Cloud: Keine Nacktfotos sind auch keine Lösung

OwnCloud20140902Durch die Sicherheitslücke in Apples iCloud wurden an die Hundert Promis kompromittiert, deren Nacktfotos dort gestohlen und dann im Netz wieder veröffentlicht wurden.

Mit Sprüchen wie “selbst Schuld” kommt man da aber nicht weiter. Insbesondere sollte man bedenken, dass so mancher lieber ein Dutzend Nacktfotos von sich in der Öffentlichkeit wüßte, als nur ein einziges, wichtiges Geschäftsdokument.

Und auch Dokumente. Emails, Kontakte und andere Daten liegen in den diversen Clouds (nicht nur in Apples iCloud) ja massenhaft herum. Wer Zugriff bekommt – sei es durch eine Sicherheitslücke, wie jetzt bei Apple, oder durch in allen großen amerikanischen und auch deutschen Clouds vorhandene Zugriffspunkte der Geheimdienste (NSA, BND) – kann die Daten kopieren und missbrauchen.

Dass es heutzutage schwer ist, ohne Nutzung einer Cloud seine Daten überall auf jedem Gerät synchronisiert zu halten, ist keine Frage. Man kann zwar bei den meisten US-Clouds eine angebotene Verschlüsselung nutzen, aber jeder Insider weiß, dass die dort verwendeten Verschlüsselungen kompromittiert sind.

“Dank des Foreign Intelligence Surveillance Act kann die US-Regierung einen Cloud-Anbieter aus den USA zwingen, eine Hintertür in die Software einzubauen”, bestätigt das Caspar Bowden, Ex-Sicherheitsberater von Microsoft Europa. Wer also sicherstellen will, dass nicht einmal die US-Regierung diese Dateien missbraucht, dürfe aber auf keinen Fall die Verschlüsselungssoftware dafür benutzen, die diese Cloud-Dienste selbst zur Verfügung stellen.

Die eigenen Daten selbst mit einem sicheren Algorithmus zu verschlüsseln übersteigt aber die Fähigkeiten der meisten Nutzer und die Bequemlichkeit ist dann auch flöten.

Die sicherste Methode ist es eigentlich, einen eigenen kleinen Cloudserver an der eigenen DSL-Leitung zu betreiben. Damit erreicht man die bequeme Nutzung der eigenen Daten auch unterwegs auf allen Geräten, ohne auf Sicherheit verzichten zu müssen.

Für einen Cloud-Speicher im eigenen Heimnetzwerk eignet sich zum Beispiel OwnCloud recht gut. Die Cloud-Alternative kann problemlos auf einem preisgünstigen Minirechner wie dem Raspberry Pi installiert und sicher konfiguriert werden kann. Die Anleitung lässt sich auch auf anderen Rechnern mit den Linux-Betriebssystemen Debian oder Ubuntu nachvollziehen.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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