Abofalle Justfab umgeht beim Schuhkauf die Buttonlösung

Das amerikanische Unternehmen Justfabulous Inc. hat vor drei Monaten unter Justfab.de einen Onlineshop für Deutschland und Österreich eröffnet. Dort kann man nach einem Bericht von Golem ungewollt eine Mitgliedschaft abschließen, die zur Zahlung von 39,95 € monatlich verpflichtet.

Von der vorgeschriebenen Buttonlösungwie z.B. „Ich möchte eine Einkaufsklubmitgliedschaft für monatlich 39,95 Euro abschließen“ ist dort nichts zu sehen.

Die Schuhe kosten mit Mitgliedschaft 19,97 €, für Gäste aber 59 €. Wer dien günstigeren Preis wählt, liest dann: „Kostenlose Mitgliedschaft – werde bei Deinem ersten Einkauf automatisch Mitglied. Alle Styles für nur 39,95 Euro. Deine einzige Verpflichtung ist, Deine Boutique einmal bis zum 5. des Monats zu besuchen.“

Legt man Schuhe in den Warenkorb und gibt vorher eine Emailadresse und einige persönliche Daten ein, ohne jedoch einem Einkauf zuzustimmen, bekommt man nach 30 Minuten eine Email, die einen bei Justfab willkommen heißt.

Einen Monat nach dem ersten Einkauf für 19,97 Euro erhält der Nutzer eine Email mit dem Betreff: „Denke daran: Bis zum 5. Shoppen oder pausieren.“ Wer nicht darauf reagiert, dem bucht Justfab 39,95 Euro vom Bankkonto ab.

Auf der Facebook-Seite des Unternehmens beschweren sich Kundinnen, dass ihnen Geld vom Konto abgebucht wurde, obwohl sie sich nur registriert und überhaupt nichts eingekauft haben.

In einer Email vom Justfab-Kundendienst kann man lesen: „Solltest Du vergessen haben den Button zu drücken, werden 39,95 Euro von Deinem Bankkonto abgebucht und auf Deinem Justfab Konto gutgeschrieben. Dieses Guthaben ist jederzeit gegen einen Style Deiner Wahl eintauschbar; es geht Dir nichts verloren. Eine Rückbuchung auf Dein Bankkonto ist nicht möglich.“

Justfab behauptet, dass die Nutzer in den AGB und mit der Lieferung eindeutig auf die Klubmitgliedschaft hingewiesen würden. „Der Pausieren-Button kann immer wieder gedrückt werden. Wenn sie wollen, hundert Jahre lang. Jeder kann auch als Gast einkaufen. Wir haben das Prinzip des Klubs aus den USA übernommen, das ist vollkommen legal. Die Artikel sind handverlesen, und die Menschen, die das machen, wollen auch bezahlt werden.“

Jetzt prüft die Berliner Verbraucherzentrale das Offensichtliche, nämlich ob Justfab eine illegale Abofalle ist.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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8 Antworten zu Abofalle Justfab umgeht beim Schuhkauf die Buttonlösung

  1. Jessy sagt:

    Hallo,
    ich habe schon vor einiger Zeit unwissentlich eine VIP-Mitgliedschaft bei Justfab abgeschlossen.
    Nachdem ich das dann mitbekommen hatte, habe ich immer artig zwischen dem1. und 5. des Monats pausiert, damit mir nicht monatlich 39,95 € abgebucht werden (warum ich da noch nicht gekündigt hatte lag wohl daran, dass ich dachte, ich müsse es schriftlich machen und einfach keine Zeit hatte und später nicht daran gedacht habe). Im Januar ist es mir dann zum ersten Mal passiert, dass ich vergessen habe zu „pausieren“ und ich somit einen sogenannten „Crédit“, also Gutschein, „gekauft“ habe (die 39,95 wurden mir via PayPa automatischl abgebucht).
    Daraufhin rief ich bei Justfab an und forderte mein Geld zurück.
    Die freundliche Kundenbetreuerin erklärte mir, dass ich das Geld leider nicht zurück erhalten könne, dieser „Crédit“ jedoch auch nicht verfallen würde und ich ihn jederzeit für meine Einkäufe nutzen könne.
    Ich war ziemlich sauer und fragte, was passieren würde, wenn ich nun meine Mitgliedschaft kündigen würde. Die Dame meinte, dass in diesem Fall eine „Basismitgliedschaft“ erhalten bleiben würde, in der ich meinen „Crédit“ weiterhin nutzen könne, allerdings die Schuhe sehr viel teurer wären, als bei der VIP-Mitgliedschaft. Daraufhin gab ich auf und dachte mir, naja, dann werde ich eben bei der nächsten Aktion diesen Crédit benutzen, da ich nicht einsehen für diese „Qualität“ 40 € für ein paar Schuhe auszugeben (diese, oder ähnliche Schuhe gibt es nämlich bei vielen Onlinehändlern für 10-15 €).
    Bei einer -75% Aktion wollte ich dann wieder einkaufen und musste feststellen, dass der Crédit darauf nicht angerechnet werden kann! Das funktioniert nur, wenn ein einziges paar Schuhe 39,95 €, oder mehr kosten (mein kompletter Einkauf lag bei etwa 70 € für 7 Paar Schuhe)! Nun ist mir diesen Monat das gleiche passiert und ich rief wieder bei Justfab an, um das Geld zurück zu erhalten. Mir wurde wieder gesagt, es wäre nicht möglich, obwohl ich sogar eine Rechnungsnummer habe und meines Wissens jede Rechnung auch eine Wiederrufsfrist hat, oder nicht?
    Wenn ich nun meine Mitgliedschaft komplett kundige, also auch die Basis Mitgliedschaft, dann erhalte ich mein Geld auch nicht zurück und habe Justfab somit 80 € geschenkt!
    Was soll ich tun? Ich möchte keine minderwertige Ware für diesen Preis kaufen! Wie bekomme ich mein Geld zurück?
    Vielen Dank schon mal
    Jessy

