Chinas Regierung verbietet „unmännliche“ Computerspiele

China geht immer weiter gegen Gaming vor. Eine „abnormale Ästhetik“ ist in Computerspielen jetzt nicht mehr erlaubt:

Computerspiele dürfen in China ab sofort keine Männer mehr auf „unmännliche“ Art darstellen – was immer das ist. „Obszöne und gewalttätige Inhalte sowie solche, die ungesunde Tendenzen wie Geldanbetung und Verweiblichung fördern, sollten entfernt werden“, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua Ende letzter Woche.

Für Spiele, die gegen diese Richtlinien verstoßen, könnten die Hersteller bestraft werden. Einigen Tage zuvor seien auch schon ähnliche Vorgaben für die Anbieter von Fernsehprogrammen erlassen worden.

Hinter diesen Initiativen stecken wohl konservative Mitglieder der Kommunistischen Partei, die so ihr de facto überkommenes Weltbild zu retten versucht, schreibt auch n-tv unter Hinweis auf Experten.

Was da jetzt genau als unter „unmännlich“ gilt, ist nicht wirklich klar definiert. Allerdings gibt es in vielen asiatischen Games schon seit Jahren immer wieder sehr androgyne Figuren zu sehen – was aber bisher kaum jemanden stören konnte.

Die Regierung geht auch gegen Technologiekonzerne vor

Die chinesische Regierung geht auch schon seit Wochen massiv gegen die Spielebranche und damit auch gegen große Technologiekonzerne wie beispielsweise Tencent und Netease vor, die beide zu den wichtigsten Betreibern von Mobile Games in China und vor allem durch Akquisitionen inzwischen auch im Rest der Welt gehören.

Seit August 2021 erlaubt die chinesische Regierung Minderjährigen das Spielen nur noch am Freitagabend zwischen 20 und 21 Uhr und an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen für jeweils eine Stunde.

Es gibt schon einen Schwarzmarkt für Nutzerkonten

Zur Kontrolle müssen sich die Spieler mit den Daten ihrer Personalausweise identifizieren, ergänzt um eine Überprüfung beispielsweise mit der Gesichtserkennung des Smartphones.

Die neuen Vorschriften haben mittlerweile aber auch schon dazu geführt, dass ein blühender Schwarzmarkt für Nutzerkonten ohne solche Sperren entstanden ist. Offenbar habe man die neue Gesichtserkennung noch nicht überwinden können – das sei aber auch wohl nur eine Frage der Zeit, weiß Techdirt zu berichten.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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1 Antwort zu Chinas Regierung verbietet „unmännliche“ Computerspiele

  1. Daphnis sagt:

    schon eine ziemlich abgefahrene „Erziehungsmassnahme“, aber der Schwarzmarkt wird dadurch beflügelt…

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