Auch Datenschützer Caspar kritisiert die Luca-App

Auch der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar bemängelt die Intransparenz der neuen Luca-App zur Pandemiebekämpfung. Außerdem fehle zu der App eine Datenschutzfolgenabschätzung. Die App ist auch kurz vor Ostern durch schwere Sicherheitsmängel bei ihren Schlüsselanhängern aufgefallen

Es geht darum, Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit zu erreichen. Ohne den Quellcode ist nicht einsehbar, wie eine Software funktioniert“, sagte Caspar der Rheinischen Post in einem Interview, das heute erschien.

Fehlende Datenschutzfolgenabschätzung

Caspar kritisierte darüber hinaus, dass die Datenschutzfolgenabschätzung „bis zum heutigen Tage noch nicht bekanntgegeben“ worden sei. Sie sei aber für eine datenschutzrechtliche Bewertung unerlässlich und sollte deshalb dringend nachgeholt werden, forderte der Datenschützer.

Eigentlich hätte das aber schon passiert sein müssen.„Unzweifelhaft müssen datenschutzrechtliche Dokumentationen vor der Inbetriebnahme erstellt und das Risiko für die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen bekannt sein“, bestätigte Caspar.

Der Hersteller der Luca-App, Nexenio, hatte zugesagt, den Quellcode dazu als Open Source zu veröffentlichen. Aber dann stellte er den Code zunächst nicht unter einer der üblichen Lizenzen bereit, sondern bastelte sich dazu eine selbst geschriebene Lizenz.

Deutliche Kritik an Nexenios Lizenz brachte Luca zu GNU GPLv3

Diese „hausgemachte“ Lizenz hätte eine Überprüfung durch Dritte deutlich erschwert. Manb hatte den Eindruck, als habe Nexenio kaum Interesse an Transparenz und Kontrolle. Nach massiver Kritik stellte Nexenio dann den Quellcode doch noch unter die GNU GPLv3-Lizenz.

Die Luca-App wird aktuell schon in mehreren Bundesländern zur Kontaktnachverfolgung von Covid-19-Kontakten eingesetzt, zum Beispiel  in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Baden-Württemberg. Mehrere weitere Bundesländer planen die Nutzung der App.

Über Klaus

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2 Antworten zu Auch Datenschützer Caspar kritisiert die Luca-App

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