40 Jahre Kunstkopf-Stereophonie

kunstkopfstereofonieZum Monatswechsel wurde die Kunstkopf-Stereofonie 40 Jahre alt. Ältere Leser verbinden das Wort „Kunstkopf“  vielleicht noch mit einer speziellen Tonaufnahmetechnik – der „Kopfhörer-Stereofonie“ oder auch binauralen Tonaufnahme, die am 31.8.1973 zur 29. Internationalen Funkausstellung vorgestellt wurde.

In einem verglasten Pavillon in einer der Messehallen konnte nur eine begrenzte Zahl von Interessierten mit dem Kopfhörer eine fünf Minuten lange Tonaufzeichnung anhören, deren Lebensechtheit damals alles übertraf, was man von „normalen“ Stereoaufnahmen kannte.

Man hörte nur ein Gespräch zwischen Vater und Sohn, aber die Stimmen der beiden konnte man exakt orten und die Bewegung der beiden durch ein Zimmer verfolgen.

Die Wartezeit für einen der Demoplätze betrug immerhin 24 Stunden!

Allerdings gab es kaum Quellen für das neue Verfahren. Ab 3. September 1973 gab es auch Hörspiele im Rundfunk, und die Fans der Kunstkopf-Stereofonie setzten regelmäßig die Kopfhörer auf…

Die Wikipedia erläutert das Verfahren so:

Der Kunstkopf besteht aus einer Kopfnachbildung, in der an Stelle der Ohren je ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik am Eingang der Gehörgänge mit der Nachbildung der Ohrmuscheln angebracht ist. Durch die abschattende Wirkung des Kopfes und die für das Gehör auswertbaren Gangunterschiede zwischen den beiden Mikrofonpositionen können Aufnahmen gemacht werden, die durch die so aufgenommen interauralen Signaldifferenzen, also die Ohrsignale, bei der Wiedergabe über Kopfhörer eine recht gute Richtungslokalisation der Schallereignisse vermitteln. Die Rechts-links-Lokalisation geschieht sicher, Oben-unten- und Vorne-hinten-Unterscheidungen sind dagegen schwieriger. Die direkte Vorne-Lokalisation scheint immer in einem bestimmten Winkel nach oben verschoben. Kunstköpfe können laut Physikalisch-Technischer Bundesanstalt auch zur Messung der Belastung der Ohren durch Kopfhörer und anderer „ohrnahen Schallquellen“ eingesetzt werden.

Das an Kopfhörer gebundene Verfahren hatte aber auch noch weitere Nachteile, die Sie in einem Bericht von Heise nachlesen können. Deshalb setzte es sich nicht wirklich durch.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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