Der Bundestag hat das Faxen dicke

Diese Nachricht löste Spott und Häme aus: Von der kommenden Legislaturperiode an sollen im deutschen Bundestag keine Faxgeräte mehr benutzt werden. So beschloss es der Ältestenrat des Bundestags vorgestern, teilten dessen Mitglieder Marco Buschmann (FDP) und Jan Korte (Linke) nicht per Fax, sondern als Tweet auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die Saarbrücker Zeitung hat ebenfalls über das Vorhaben berichtet.

Im 21. Jahrhundert angekommen?

Mit dieser Entscheidung sei der Bundestag im 21. Jahrhundert angekommen, twitterte Buschmann. Und Korte schrieb, der Ältestenrat leite eine neuen Epoche ein und fügte noch hinzu: „Wird ne krasse Umstellung.“

Spott zu der späten Entscheidung, die zeigt, dass der Bundestag bis heute immer noch auf die völlig veralteten Faxgeräte setzt, kommt aber nicht nur von den progressiven Abgeordneten.

Mit Rauchzeichen, Brieftauben oder Rohrpost zurück in die Zukunft

Im Gegenteil werden diese von anderen Nutzern gefragt, ob es sich bei der Nachricht möglicherweise um einen Witz handele. Es werden auch noch ältere Techniken zur Kommunikation als Alternativen zur veralteten Faxtechnik vorgeschlagen, darunter Rauchzeichen, Brieftauben, Rohrpost und Morse-Telegrafie.

In einem Interview sagte der jüngste Abgeordnete im aktuellen Bundestag, Roman Müller-Böhm (FDP), an seinem ersten Arbeitstag„Ich musste auch erst lernen, wie man ein Fax verschickt.“

Regierung, Parlament und Behörden in Deutschland faxen um die Wette

In der Tat zählt Deutschland zu einem der letzten Staaten, in denen das Fax vor allem in Behörden und offenbar auch im Parlament noch massiv eingesetzt wird. Faxgeräte waren ab Mitte der 70er Jahre allgemein verfügbar, und der Faxdienst wurde 1979 durch die Deutsche Bundespost offiziell eingeführt.

Die deutsche Bundesregierung setzt auch immer noch weiter auf das Fax und nutzt dafür über 900 Faxgeräte, ergab eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Andrew Ullmann an das Innenministerium im vergangen Jahr.

Anders als beispielsweise Email oder Messenger bietet ein Fax aber keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, und auch die Faxgeräte selbst können von Sicherheitslücken betroffen sein.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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