Datenschützer Schrems geht gegen Android-Werbe-ID vor

Der Datenschutzaktivist Max Schrems aus Wien hat in Frankreich eine Beschwerde gegen Google eingereicht. Er wirft dem Suchmaschinenkonzern vor, Nutzer von Android-Telefonen ohne ihre Zustimmung illegal zu verfolgen. Das teilte die österreichische Datenschutzorganisation Noyb gestern mit und bestätigte damit einen Bericht der  Financial Times.

Smartphones mit Googles Betriebssystem Android erzeugen eindeutige Werbe-IDs, die es Google und Dritten ermöglichen, das Surfverhalten der Nutzer zu verfolgen, um sie dann gezielt mit Werbung anzusprechen.

In einer Beschwerde bei der französischen Datenschutzbehörde CNIL argumentiert Schrems‘ Datenschutzorganisation Noyb, dass Google die Anwender nicht ausdrücklich um Erlaubnis gebeten habe, bevor die Werbecodes erstellt und gespeichert worden seien, deshalb seien das „illegale Operationen“.

Behörde prüft jetzt die Vorwürfe

Noyb forderte jetzt die französische Datenschutzbehörde auf, eine Untersuchung über Googles Tracking-Praktiken einzuleiten und auch den Suchmaschinenriesen zu zwingen, die Datenschutzregeln einzuhalten. Außerdem forderte der Verein die CNIL auf, auch Geldstrafen gegen Google zu verhängen, wenn dem Android-Hersteller ein Fehlverhalten nachgewiesen werde.

Schrems machte deutlich, dass die versteckte ID es Google und allen Apps auf dem Handy gestatte, Nutzer zu verfolgen und dabei Informationen über das Online- und Offlineverhalten zu kombinieren. Dieses Tracking verlange eindeutig eine Zustimmung der Anwender, die Google aber nicht einhole.

Schrems wurde vor allen durch seine Auseinandersetzung mit Facebook bekannt. Vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) hatte er dabei in den letzten Jahren zwei spektakuläre Erfolge, die den gesamten Datenaustausch zwischen den USA und der EU betrafen: Im Oktober 2015 kippte der EuGH auf Schrems‘ Betreiben die EU-US-Datenschutzvereinbarung Safe Harbor, und im Juni 2020 brachte Schrems auch die Nachfolgeregelung Privacy Shield zu Fall.

Über Klaus

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