Das Ende von Teams in den hessischen Schulen

Den Einsatz von Microsoft Teams an Schulen will der hessische Datenschutzbeauftragte Alexander Roßnagel in Zukunft nicht mehr gestatten. Die Duldung von Videokonferenzsystemen (VKS), die nicht datenschutzkonform verwendet werden könnten, laufe am 31. Juli 2021 aus, teilte Roßnagel vorgestern mit und ergänzte: “Eine weitere Verlängerung dieser Duldung ist ausgeschlossen.”

Keine Duldung mehr in Hessen

Eine solche Duldung war zum ersten Mal im April 2020 ausgesprochen und im August 2020 noch einmal verlängert worden. “Der Grund für den verlängerten Zeitraum bis Ende Juli dieses Jahres lag in dem gescheiteren Bemühen des Hessischen Kultusministeriums (HKM), den hessischen Schulen bis zum Beginn des aktuellen Schuljahres ein landeseinheitliches, datenschutzkonformes VKS zur Verfügung zu stellen”, lautete die Begründung.

Die Komplexität von europaweiten Ausschreibungen und die Klärung grundsätzlicher Fragen zum Datenschutz hätten zum Erreichen einer datenschutzgerechten und nachhaltigen Lösung eine Verlängerung nötig gemacht.

Jetzt geht Roßnagel aber davon aus, “dass bis zum Beginn des neuen Schuljahres eine Anwendung zur Verfügung steht, die sowohl den technischen als auch den datenschutzrechtlichen Anforderungen entspricht”. Welche Programme dafür in Frage kommen, ließ er aber offen.

Nach der Mitteilung gehen offenbar verschiedene Schulen davon aus, dass sie Videokonferenzen mit der Teams-Version, die Bestandteil von Microsoft 365 ist, auch in Zukunft nutzen können.

Wildwuchs mangels Vorgaben der Landesregierungen

Schon vom Beginn der Coronavirus-Pandemie an haben mehrere Landesdatenschutzbeauftragte und der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber die Nutzung von Konferenzsystemen wie Teams oder Zoom kritisiert.

So bemängelte Kelber, dass es bei Zoom keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Daten gebe. Die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk forderte konkrete Vorgaben der Landesregierung für die Schulen, und in Bayern scheiterte die Ablösung von Teams durch andere Dienste (angeblich) an technischen Problemen.

Leider ist das Internet bis heute für die führenden deutschen Politiker offenbar immer noch Merkels “Neuland”.

Bild: Microsoft Teams

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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