Der radikale Islam zeigt sein Gesicht im Irak

IrakIn Mossul im Irak hörte man bisher außer dem Gebetsruf des Muezzin auch die Kirchenglocken läuten. Dort leben schon seit 1.800 Jahren Christen. Bis vor kurzem befand sich dort auch das Grab des Propheten Jona, dessen Geschichte vom Überleben im Bauch eines Wals die Bibel erzählt.

Inzwischen zerstörten die Islamisten von der ISIS (Islamischer Staat im Irak und Syrien), die sich jetzt IS (Islamischer Staat) nennt, das Grab Jona mit Vorschlaghämmern, entfernten das Kreuz auf der Kathedrale des Heiligen Ephräm und hissten die schwarze IS-Flagge darauf.

Jetzt stellte die dschihadistischsalafistische Terrororganisation den Christen in Mossul per Flugblatt ein Ultimatum:

Flieht, ohne Gepäck, nur mit der Kleidung am Leib, oder wählt aus drei Optionen: Konvertierung, Sondersteuer oder Exekution durchs Schwert.

Am Freitag verkündeten sie ihr Ultimatum auch noch durch die Lautsprecher der Moscheen – gestern war Deadline.

Die Drohung erfüllte ihren Zweck – in Scharen verließen die Christen von Mossul ihre Heimatstadt. “Erstmals in der Geschichte des Iraks gibt es in Mossul nun keine Christen mehr“, sagt der irakische Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche Louis Sako. Fast alle Christen hätten sich zur Flucht entschieden, berichten auch lokale Quellen.

Nicht nur die Christen im Irak, auch Assyrer, Chaldäer und Aramäer werden von den radikalen Islamisten bedroht. Auch andere Gruppen, die die IS als Irrgläubige betrachtet, werden von ihnen erbittert verfolgt.

Das trifft auch andere Glaubensrichtungen der eigenen Religion: Mindestens 13 schiitische Moscheen und Heiligtümer sollen schon von der radikalen sunnitischen Miliz zerstört worden sein, berichtet die Menschenrechtsorganisation “Human Rights Watch” (HRW).

Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein. Man muss sich wirklich langsam fragen, ob der globale Spätkapitalismus oder die Religionen aktuell die stärkere Bedrohung des Überlebens der Menschheit sind.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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