Das Wort zum Sonntag: Piraten erobern Lüdinghausen

Im Wahlkampf um den neuen Landtag von NRW fanden sich heute auch die Piraten mitten auf dem Lüdinghauser Marktplatz ein. Und das Interesse an den Freibeutern war hoch, wenn man mal mit dem CDU-Stand direkt nebenan oder dem verschämt vom Marktplatz abgerückten FDP-Stand verglich.

Das Interesse galt nicht etwa nur den lustigen Giveaways, von denen mir persönlich der echt handgezwirbelte Piratendegen am besten gefiel. Meiner Enkelin Juliana übrigens auch…

Den Piraten wird ja immer wieder nachgesagt, dass sie „echte“ Probleme nicht wirklich lösen könnten, weil sie einfach keinen Plan hätten. Wenn man die Gespräche am Stand der Piratenpartei ein wenig verfolgte, merkte man aber schnell, dass manche das sogar als Voraussetzung dafür ansahen, dass die dringend notwendigen Änderungen bei der Verwaltung unseres Landes (und auch unseres Planeten) angegangen werden.

Was nützt es, wenn alle Änderungsvorschläge daran scheitern, dass unsere Kanzlerin ihre Methoden und Entscheidungen als „alternativlos“ deklariert und das ergebene Fussvolk der vertikal orientierten etablierten Parteien das dann brav abnickt, sei es um den guten Listenplatz nicht zu verlieren oder um das Sitzungsgeld als Stadtverordneter nicht zu riskieren. Bei der SPD, FDP und den Grünen sieht es ja nicht anders aus, auch nicht bei der Linken.

In einer Zeit, in der nahezu jeder im Internet ist, liegt die direkte Demokratie doch quasi auf dem Präsentierteller, und das Netz hat seine eigene Hierarchie, nämlich keine. Jeder ist gleich und jeder kann gefragt werden, wie er zu einer Sache steht.

Natürlich erfordern neue Mechanismen neue Regelungen, speziell für langfristigere Vorhaben. Aber schlimmer, als wir, unsere Kinder und unsere Enkel von den „etablierten“ Parteien in die Bredouille gebracht wurden, geht es doch gar nicht mehr.

Mit den für sie unbezahlbaren Renten machen wir unsere Kinder fertig und mit den aufgehäuften Schulden nehmen wir den Enkeln die Luft zum Atmen. Und sollte es noch Menschen geben, die das überleben, werden die lernen müssen, mit einer echten Klimakatastrophe umzugehen.

Unser Planet ist schon weithin eine Ödnis, und Staaten, die es sich leisten können, kaufen oder pachten Land in Afrika und anderswo, um ihr Staatsvolk noch ernähren zu können. Die Einheimischen verhungern. Über 7 Milliarden Menschen, die mit rigorosem Raubbau an der Natur und den Menschen, die sich nicht wehren können, unsere Umwelt zerstören, haben sich deutlich bemerkbar gemacht.

Und wofür? Man baut Produkte, die keiner wirklich braucht, erzeugt einen Bedarf und sorgt dafür, dass dieser Mist möglichst direkt nach der Garantiezeit in die Binsen geht, dann kann man ja wieder den Ersatzbedarf befriedigen. Bei der Produktion gehen zwar wieder massenhaft CO2 (Kohlendioxid) und CH4 (Methan) als Klimakiller in die Atmosphäre – das scheint aber für die Mächtigen kein Grund zu sein, diese unsinnigen Zyklen zu unterbrechen.

Intelligente Lebewesen, die unsere Erde von ausserhalb betrachten, würden sich möglicherweise vor Lachen den Bauch (oder ihr Äquivalent dazu) halten, wenn sie sehen, was wir mit diesem wunderbaren Planeten treiben. Oder aber die Tränen würden ihnen in die Augen treten…

Geschaffen hat das alles die etablierte Politik, die sich immer als willfährige Helferin der Reichen und Mächtigen gesehen hat. Finanzkrise, Bankenkrise, Euro-Krise – alles wurde erst mit Hilfe solcher Politiker, an der Spitze Frau Merkel, ermöglicht. Fragen Sie mal einen Spanier dazu, von denen jeder vierte keine Arbeit hat, bei den jungen Leuten soger jeder zweite. Oder einen Griechen oder einen Irländer. Deshalb wird es Zeit, dass andere Kräfte mit anderen Grundeinstellungen und Vorgehensweisen dieser Form von Selbstzerstörung ein Ende setzen.

Für mich durchaus viele Gründe, bei der Landtagswahl im nächsten Monat mein Kreuzchen bei den Piraten zu machen, und ich hoffe, dass das auch viele andere tun, die die Irrwitzigkeit unserer real existierenden „sozialen Marktwirtschaft“ und die Borniertheit der „etablierten“ Parteien erkannt haben und für sich und ihre Nachkommen eine andere Zukunft wollen.

Das Bild wurde mit einer Fuji Finepix S1600 aufgenommen. Download mit vollen 4.000 × 3.000 Bildpunkten Auflösung und Verwendung des Fotos im Internet gegen Quellennachweis.

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