Bleiben der Euro-Zone nur noch 10 Tage?

In der englischen Financial Times konnte man Montagmorgen unter der Überschrift „Die Eurozone hat höchstens noch 10 Tage“ einen entsprechenden Artikel von Wolfgang Münchau von der Financial Times lesen.

Sicher eine präzise und daher gewagte Prognose. Prognosen sind ja bekanntlich schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen. Aber auch Global Player wie die UBS warnen und sagen, dass die Märkte das Endspiel um den Euro schon einpreisen.

Merkel und Sarkozy versuchen zwar noch, die EU irgendwie zu retten, aber im Grunde ist das Spiel verloren. Und das hätte man auch vorher wissen können, wenn man es nur gewollt hätte.

Wie immer bei Merkel: Was gestern noch unumstößlich bis alternativlos war, steht heute zur Disposition. Eine echte Fiskalunion braucht Jahre und wird jetzt nicht helfen. Ein neuer Not-Stabilitätspakt, dem Regierungen beitreten können, ohne ihre Parlamente zu fragen, soll es jetzt bringen. Selbst als Bollwerk gegen die Gelddruckmaschine EZB via Ankauf maroder Staatsanleihen leistet die „Mutti“ keinen Widerstand mehr.

Geheimverhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland sind publik geworden, wonach die beiden Länder eine Art „Kern“ der EU bilden wollen, getragen von den sechs stärksten Ländern, das sind Deutschland, Frankreich, Österreich, Holland, Luxemburg und Finnland.

Dort soll es dann Schuldenbremsen, Sparzwang und Kontrolle der nationalen Haushalte geben. Diese Kernzone der EU soll dann gemeinsame Staatsanleihen herausgeben und so einen Schutzwand gegen zu hohe Zinsen aufbauen. Man hört schon den unterschiedlichen Klang von Nord- und Süd-Euro. Für Frankreich wäre das die Rettung.

Aber das wird genauso wenig funktionieren, wie alle bisherigen „alternativlosen“ Versuche, denn alles, was versucht wurde und wird, ist Symptomkuriererei. Die Weltwirtschaft bricht zusammen, der Kapitalismus ist am Ende. Wenn man das zugegeben hat, ist die Grundlage für echt wirksame Veränderungen gelegt.

Das ist wie bei Alkoholabhängigen, man muss zuerst zugeben, dass man abhängig ist, dann hat man zwar keine Gewähr, aber eine Chance, das Problem zu meistern. Und es ist auch wie bei Monopoly: Wenn die Herren der Schlossallee alles besitzen, wird das Geld für das nächste Spiel wieder neu verteilt.

Auf dieser Basis: Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches Neues Jahr!

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Politik, Sicherheit, Soziales, Wirtschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.