BMW speichert Datenprofile und Sixt die Nutzerprofile dazu

DriveNowSSAutobauer BMW ist aktuell mit dem Vorwurf in den Schlagzeilen, der Fahrzeughersteller lege umfangreiche Datenprofile von Fahrten mit seinen Autos an. Auch das Manager Magazin wirft in seiner neuen Ausgabe diese Frage auf, nachdem BMW in einem Verfahren vor Gericht um einen tödlichen Unfall in Köln detaillierte Daten der entsprechenden Unfallfahrt vorgelegt hatte und dadurch ein 27-Jährige BWL-Student im Mai wegen fahrlässiger Tötung zu 33 Monaten Gefängnis verurteilt wurde.

Der Student hatte einen Unfall mit einem anderen Fahrzeug verursacht, bei dem ein an der Ampel wartender 26-jähriger Radfahrer getötet wurde. Von BMW zur Verfügung gestellten Daten brachten den Nachweis, daß dieser Fahrer bis zum Unfall im Stadtgebiet mit stark überhöhter Geschwindigkeit – teilweise schneller als 100 km/h – unterwegs war.

Bewegungsprofil: Fahrerdaten von Drive Now + Fahrtdaten von BMW

Aber sowohl Hersteller BMW als auch Vermieter Drive Now (Sixt) behaupten, dass sie keine Fahrprofile von Kunden anlegen. Das mag stimmen, wenn man die Unternehmen einzeln betrachtet – de facto ist es aber falsch.

Denn Drive Now liefert auf Anfrage von Behörden die Daten der Kunden, die das Fahrzeug zu dieser Zeit benutzt haben und die es für die Abrechnung speichert, und BMW liefert die Bewegungsdaten des Fahrzeuges dazu. Damit ist es für die Staatsanwaltschaft dann kein Problem, aus den Daten von beiden Unternehmen zusammen letztlich präzise Bewegungsprofile der Kunden zu erzeugen.

Dass dabei in diesem Einzelfall ein Raser überführt wurde, sollte nicht als Grund missbraucht werden, um auf diese Weise den Datenschutz im PKW regelrecht auszuhebeln. Datensparsamkeit gilt ja immer noch als der beste Datenschutz – aber leider haben das nicht die Nutzer, sondern nur die Hersteller von Produkten in der Hand…

Screenshot: Drive Now

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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