Balkonkraftwerke: Grünes Licht für Schukostecker vom VDE

Der VDE will jetzt endlich die Nutzung von Balkonkraftwerken massiv vereinfachen. Aktuell ist der Betrieb von Balkonkraftwerken noch immer mit vielen bürokratischen Hürden gespickt. Nachdem es in letzter Zeit so schien, als würde sich  diesbezüglich nur wenig tun, wagte der VDE nun einen unerwarteten neuen Vorstoß!

Noch zum Jahresbeginn 2023 sah es so aus, als würde der für die Normung von Balkonkraftwerken zuständige Verband der Deutschen Elektrotechnik (VDE) den Betrieb der kleinen Photovoltaik-Anlagen mit haushaltsüblichen Schukosteckern nicht genehmigen. ließen es Berichte über einen Streit zwischen der Bundesnetzagentur und dem Verband vermuten.

Bisher war der VDE gegen Schukostecker an Balkonkraftwerken

Jetzt scheint sich das Blatt aber zu wenden. In seinem aktuellen Positionspapier gibt der VDE im Grunde grünes Licht für den Schuko-Einsatz und fordert darüber hinaus auch noch massiv vereinfachte Regeln für die Anschaffung und Inbetriebnahme von Balkonkraftwerken – wer hätte das gedacht?

Die Bundesnetzagentur hatte sich zuletzt ganz offen für die Erlaubnis eingesetzt, den mit Balkonkraftwerken erzeugten Strom über normale Schutzkontaktstecker statt der vom VDE geforderten Spezialsteckdosen mit Wieland-Stecker ins Netz einzuspeisen.

Der VDE-Chef Ansgar Hinz hatte diese Forderung abgelehnt und dabei auf den noch nicht abgeschlossenen Normungsprozess für Balkonkraftwerke verwiesen. Gleichzeitig prangerte er an, dass die Bundesnetzagentur ihrerseits viele Fragen rund um den Betrieb der Anlagen ungeklärt lasse – auch diese greift der VDE in seinem Positionspapier noch einmal auf.

So fordert der Verband etwa, dass für die Nutzung von Balkonkraftwerken kein Zählerwechsel und eine vereinfachte Anmeldung zur Nutzung von Balkonkraftwerken kein Zählerwechsel erforderlich sein sollte.

Sogar alte Zähler, die beim Einspeisen von Strom rückwärts laufen, sollten laut VDE gestattet sein (aktuell eine Straftat). Stromzähler rückwärts laufen zu lassen, kann sogar als Versuch der Steuerhinterziehung verfolgt werden. Letztlich besteht der VDE auch darauf, dass sich der Anmeldeprozess für ein Balkonkraftwerk dann auf die Bundesnetzagentur beschränkt. Zurzeit müssen die Benutzer ihre Anlage auch zusätzlich beim Netzbetreiber anmelden.

Inzwischen ist der VDE auch für die Duldung von Schukosteckern

Mit der Veröffentlichung dieses Positionspapiers ist die Bundesnetzagentur jetzt wieder am Zug, und muss sich um die Umsetzung der vom VDE geforderten Vereinfachungen kümmern.

Über Klaus

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