Morgen starten die Anti-GEMA-Demonstrationen bundesweit

Die Rechteverwertungsgesellschaft GEMA hat offensichtlich große Angst vor den Demonstrationen gegen die geplante Tarifreform, die morgen bundesweit stattfinden werden.

Vorgestern versandte sie deshalb eine Email an ihre Mitglieder, die es echt in sich hat. Es sieht so aus, als würde die GEMA es bedauern, dass sie wegen des grundgesetzlich gesicherten Versammlungsrechts nicht rechtlich gegen die Demonstrationen vorgehen kann.

Die laute Kritik der vielen Medien und Kulturarbeiter stellt sie als „polemisch und unsachlich“ dar.

Die GEMA will die Öffentlichkeit auch mit „lancierten Medienberichten“ beeinflussen und setzt „Jubel-Teams“ auf den Sozialen Netzwerken ein. Dann versucht sie, ihre eigenen Mitglieder zu mobilisieren, gegen die Demonstranten mit im Mailanhang vorgegebenen „Argumenten“ vorzugehen.

Weil aber viele von denen extrem unzufrieden mit den aktuellen Strukturen wie der Monopolstellung der GEMA, der GEMA-Vermutung oder der GEMA-Bildungsverhinderung in den deutschen Kindergärten sind, haben manche von ihnen ihrerseits Emails an die GEMA geschrieben, andere die GEMA-Email bei Facebook und in anderen Sozialen Netzwerken veröffentlicht, um darüber zu diskutieren.

Und was steht nun in dieser ominösen GEMA-Email?

Die GEMA schreibt ja auch wörtlich in ihrer Email: „bitte ich Sie, diese Email und dieses Fact sheet an all jene weiterzuleiten, die diese Informationen womöglich nicht erreicht haben.“

Das machen wir doch gerne:

 

Betreff: Anti-GEMA-Demonstrationen am 06.09.: Hintergrundinformationen und Fakten Datum: Mon, 03 Sep 2012 13:48:06 -0400 Von: GEMA-Information <gema-newsletter@xmr3.com>

Liebe Mitglieder,

sicherlich haben Sie bereits aus der aktuellen Presseberichterstattung oder auf diversen Social-Media-Plattformen erfahren, dass für den 6. September 2012 an fast allen GEMA-Standorten und weiteren deutschen Städten Demonstrationen gegen die Tarifreform angekündigt sind – so in Berlin, Dortmund, Dresden, Frankfurt, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart.

Worum geht es?

Hauptveranstalter des Anti-GEMA-Tages am 06.09. ist das Aktionsbündnis Kultur-retten.de. Auf einer Kampagnenwebsite wird zu einer Demo zeitgleich an fast allen GEMA Standorten aufgerufen. Gefordert wird, die ab 2013 gültige Tariferhöhung zu verhindern, da diese die kulturelle Vielfalt im gesamten Veranstaltungssektor bedrohe und eine Vielzahl von Arbeitsplätzen im Veranstaltungsbereich gefährde. Der Veranstalter will mit der Website Kultur-retten.de eine Kommunikationsplattform und ein Netzwerk für alle bieten, deren Existenz direkt von den neuen Tarifen gefährdet sei. Der Tag wird über lokale Bündnispartner organisiert, die wiederum auf verschiedenen Kanälen zur Demo aufrufen und die Menschen mobilisieren. Ein zentraler Kanal ist hier Facebook. Aktuell sieht der Ablauf in Berlin und München wie folgt aus:

Wie agieren wir?

Ein rechtliches Vorgehen der GEMA dagegen ist – auch wenn von den Organisatoren vielfach mit falschen und polemischen Behauptungen gearbeitet wird – aufgrund des grundgesetzlich gewährleisteten Versammlungsrechts nicht möglich. 

Unser Ziel ist es, die Diskussion zu versachlichen.

Wir bereiten uns kommunikativ sowie medial darauf vor – im Vorfeld über Interviews, Statements und lancierte Medienberichte und ein Schreiben an die Diskotheken- und Clubbetreiber. Am Tag selbst laden wir die Presse in alle Bezirksdirektionen und Generaldirektionen zu einem Gespräch ein. Die Dynamik in den Social-Media-Kanälen verfolgen wir mit einem erweiterten Backup-Team, das hier schnell und schlagkräftig posts und tweets kommentiert und die Diskussion rund um die Demo sachlich steuert.

Was können Sie tun?

Einige von Ihnen unterstützen unsere Medien- und Kommunikationsarbeit bereits aktiv in der Öffentlichkeit, in der Politik als auch auf unseren Social-Media-Kanälen GEMAdialog. An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen ganz herzlich dafür bedanken. Denn: Ihre Argumente, Ihr Eintreten für eine angemessene Vergütung der Urheber und Ihr Wort finden Gehör. Sie als Musikurheber sind in dieser Forderung glaubwürdig.

In der Diskussion um die neuen Tarife ist Ihr Wort als Urheber mehr denn je gefragt.

Um diese Diskussion auch argumentativ zu führen, haben wir für Sie ein Dokument erarbeitet, indem wir die Tarifreform stichpunktartig plakativ zusammengefasst haben. Wir wollen Ihnen damit weitere schlagkräftige Argumente für die Diskussion liefern.

Da unsere Datenbank aktuell leider nur rund 33.000 E-Mail-Adressen umfasst, bitte ich Sie, diese Email und dieses Fact sheet an all jene weiterzuleiten, die diese Informationen womöglich nicht erreicht haben.

Ich danke Ihnen sehr für Ihre Unterstützung und verbleibe mit den besten Grüßen,

Ursula Goebel

Edit KA: Hier gibts die angehangene „Argumentationshilfe“ zum Runterladen: CLICK

Direktorin Marketing

Leitung Kommunikation & PR

GEMA Generaldirektion
Marketing & Kommunikation
Rosenheimer Straße 11, 81667 München
Telefon: +49 89 48003-426
Fax: +49 89 48003-424

E-Mail: ugoebel@gema.de 
Internet: www.gema.de

GEMA – Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte USt-ID-Nr. der GEMA: DE136622151 Vorstand: Dr. Harald Heker (Vorstandsvorsitzender), Lorenzo Colombini, Georg Oeller

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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