Bargeldverbot fördert HighTech-Taschendiebstahl

Smartphone_ECDSA_Key_auslesenDie Bestrebungen vieler Regierungen, besonders auch der deutschen, das Bargeld abzuschaffen, sind wirklich nicht mehr zu übersehen. Dabei geht es letztlich nur darum, alle Deutschen zu überwachen, denn jede nicht bare Zahlung macht das Bild von einem Menschen vollständiger.

Ohne Bargeld keine Freiheit

Sorgen machen muß man sich da aber trotzdem nicht, denn man kann die Prostituierte, von der die Ehefrau nichts wissen soll, ja auch mit einem kleinen Goldbarren bezahlen. Für noch kleinere Zahlungsbeträge wurden direkt nach dem zweiten Weltkrieg Zigaretten benutzt. „Bedienung, bitte noch ein Bier!„. „Das macht 10 Zigaretten bitte.

Gerade erst gab es den Versuch, die 500 €-Scheine abzuschaffen, weil damit angeblich die Geschäfte der Terroristen erst möglich werden. Lange nicht mehr so gelacht. Wer den Unsinn glaubt, sieht als Verursacher seines Hustens auch grüne Schleimmonster, die in seinen Bronchien herumturnen.

In Wirklichkeit bezahlen die Terroristen in der überwiegenden Zahl der Fälle Waffen, Sprengstoff, Ausrüstung und ihr Personal per Banküberweisung.

Bargeld-Obergrenzen

Schon der Andrang der Kriegsflüchtlinge macht das Wort „Obergrenze“ bei uns immer salonfähiger. Clevere Politiker nutzen den Trend, um auch Obergrenzen für die Barzahlung festzulegen – Autohändler und Juweliere laufen schon Sturm gegen dieses Vorhaben der Politik.

Auch hier braucht man sich aber eigentlich nicht zu sorgen, denn die Bezahlung eines preisgünstigen Kleinwagens mit Zigaretten ist zwar umständlich, aber man kann ja einfach auf Diamanten, Gold oder Bargeld einer Fremdwährung zurückgreifen – prinzipiell kann jeder wertvolle Gegenstand als Bargeldersatz herhalten.

Verschlüsselungs-Obergrenzen

Was mir wirklich Sorgen bereitet, sind Obergrenzen der Verschlüsselung. Nahezu alle Politiker versuchen, die Verschlüsselung privater Daten der Menschen zu verhindern oder zumindest so weit zu verwässern, daß sie jederzeit auch die Leute live bespitzeln können, die ihre Daten durch Verschlüsselung vor unberechtigtem Zugriff gesichert zu haben glauben.

Angesichts von Bargeldverbot und Verschlüsselungs-Hintertüren scharren die HighTech-Taschendiebe schon mit den Hufen…

Bargeld geht – und die Stunde der HighTech-Taschendiebe kommt

Sobald man nur noch mit Plastikkarten oder Smartphones bezahlen kann, schlägt die große Stunde der Taschendiebe. Denn anders als früher müssen weniger talentierte „Zakenrollers“, wie unsere niederländischen Nachbarn sie nennen, nicht mehr jahrelang an Schaufensterpuppen üben, wie man Brieftaschen und Portemonnaies „zieht“, ohne daß es der Träger merkt.

Auch die Gewissheit, daß das Opfer sofort beim nächsten Bezahlversuch merkt, daß die Patte geklaut ist und schnell alle Karten sperren läßt, ist dann weitgehend ausgeräumt. Die Diebe können sich Zeit lassen und die geklauten Daten in Ruhe zu Geld machen.

Schon heute ist es recht einfach, Kreditkarten- und Bankdaten aus einem Smartphone mit NFC-Bezahlfunktion auszulesen, ohne dem Smartphone oder seinem Besitzer zu nahe zu kommen.

Das wurde auch schon mehrfach in diversen Fernsehsendungen vorgeführt und die Hightech-Kriminellen warten händeringend darauf, daß das Bargeldverbot kommt und ihre Umsätze in schwindelnde Höhen treibt.

Soeben haben die Sicherheitsforscher der Universitäten in Tel Aviv und Adelaide nach dem von ihnen erst vor ein paar Tagen veröffentlichten Cachebleed-Seitenkanal-Angriff auch noch gezeigt, wie man nur aus der elektromagnetischen Strahlung und Geräuschen eines Smartphones dessen ECDSA-Schlüssel aus der Ferne ausspionieren kann.

So können kriminelle Angreifer ohne direkten Zugriff auf Smartphone oder PC zum Beispiel ApplePay-Konten oder Bitcoin-Wallets leer räumen…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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