Das Wort zum Sonntag: Griechenland wird endlich wach

Es ist kein Halloween-Horror, der gestern Abend die Welt erschreckte, sondern das Erwachen einer von der EU und den Märkten immer schlimmer an den Rand des Abgrundes getriebenen Nation: Griechenland will seine „Rettung“ vom Volk absegnen lassen.

Früher wurden solche freiwilligen demokratischen Anwandlungen in aller Regel von den meisten begrüßt, heute titelt die Bildzeitung mit „Wer stoppt die irren Griechen?„, beim Stern heißt es „Papandreou brüskiert Griechenland-Retter„. Die asiatischen Börsen drehten heute früh wegen dieser Nachricht ins Minus. Der Dax hat heute Morgen schon fast 4 % verloren und auch der Euro geriet unter Druck. Warum eigentlich?

Hier spiegelt sich nicht die Sorge um Griechenland, sondern die um den Euro, um Europas Wirtschaftssystem und das der ganzen Welt. Denn es heißt: Wenn der Schuldendeal den Bach runter gehen sollte, hat es unabsehbare Folgen für den Euro.

Das haben sich die Verantwortlichen aber selbst zuzuschreiben, sie haben schließlich ein schon damals völlig überschuldetes Land, das die Kriterien nicht wirklich erfüllt, in den Euro gelassen. Auch Deutschland und andere größere EU-Nationen haben Verstöße gegen die Regeln begangen, die nie geahndet wurden. Und es wurde immer versäumt, eine für eine gemeinsame Währung zwingend notwendige gemeinsame (Wirtschafts-)Politik zu machen.

Wenn die griechische Regierung jetzt das Volk fragt, ob es mit 130 Milliarden Euro „gerettet“ werden und dafür unmenschliche Kürzungen, Belastungen und Sparmaßnahmen hinnehmen will, wird die Antwort wohl „nein“ sein. 60 % der Griechen sollen nach Umfragen gegen diese „Rettung“ sein. Und wenn das Volk nicht zustimmt, wird der Schuldendeal nicht zustande kommen.

Wenn die Folgen der Mißwirtschaft nicht die Verursacher treffen, seien es Banken, Politiker, Spekulanten, Reiche oder wer auch immer, sondern nur immer die kleinen Leute, die kaum etwas haben und denen auch das noch genommen wird, ja wenn ihnen auch die Würde genommen wird und sie als Pleite-Griechen auch von unserer Kanzlerin und ihren diversen Sprachrohren verunglimpft werden, wenn ihren Kindern die Zukunft genommen wird, ist das schon menschlich sehr verständlich.

Und volkswirtschaftlich gibt es sowieso nur eine gute Lösung für Griechenland: Raus aus dem Euro und wieder eine eigene Währung einsetzen. Die kann dann anders als der Euro angemessen abgewertet werden, denn nur das läßt dem griechischen Volk die nötige Luft zum Atmen.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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