Das Ende der türkischen Republik

Fast hundert Jahre hat die moderne Türkei des Mustafa Kemal Atatürk gehalten – jetzt haben die Türken ihren demokratischen Staat selbst zerstört und die Alleinherrschaft des größenwahnsinnigen Islamisten Recep Tayyip Erdogan vorgezogen.

Bertolt Brecht’s alter Spruch „Die dümmsten Schafe wählen ihre Metzger selber.“ hat sich wieder einmal bestätigt: Die Türken haben ihren demokratischen Staat selber und ohne Not per Volksabstimmung endgültig zu Grabe getragen.

Von der Demokratie zur Diktatur

Es liegt zwar nicht daran, dass die Wählerschaft des durch das Referendum von einer de facto-Diktatur zu einer de jure-Diktatur mutierten Türkei hauptsächlich aus anatolischen Analphabeten besteht – aber die Karte mit der regionalen Verteilung der Ja- (blau) und Neinsager (rot) spricht doch Bände:

Quelle: Anadolu

Im aufgeklärteren Westen der Türkei (Istanbul und Umgebung), an der durch Erdogan wirtschaftlich schwerstens unter die Räder gekommenen Mittelmeerküste (Wollen Sie dort ein Hotel kaufen? Hunderte werden aktuell dort zum Kauf angeboten) und im unterdrückten kurdischen Teil (monatelange Ausgangssperren, Gewalt gegen Kurden durch Polizei und Armee) gab es die meisten Stimmen gegen Erdogans Plan, die Türkei von einer Demokratie in eine Diktatur zu verwandeln.

Massive Wahlmanipulationen

Nach den Berichten fast aller Wahlbeobachter wurde auch massiv sowohl bei der Wahl selbst als auch bei der Stimmenauszählung zugunsten von Diktator Erdogan manipuliert.

Für mich persönlich ist aber das schlimmste Ergebnis des Referendums, dass  zwei Drittel der in Deutschland lebenden Türken für ihr Heimatland die Diktatur gewählt habe. Ich sehe dann immer den schmächtigen Türken aus dem Kultfilm „Superseks“, der sich eine Internetseite machen lässt, die ihn mit türkischer Flagge auf einem fahrenden Panzer zeigt.

Mach mich mal stärker“ – dank Photoshop wird aus dem Hänfling ein Bodybuilder. Als der Webdesigner ihn daraufhin fragt: „Bist Du Polizist oder Soldat?“, kommt die alles sagende Erklärung: „Nein, bin ich Frisör!“.

Bild: Recep Tayyip Erdogan, CC BY-SA 2.0, Prime Minister Office

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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