Cloud-Preisverfall zeigt die Gier nach Ihren Daten

GoogleCloudBei Google Cloud gab es im gerade zu Ende gegangenen Monat Oktober schon einen Rabatt von 10 Prozent auf die Clouddienste.

Jetzt hat der Anbieter im Wettkampf mit Amazon Web Services, Microsoft Azure und anderen die Preise nochmals bis zu 79 Prozent! gesenkt. Zusammen sind das seit letztem Monat immerhin 82 Prozent Preissenkung.

Rabatte auf überteuerte Angebote grenzen an Betrug

Das klingt zunächst viel – aber eigentlich verkaufen die Cloud-Händler nur heiße Luft und lassen sich die billigen Terabyte-Festplatten in ihren Rechenzentren immer noch sehr teuer bezahlen.

Man kann mit einer Festplatte von 8 TB immerhin 8.000 Kunden mit je einem Gigabyte Cloudspeicher bedenken, das kostet pro Kunde keine zwei Euro-Cent. Da ist also noch einige Luft drin! Der Kunde wird schon bei diesen Kalkulationen über den Leisten barbiert.

Nutzungsrechte statt Programme, Filme oder Musik auf DVD

Die Cloud-Anbieter verdienen aber nicht nur direkt durch den Verkauf von Speicherplatz, sondern über die Nutzung von Software in der Cloud kommt weiteres Geld herein. Dabei setzen sie über die Cloud etwas um, woran sie bei allen früheren Versuchen gescheitert sind: Den Verkauf von Nutzungsrechten statt Programmen, Videos oder Musik.

Hier wird der Kunde besonders dann geschröpft, wenn er seinen Anbieter wechselt. Wer seine Musik in Apples iTunes gekauft hat, ist sie in dem Moment los, wenn er auf ein Android-Gerät umsteigt und muss sich die Nutzungsrechte bei einem anderen Anbieter erneut kaufen.

Aber auch Künstler, die sich von solchen Cloud- oder Streaming-Diensten trennen, fallen ersatzlos aus der Musiksammlung, wie man gerade wieder bei Taylor Swift und Spotify sehen konnte.

Wertvolles Gebrauchtes, das man selbst nicht mehr braucht, kann man in diesem Modell nicht weiterverkaufen. Da reibtsich der „Hersteller“ des virtuellen Produkts die Hände.

Last not least: Die Gier nach Ihren Daten

Das größte Problem des Cloud-Computing sind aber weder die Mondpreise, die jetzt bei allen Anbietern mit werbewirksamen Riesenrabatten relativiert werden, noch der Verkauf von Nutzungsrechten statt Produkten.

Das richtige Geld kommt bei den Cloud-Anbietern über die Daten zustande, die deren Kunden ihnen durch die Nutzung der Cloud kostenlos liefern. Und das ist nur die „legal“ genannte Seite der Medaille, denn schließlich haben ja auch Geheimdienste diverser Länder Zugriff auf Ihre Daten.

Ganz besonders ist das die amerikanische NSA, wenn die Daten schon in der Cloud stehen und der britische GCHQ und sogar der deutsche BND beim Bearbeiten Ihrer Daten im Internet, denn die hören am Seekabel in England und am DE-CIX in Frankfurt ungeniert alles mit.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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