maps bringt neues Follower-System

Nach einem Beitrags im Google-Blog nutzen aktuell mehr als eine Milliarde Menschen den Kartendienst Google Maps zum Navigieren und Erkunden der Welt. In Google Maps setzt der Suchmaschinenkonzern an vielen Stellen auf Beiträge der Community. Nutzer liefern regelmäßig Fotos und Rezensionen zu Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Hotels und anderen interessanten Locations.

Jetzt erleichtert Google das Auffinden solcher lokalen Empfehlungen mit einer neuen Funktion: Ab sofort kann man Google-Maps-Nutzer abonnieren, die Fotos, Bewertungen oder Listen veröffentlicht haben.

Folgt man einem Nutzer in Google Maps, erscheinen unter dem Tab „Updates“ dessen neuste Veröffentlichungen. Bisher konnten nur Unternehmen und Geschäfte öffentliche Beiträge verfassen, um ihre Kunden auf dem Laufenden zu halten. Jetzt kann jeder Nutzer des Kartendienstes jedem anderen Nutzer folgen.

Der Sinn der Sache erschließt sich aber auch auf den zweiten Blick nicht wirklich – Google Maps ist ja kein Soziales Netzwerk. Und der Mehrwert für Follower eines Nutzers, der normalerweise nur Beiträge zu seiner engen Nachbarschaft oder seinem eigenen Geschäft (Restaurant, Hotel) veröffentlicht, hält sich sicherlich in Grenzen…

Bild: Google
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Windows 10 kann Android-Apps starten

Mit der App „Ihr Smartphone“ ist es in Zukunft auch möglich, kompatible Android-Apps wie normale Windows-Programme unter Windows 10 laufen zu lassen.

Microsoft hat jetzt eine neue Funktion seiner Windows 10-App „Ihr Smartphone“ vorgestellt: Die App kann in Zukunft auf ihrem Android-Smartphone installierte Anwendungen in einem eigenen Fenster unter Windows 10 starten. Dazu sind allerdings ein paar Voraussetzungen nötig.

Voraussetzungen für den Start von Android-Apps

Erst einmal müssen die Benutzer Windows Insider sein und am Betaprogramm von Windows 10 teilnehmen. Der PC muss auch im Dev-, Beta- oder Release-Preview-Channel angemeldet sein und unter den entsprechenden Windows-Versionen laufen.

Dann funktioniert das Ganze aktuell auch nur in Verbindung mit Samsung-Smartphones: Die Liste der kompatiblen Geräte ist recht kurz und deckt neben Oberklassemodellen wie dem Galaxy Note 20 auch Einsteigergeräte wie das Galaxy A31 ab.

Wenn ein kompatibles (Samsung-)Smartphone mit einem geeigneten PC verbunden wurde, kann eine Android-App über die Ihr-Smartphone-App unter Windows 10 gestartet werden. Die Android-App läuft dann wie eine Windows-Anwendung in einem separaten Fenster, das man auch an die Taskleiste anheften kann.

Mit einigen Android-Apps funktioniert das nicht

Auf diese Weise gestarteten Apps lassen sich wie normale Windows-Programme bedienen, auch mit Maus, Tastatur und Touch-Eingaben. Microsoft weist allerdings darauf hin, dass es Android-Apps geben kann, die das Spiegeln auf den PC nicht gestatten und dort nur einen schwarzen Bildschirm anzeigen.

Im Moment ist es noch nicht möglich, mehrere Android-Apps gleichzeitig unter Windows 10 laufen zu lassen. Diese Funktion soll es aber im Laufe des Jahres auf dem neuen Galaxy Note 20 geben. Ob und wann die neue Funktion auch mit den Android-Smartphones anderer Hersteller klappt, ist momentan noch nicht bekannt.

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Vor 75 Jahren: Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki

Heute vor 75 Jahren gab es zum Ende des Zweiten Weltkrieges hin den ersten Abwurf einer Atombombe, die die USA verharmlosend „Little Boy“ (Kleiner Junge) nannten, auf die japanische Stadt Hiroshima.

