Amazons Geschäft mit den Dash-Buttons

AmazonDashButtonsDash Cams, die kleinen Kameras auf den Armaturenbrettern von Autos, kennt insbesondere durch die Einsatzfreude der Russen inzwischen wohl jeder. Dash Buttons sind aber für die meisten, was für Kanzlerin Merkel das Internet ist: Neuland.

Mit den daumengroßen, funkfähigen Dash-Buttons lassen sich Verbrauchsmaterialien nachbestellen. Den Bestellknopf kann man zu diesem Zweck an Ort und Stelle anbringen – zum Beispiel an der Waschmaschine für Waschpulver oder am Wickeltisch für neue Windeln. Wenn die Reserve dann zu Ende geht, drückt der Nutzer nur auf den Knopf und muss sich nicht merken, daß er später eine Bestellung durchführen muß.

Geleakte Dokumente geben jetzt einen Einblick in Amazons Geschäft mit den sogenannten Dash-Buttons. Das Wall Street Journal konnte Dokumente einsehen, nach denen Firmen dem E-Commerce-Konzern 15 Dollar pro verkauftem Button bezahlen und ihn auch noch mit 15 Prozent an allen folgenden Umsätzen beteiligen.

Schwer zu glauben, dass dieses Geschäftsmodell funktioniert, zumindest Amazon zitiert aber durchaus zufriedene Kunden. Das Wall Street Journal schreibt sogar, der E-Commerce-Anbieter werde das Programm demnächst um weitere Marken ergänzen.

Viele davon wollten einfach erst einmal nur sicherheitshalber vertreten sein, falls Amazon damit erfolgreich sei – und um so den Kontakt zu Amazon zu halten. Auch als Marketing-Aktion schade eine Teilnahme am Dash-Button-Programm wohl kaum. Amazon sei den Firmen außerdem entgegengekommen und habe eine angedachte Mindestsumme von 200.000 Dollar aufgegeben.

Von den Endverbrauchern verlangt Amazon selbstverständlich auch eine Gebühr: Sie müssen für einen einzelnen Dash-Button jeweils 4,99 Dollar bezahlen, die ihnen aber auf spätere Bestellungen über den Knopf angerechnet werden. Nur Amazons Prime-Kunden können Dash-Buttons bestellen, und bisher gibt es sie nur auf der US-amerikanischen Internetseite Amazon.com.

Wenn Amazon noch damit werben würde, daß man, sofern das Klopapier wie im Artikelbild alle ist, nur den Dash-Button drücken muß und dann auf der Brille sitzend auf die Leiferung warten kann, würde ich ja eher an einen Aprilscherz glauben – aber der 1. April ist schon drei Monate vorbei…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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1 Antwort zu Amazons Geschäft mit den Dash-Buttons

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