    • Klaus sagt:

      Hallo Jessy, der Artikel ist jetzt drei Jahre alt und ich weiß nicht, wie sich das mit Justfab weiter entwickelt hat und wie der aktuelle Stand ist.

      Der sicherste Weg zu einer Auskunft, wie Du Dein Geld zurückbekommen kannst, ist der zum Rechtsanwalt. Wenn es nichts kosten sollte, wäre die Verbraucherberatung der richtige Ansprechpartner dafür.

      Gruß Klaus

      • Jessy sagt:

        OK, danke.
        Leider ist auch eine Beratung bei der Verbraucherzentrale nicht mehr kostenfrei… 🙁
        Kostet jetzt zwischen 15 und 80 Euro! :-O
        Liebe Grüße
        Jessy

      • Klaus sagt:

        Vielleicht kannst Du ja nochmal gründlich mit Google suchen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es andere Betroffene gibt, die sich auch im Netz geäußert haben. Auch Newsportale und Blogs thematisieren solche Geschichten. Ich gehe ja davon aus, dass Du bei der Firma alles zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt hast…

      • Jessy sagt:

        Nein, wenn ich jetzt alles kündige ist mein Geld weg…
        Ich habe mehrere Erfahrungsberichte gelesen und einige haben Ihr Geld zurück bekommen, andere allerdings nicht und das ist mir etwas zu ungewiss.
        Hat auch viel mit Kulanz zu tun, allerdings sind die momentan anscheinend nicht sehr kulant…
        Hab ständig das gleiche zu hören bekommen:
        Eine Erstattung ist leider nicht möglich, steht auch in den AGB etc… 🙁
        Naja, trotzdem danke.
        Liebe Grüße
        Jessy

      • Klaus sagt:

        Ich dachte nicht so sehr an das schon abgebuchte Geld, sondern mehr daran, dass Du dann eventuell regelmäßig neu und zusätzlich belastet wirst. Das sind doch Abos – oder hab ich das falsch verstanden? Wie auch immer, ich drück Dir die Daumen, dass Du da kein weiteres Geld mehr verlierst. Das Netz ist halt leider voll von Abzockern, die man nicht sofort als solche erkennt… LG Klaus

  2. Thomas sagt:

    Hallo Klaus,
    und was ist aktuell bei JustFab anders? Ich bin bei einer Bestellung für meine Tochter (die natürlich gaaanz schnell irgendetwas haben musste) auch in diese Falle getappt. Die Benutzerführung ist regelrecht perfide und unterscheidet sich auch in den Texten nicht von 2012/2013. So wird man geradezu zwangsläufig in diesen VIP-Modus hineingeführt und schließt die Mitgliedschaft gleichzeitig mit dem Kauf ab. 1 Klick und im Grunde zwei Verträge. Stellt sich nach der Abmahnung 2012/2013 und den Änderungen natürlich die Frage ob das nach wie vor rechtswidrig weil irreführend und verschleiernd ist oder ob die Gerichte das als grenzwertig bestätigen. Nach meiner derzeitigen Information hat angeblich der Bundesverband der Verbraucherzentrale JustFab im September wegen der irreführenden Darstellung der Mitgliedschaft abgemahnt. Hast Du eventuell dazu weitere Informationen? Gruß.

    • Klaus sagt:

      Hallo Thomas, da solltet Ihr jetzt gute Karten haben. Peter Lischke, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Berlin hat sich inzwischen nach Sichtung der Verträge bzw. AGB dazu dazu bei Golem eindeutig dahingehend geäußert, dass JustFab das Geld zurückzahlen muss. Gruß Klaus

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