Drei Tage später warfen die USA dann auch die zweite Atombombe „Fat Man“ (Dicker Mann) auf die Nachbarstadt Nagasaki ab. Das führte dann dazu, dass der japanische Kaiser (Tenno) am 2. September 1945 die bedingungslose Kapitulation Japans unterzeichnete und der Zweite Weltkrieg zu Ende war. Ein hoher Preis für die Zivilbevölkerung zweier großer Städte. Den Befehl zum Abwurf der beiden Atombomben hatte der damalige US-Präsident Harry S. Truman gegeben.

Die beiden Atombomben töteten schon bei den Explosionen über 100.000 Menschen  (überwiegend Zivilisten und verschleppte Zwangsarbeiter) und bis zum Ende des Jahres 1945 weitere 130.000 – und das war erst der Anfang. Das Foto zeigt den Atompilz von Fat Man über Nagasaki.

Little Boy und Fat Man waren die ersten und bisher auch einzigen Einsätze von Atomwaffen in einem Krieg auf unserem (einzigen) Planeten Erde. Es steht zu befürchten, dass es nicht die letzten sein werden…

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Foto: Ein Brauner auf der Sommerweide

Das Foto stammt aus dem September 2011 und hat die Stimmung am Abend eines typischen Spätsommertages im Münsterland besonders schön eingefangen:

Die schon tief stehende Abendsonne zeichnet lange Schatten ins Gras und Lichter auf Flanken und Hinterteil des Pferdes, während der dunkle Waldrand im Hintergrund mit seinem leichten Bokeh beim Betrachter die Kühle des Abends ahnen lässt.

Foto: Dr. Martin Merz, Canon EOS 600 D, CC BY-SA 4.0

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Nearby Share: Googles Antwort auf Apples Airdrop

Soeben hat Google hat mit der Verteilung die neue Funktion „Nearby Share“ für Android-Smartphones begonnen. Mit Nearby Share lassen sich Inhalten zwischen Android-Geräten einfacher austauschen. Apple bietet schon eine ähnliche Funktion unter der Bezeichnung AirDrop für seine iPhones und iPads an.

Protokolle: Bluetooth, Bluetooth Low Energy, WLAN oder WebRTC

Dabei automatisiert Nearby Share die Auswahl des besten Protokolls für denschnellen Dateiaustausch, und zwar sowohl online als auch offline. Möglich sind unter anderem unter anderem Bluetooth, Bluetooth Low Energy, direkte WLAN-Verbindungen oder WebRTC.

Die Benutzer können Dateien mit Nearby Share auch anonym senden und empfangen. Bei den Privatsphäreeinstellungen kann man aber auch festlegen, dass ein Gerät für andere Nearby-Share-Nutzer nicht zu sehen ist – oder dass die Sichtbarkeit auf festgelegte Kontakte beschränkt ist.

Wie Nearby Share funktioniert

Nearby Share startet man über die Teilen-Funktion von Android. Ein Klick auf „Nearby Share“ bringt eine Liste der in der Nähe verfügbaren Geräte an, die sich dann durch Antippen auswählen lassen.

Der Empfänger wird nun benachrichtigt, dass der Absender eine Datei mit ihm teilen will. Wenn der Vorgang von ihm akzeptiert wird, übertragt Nearby Share die Datei und zeigt sie dann auf dem Bildschirm des Empfängers an.

Noch nicht für alle Geräte

Zunächst gibt es Nearby Share nur auf bestimmten Pixel-Geräten und auf einigen Smartphones von Samsung, auf denen mindestens Android 6 installiert ist. Die Funktion In wenigen Wochen soll Nearby Share für weitere Android-Smartphones und auch für Chromebooks bereitgestellt werden.

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Der „Heiße Detlef“ bringt weit über 30°

Man sieht es schon am Headerbild unseres Blogs: Wenn dort das Thermometer auftaucht, ist es heiß in Deutschland. Diesmal wird das verursachende Hoch im Osten der „heiße Detlef“ genannt, und leider bringt der die Menschen nicht nur ins Schwitzen, sondern so manchen davon, besonders ältere und vorgeschädigte, auch an die Grenzen seines Kreislaufs.

Noch sind es erst 20°, aber am Nachmittag könnte sich das auf bis zu 34° steigern – und so soll es bald zehn Tage lang bleiben und sogar noch heißer werden. Das Sommerhoch macht seinem Namen alle Ehre. Da kann man bald nur hoffen, dass die Wetterfrösche mit ihren Vorhersagen daneben liegen…

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