Das Wort zum Sonntag: Anti-Banken-Demos in Deutschland

In den USA hat es mit der Occupy Wall Street-Bewegung (Besetzt die Wall Street) vor ein paar Wochen begonnen. Inzwischen sind die Proteste gegen den zügellosen Finanzkapitalismus in England, Frankreich, Spanien und auch in Deutschland angekommen.

Der Slogan der für heute geplanten Demonstrationen lautet: „Wir sind 99 %“. Alleine in Deutschland sollen Veranstaltungen gegen die Finanzakteure und Politiker, aber auch gegen die sozialen Ungerechtigkeiten  in über 50 Städten stattfinden. In Frankfurt läuft die Demo vor dem EZB-Gebäude, in Berlin soll es einen Protestmarsch zum Kanzleramt geben. Auch in anderen deutschen Großstädten sind Demonstrationen geplant.

Eigentlich hat die Bewegung ihren Ursprung in Europa, genauer in Spanien, wo schon im Mai empörte Bürger auf die Straße gingen. Es wurde auch in ganz Europa viel über die spanischen Demos und Protestcamps berichtet, aber erst mit der Occupy Wall Street-Aktion in den USA kommt die Protestwelle jetzt massiv nach Europa zurück.

Inzwischen weiß eigentlich jeder, dass auch Bürgschaften von Hunderten von Milliarden die überschuldeten Staaten nicht „retten“ können und dass es dabei um die erneute Rettung der Banken geht, die gerne Schuldverschreibungen von Risiko-Staaten gekauft haben, weil ja Zinsen von 16 bis 25 % dafür kassiert werden können. So hat sogar die in der letzten Finanzkrise vom Staat übernommene Hypo Real Estate die Gelder, die sie von den Politikern zur Rettung bekommen hat, angelegt. Und sollte der Schuldner unter der untragbaren Belastung zusammenbrechen, kann man sich ja der Dienste der willfährigen Politiker bedienen, die den Banken immer noch mit aberwitzigen Milliardensummen zu Lasten der Steuerzahler helfen. In diesem Moment schnüren die Politiker gerade wieder neue Hilfspakete für die notleidende Bankenwelt Europas. Das nimmt  den nachfolgenden Generationen wirklich jede Chance auf eine Zukunft in menschenwürdigen Verhältnissen.

Und was passiert, wenn ein Politiker das nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren kann, sieht man ja an Herrn Bosbach von der CDU.

Die Devise ist uralt, aber es funktioniert offensichtlich immer noch: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Nicht zu Unrecht wird in diesem Zusammenhang immer wieder das Bild von Frau Merkel mit Herrn Ackermann auf dem Schoß bemüht.

Für zockende Banken ist Geld da – für dadurch verarmte und verzweifelte Menschen nicht. Und bezahlen sollen das alles unsere Kinder und Kindeskinder. Der Schuldenstand in Deutschland liegt inzwischen bei 2.000 Milliarden Euro, jeder Deutsche ist mit 24.250 Euro beteiligt. Auch bei günstigsten Prognosen können unsere Kinder das niemals zurückzahlen, und schon der Zinsdienst nimmt ihnen jede Luft zum atmen.

Eigentlich ist die Weltwirtschaft schon am Ende. Mich erinnert das an meine Kindheit, wenn vor einem Feiertag ein Huhn geschlachtet wurde. Wenn der Kopf ab war, lief das Tier oft noch kopflos etwas herum und merkte noch nicht, wie tot es eigentlich war.

Wenn Ihnen das Lachen vergangen ist, hilft vielleicht dieses kleine Filmchen zum Thema weiter: Fuselanleihen, Suff-Sammel-Obligationen und Delirium-Garantie-Zertifikate

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