Das Wort zum Sonntag: Daten in die Cloud?

An jeder Ecke werden Sie heute aufgefordert, Ihre Daten „in die Cloud“ zu stellen. Ob es Ihre Unternehmensdaten oder nur Ihre persönlichen Facebook-Facts sind, ja selbst um Ihre Daten als Nutzer eines Internetanschlusses buhlen die Provider inzwischen. Was davon zu halten ist, fragen Sie sich?

Die Antwort ist einfach. Würden Sie alle Ihre Fotoalben (ja, auch das mit den Fotos vom letzten FKK-Urlaub oder der Sex-Party im Studentenheim in den späten Sechzigern) öffentlich vor Ihrem Haus ausstellen, damit jeder, besonders die Nachbarn, die man täglich trifft, mal drin blättern kann?

Oder würden Sie die Unternehmensbilanz, die Sie zum Finanzamt geschickt haben, dazulegen und vielleicht noch die Planung Ihrer Firmenaktivitäten in den nächsten Jahren? Auch die Korrespondenz zur Übernahme eines anderen Unternehmens inklusive der Angebote könnten Sie in der Cloud für jedermann lesbar machen und vielleicht auch noch der Hausbank und der Konkurrenz eine Email schicken „Bei mir gibt’s interessante Neuigkeiten“?

Haben Sie kein Problem damit, dass nahezu alle Cloud-Angebote in Bezug auf personenbezogene Daten nicht mit den geltenden Gesetzen zum Datenschutz vereinbar sind? Möchten Sie vielleicht auch gleich die Daten Ihrer Mitarbeiter in der Cloud verarbeiten und speichern? Dann bekommen Ihre (guten) Leute auch mal Angebote von Ihren Wettbewerbern. Und die nach den Personalakten nicht so guten dürfen sich auf Angebote von preisgünstigen Lifestyle-Medikamenten aus hygienisch einwandfreien Fabriken in der südlichen Mongolei oder gewinnversprechenden Finanztransfer-Angeboten aus Nigeria oder Hongkong freuen.

Wenn sie diese Fragen alle mit „Aber sischer dat…“ beantworten können, legen Sie Ihre Daten ohne Bedenken in alle Clouds, denn dann haben Sie das FDP-Syndrom: Sie sind schon tot, es hat Ihnen nur noch niemand überzeugend vermitteln können…

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