Der Corona-Abkürzungsfimmel der Politiker

Die Politik erzeugt in Sachen Corona teils hanebüchene Abkürzungen, die an den weit verbreiteten und von Sprachspezialisten häufig gegeißelten Abkürzungsfimmel (AKüFi) erinnern.

Oder aber an die berüchtigten Schüttel- oder Knüppelreime nach Andreas Knittelvers, die viel mit den als Regeln oder Formeln bezeichneten zwanghaften Abkürzungen der Politiker (und nicht zu vergessen: des Tierarztes Lothar Wieler, der das Robert-Koch-Institut (RKI) leitet) gemeinsam haben.

Der Unsinn begann mit der „Alltagsmaske“ in der „AHA-Regel“

Schon beim ersten der Kürzel „AHA“ verknoteten sich meine Gehirnwindungen. Der Begriff steht für „Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske tragen“.

Mit „Alltagsmaske“ haben die pseudokreativen Politiker sich offensichtlich ein völlig ungebräuchliches neues Wort mit „A“ gebastelt, damit sie so das vermeintlich eingängige Buzzword „AHA“ bilden konnten.

Einen AHA-Effekt hat das aber eher nicht erzeugt. Oder haben Sie schon einmal gehört, wie normale Menschen (also nicht Jens Spahn & Co.) nicht von Maske, Gesichtsmaske oder Mund- und Nasenschutz, sondern von Alltagsmaske gesprochen haben?

Die Steigerungen des AKüFi bis hin zu AHA+L+C

Das geht aber inzwischen munter weiter: Aus dem AHA wurde jetzt eine regelrechte Formel. Mit AHA+L wird der kranke Begriff um „Lüften“ erweitert und mit der noch längeren Formel AHA+L+C sogar auch noch Werbung für die weitestgehend sinnfreie Corona-Warn-App eingeschoben – und damit dann die Griffigkeit vollends zunichte gemacht.

Man mag zu dieser mit über 60 Millionen Euro teuersten und sinnfreiesten staatlichen deutschen App aller Zeiten stehen, wie man will, aber diesen Werbeplatz hat das Machwerk aus den Häusern Telekom und SAP nicht wirklich verdient.

3G und 4G mal nicht als Mobilfunkgeneration

Ganz neu ausgebrütet hat der AKüFi den Begriff von den drei „G“, der für „geschlossene Räume, Gruppen und Gedränge“ sowie „Gespräche“ steht. Das sind dann eigentlich schon 4G, eines davon allerdings nur als Kleinbuchstabe…

Die drei G sind nur mit Stimmungsaufhellern zu ertragen – wenn überhaupt

Wer sich an diese drei „G“ hält, sollte sich sicherheitshalber auch gleich ein paar Stimmungsaufheller vom Psychiater seines Vertrauens verschreiben lassen, um den der Vereinsamung folgenden Depressionen irgendetwas entgegensetzen zu können…

Foto: Jens Spahn, Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.o

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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