Benutzer sollen Corona-App täglich öffnen – ein Witz?

Es klingt wie ein schlechter Witz, entspricht aber wohl der Realität: Auch mit den aktuellsten Updates können Benutzer der Corona-Warn-App offenbar nicht absolut sicher sein, von dem Programm zuverlässig gewarnt zu werden. Deshalb raten die Entwickler dazu, die App nach jeweils 24 Stunden einmal aktiv zu öffnen.

Kein Ruhmesblatt für die Konzerne SAP und Telekom

Nach den vor wenigen Wochen bekannt gewordenen Aktualisierungsproblemen der deutschen Corona-Warn-App haben deren Entwickler der Firmen SAP und Telekom jetzt eine neue Botschaft für Nutzerinnen und Nutzer: Um wirklich sicherzugehen, dass die immerhin über 60 Millionen Euro teure App sie zeitnah über eventuelle Risikokontakte informiert, sollen die Benutzer jetzt das Programm einmal pro Tag aktiv auf ihrem Smartphone aufrufen.

„Sicherheitshalber empfehlen wir momentan, die App einmal pro Tag zu öffnen“, erklärte ein SAP-Sprecher gemeinsam mit einem Telekom-Sprecher. Das sind die beiden Konzerne, die das Programm entwickelt, getestet und sich dabei nicht mit Ruhm bekleckert haben.

Telekom und SAP empfehlen Benutzern außerdem, die aktuellste Version der Corona-Warn-App zu installieren beziehungsweise ihre App auf die neueste Version zu aktualisieren.

Auf Android-Smartphones trägt die neueste derzeit die Versionsnmmer 1.1.1, auf Apples iPhones ist es die Version 1.1.2. Außerdem sollte das auf dem Handy genutzte Betriebssystem auf dem aktuellsten Stand sein. Vor allem für iPhones wird das Update auf die Version 13.6 von Apples Mobilbetriebssystem iOS empfohlen.

Die beiden Unternehmen, die das Machwerk entwickelt haben, wollen sich aber offenbar nicht endgültig darauf festlegen, dass das Programm nach der Aktualisierung immer vollständig korrekt funktioniert.

Deshalb wird das einmal tägliche öffnen der App als eine Art zusätzliche Sicherheitsmaßnahme angeraten. Wer dem Tipp nachkommt, wird angeblich laut den Unternehmenssprechern in jedem Fall über mögliche Risikokontakte informiert. Inzwischen gehört aber schon wirklich eine massive Portion Glauben dazu – besonders wegen der vielen False-Positives und False-Negatives, die die App produziert.

Die App nach mindestens 24 Stunden plus eine Minute wieder aufrufen

Wer die App nun täglich öffnet, sollte aber unbedingt darauf achten, dass stets mindestens 24 Stunden verstrichen sind seit dem letzten aktiven Aufrufen der App.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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