Der (Handels-)Krieg mit den USA hat heute begonnen

Wer wie ich den Zweiten Weltkrieg mit seiner Geburt nur knapp um drei Jahre verpasst hat und in einer englischen, amerikanischen oder französischen Besatzungszone aufgewachsen ist, sah in den Amerikanern gute Freunde.

Die „Amis“ befreiten zusammen mit ihren Alliierten Deutschland von einem rassistischen, mörderischen Diktator aus Österreich, der Deutsche über alles (klingt irgendwie noch nach Nationalhymne…) stellte, befreit haben – und uns mit Zigaretten und Schokolade in Care-Paketen glücklich machten.

In Haltern am See, wo ich aufgewachsen bin, waren es die britischen Alliierten der USA, (völkisch „Engländer“, vulgo „Tommys“), die zu unserem Schutz vor den bösen Russen in den Borkenbergen stationiert waren.

Immer, wenn an der „Panzerstraße“ am Halterner Stausee an allen Waldwegen Schlagbäume heruntergelassen waren und rote Flaggen informierten, dass in den Borkenbergen ein Manöver lief und man besser an einem anderen Tag in den Wald gehen sollte, schlug unsere Stunde:

Wir machten uns dann auf den Weg an den Rand des Manövers. Denn dort, direkt an jedem Schlagbaum, waren britische Soldaten stationiert, die sich irgendwie die Zeit bis zum Ende der Übung vertreiben mussten und sich auch gerne trotz unserer relativ schwachen Englischkenntnisse mit uns unterhielten. So kamen wir als zehnjährige Gymnasiasten zu kostenlosem Englischtraining und Streichhölzern.

Englischtraining und Streichhölzer

Denn unser am  häufigsten dort formulierter Satz war wohl: „Do you have a matchbox for me? (Hast du eine Streichholzschachtel für mich?)“. Mindestens eine Streichholzschachtel mit einer Schwalbe drauf war in der Regel die Manöver-Beute.

Noch heute ist mir nicht wirklich klar, wieso sich das Betteln um Streichholzschachteln zu so einem Ritual entwickeln konnte.

Streichhölzer konnten wir in den 50er Jahren ohne Probleme kaufen, allerdings gab es bei dem damals noch herrschenden Zündwaren-Monopols nur die Wahl zwischen gelben „Haushaltsware“ und blauen „Welt-Hölzern“, was wohl dazu führte, dass wir nicht nur Briefmarken, sondern auch die Etiketten von Streichholzdosen sammelten.

Vielleicht waren es aber auch die irren Konservendosen der Soldaten. Denn wenn einer von ihnen keine „Stickendose“ in der Tasche hatte, machte er einfach eine olivfarbene Konservendose auf. Darin war eigentlich rundes Brot, aber obenauf lag immer eine Schachtel Streichhölzer mit der Schwalbe auf dem Etikett…

Der Heiligenschein der Amis ging in Vietnam verloren

So baute sich ein freundliches Verhältnis zu den „Tommys“ und den „Amis“ auf. Erste Zweifel kamen mit dem Vietnam-Krieg in den 60er Jahren, als US-Präsident Lyndon B. Johnson das Land flächendeckend mit Agent Orange und Napalm bombardieren ließ.

Ein berühmtes Foto aus dieser Zeit zeigt ein nacktes Mädchen auf der Flucht vor den amerikanischen Bomben und erschütterte nicht nur mein Verhältnis zu den USA.

Und ein mit Fake News begründeter Krieg nach dem anderen wie beispielsweise im Irak (wegen frei erfundener Massenvernichtungswaffen des Saddam Hussein) ließ die Amis immer schlechter dastehen – Foltercamps in mehreren europäischen Ländern und menschenrechtswidrige Lager wie Guantanamo taten das ihre dazu.

Der kranke Diktator Donald J. Trump

Diktatoren kommen heute immer seltener durch einen Putsch oder Ähnliches an die Macht, sondern sie werden in der Regel von ihren frustrierten und offensichtlich auch gehirnamputierten Staatsbürgern demokratisch gewählt.

Dann werden Oppositionelle verfolgt, die Verfassung umgebaut, die Medien gleichgeschaltet, und hartnäckige Vertreter von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, seien es Juristen, Journalisten oder einfach nur Influencer, landen im Knast. Die Türkei, Russland, Venezuela, Ungarn oder Polen sind nicht die einzigen guten Beispiele dafür.

Seit dem letzten Jahr regiert auch in den USA der geisteskranke rechtsradikale Klimaleugner Donald J. Trump nach dem Motto „America First“, der bei der russischen Mafia im eigenen Haus gelernt hat und nun der ganzen Welt vorschreiben will, dass sie gefälligst Schutzgeld an die USA zu bezahlen hat.

Wie es im Hauptquartier von Trumpland, dem Weißen Haus in Washington, zurzeit aussieht, beschreibt das Buch „Fire and Fury“ von Michael Wolff.

America First: USA hat den Handelskrieg gegen den Rest der Welt gestartet

Heute früh um 6 Uhr unserer Zeit fiel mit dem Inkrafttreten der Strafsteuern auf US-Importe von Stahl und Aluminium für die EU, Kanada und Mexico der erste „Schuss“ im Handelskrieg zwischen den USA und (nicht nur) Europa.

„Trump legte einen Revolver auf den Tisch und wollte dann über ein sachliches Problem verhandeln“, beschreiben mehrere Reporter in den Medien, wie der kranke Konservative Trump vorgeht.

Verlieren werden bei diesem Krieg alle Menschen auf der Erde. Ich hatte meine Hoffnung, dass Trump gestoppt und entmachtet wird, auf vernünftige Politiker bei den Demokraten, aber auch bei den Republikanern in den USA oder wenigstens auf die (offensichtlich nahezu unwirksamen) „checks und balances“ des Amerikanischen Rechts gesetzt, die Menschen wie Trump von den schlimmsten Untaten abhalten.

Diese Hoffnung hat sich aber leider bisher nicht erfüllt, und der Krieg hat heute begonnen…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
Dieser Beitrag wurde unter Kommentar, News abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.