Deutscher Messenger Hoccer musste aufgeben

Der hier in Deutschland entwickelte sichere Messenger Hoccer hat jetzt seinen Betrieb eingestellt. Die beiden Apps für die Betriebssysteme Android und iOS funktionieren deshalb nicht mehr.

Die Homepage ist abgeschaltet, und zeigt nur noch eine Abschiedsnachricht an, in der der Betreiber personelle und finanzielle Konsequenzen der Coronavirus-Pandemie anführt, die den weiteren Betrieb des Dienstes unmöglich machten. Unter anderem sollen dieser Nachricht zufolge auch Sponsoren abgesprungen sein.

Hoccer war 2009 als einer der vielen Me-too-Apps gestartet, die im Kielwasser des erfolgreichsten Messenger Whatsapp um Nutzer warben und im Grunde alle mehr oder weniger scheiterten.

Die Hoccer-App sollte eine anonyme und sichere Alternative aus Deutschland sein. Wie später auch Threema war der Messenger nicht an die Telefonnummer gekoppelt und die Verbindungen und Chats waren auch verschlüsselt. Sogar auf Datensparsamkeit hatten die Entwickler Wert gelegt.

Allerdings konnte man Hoccer nicht selbst anhand des Quellcodes überprüfen, denn die App war nie Open Source.

WhatsApp ist zu stark für neue Wettbewerber

Hoccer siegte zwar bei einem Messenger-Vergleich der Stiftung Warentest, konnte aber nie wirklich richtig durchstarten. Wenn die meisten Kontakte den Marktführer der Messenger, WhatsApp, benutzen und sich nicht zu einem Wechsel bewegen lassen, geht letztlich jeder dahin, wo die anderen schon alle sind, und so ließ die Begeisterung für einen alternativen Messenger schnell nach…

Schon in den letzten zwei Jahren ist Hoccer auch nur noch halbherzig gepflegt worden: Das letzte Update der Android-App gab es im September 2018, und die iOS-App wurde zum letzten Mal im Dezember 2017 aktualisiert. Seit ein paar Tagen beschweren sich Nutzer über Funktionsausfälle – jetzt wissen sie warum: Der Messenger Hoccer ist am Ende:

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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