Die beste Neuerung der iPads Air 2 erwähnte Apple nicht…

AppleSIMprogIm Grunde genommen war fast alles, was Apple gestern Abend vorstellte, kalter Kaffee. Wer will schon einen Mac für 2.600 Euro kaufen, weil er eine 7-fach höher Auflösung als HD hat? Auch zu den iPads waren die Details von Apple selbst schon am Vorabend in einem Benutzerhandbuch im iTunes Store nachzulesen. So gesehen wurde gestern Abend auf der Bühne in Cupertino nichts wirklich Neues verkündet. Dabei gibt es durchaus etwas Bemerkenswertes, das den Mobilfunkmarkt durcheinander wirbeln könnte: die im Betrieb umprogrammierbare SIM-Karte.

Fliegender Providerwechsel mit dem iPad Air 2

Die SIM-Karte des iPad Air 2 lässt sich jetzt umprogrammieren. Mit dieser Karte kann man ohne Aufwand zwischen verschiedenen Netzbetreibern ganz einfach online wechseln. Das klappt zunächst nur bei vier teilnehmenden Mobilfunk-Providern in den USA und Großbritannien. Es dürften aber bald weitere Netzbetreiber und Regionen folgen.

Diese per Funk umprogrammierbaren SIM-Karten sind nicht etwa neu, sondern sie wurden schon vor längerer Zeit entwickelt. Bisher kamen sie aber nur in Technik wie beispielsweise Autos mit Internetanschluss zum Einsatz.

Die Idee dahinter ist, dass man damit keine Chips mehr auswechseln muss, wenn die Fahrzeuge in verschiedene Weltregionen geliefert werden. Außerdem kann der Benutzer mit den umprogrammierbaren SIM-Karten Roaming-Gebühren vermeiden, wenn er in einem anderen Land unterwegs ist – die Karte kann dann einfach online auf einen lokalen Anbieter umgestellt werden.

Heftige Gegenwehr der Mobilfunkprovider

Hinter vorgehaltener Hand war schon länger zu hören, dass Apple solche SIM-Karten in seinen Mobilgeräten einsetzen will, aber Mobilfunk-Betreiber sich dagegen gewehrt hätten. Sie legten angeblich großen Wert darauf, die Beziehung zu ihrem Kunden über die Ausgabe der kleinen Chips unter Kontrolle zu halten.

Sie machten sich Sorgen, dass die Kunden mit einer umprogrammierbaren SIM-Karte wesentlich häufiger den Netzbetreiber wechseln würden und dadurch ein Preiskampf der Provider untereinander die heute noch als schlicht unverschämt zu bezeichnenden Margen verringern würde.

Und genau das dürfte jetzt auch eintreten, wenn sich die neue SIMs durchsetzen. Besonders bei Auslandsreisen kann es sehr praktisch sein, einfach mit ein paar Wisch-Gesten seinen Anbieter zu wechseln.Dabei haben die Kunden die Wahl zwischen mehreren Kurzzeit-Verträgen und müssen sich deshalb nicht mehr für lange Zeit auf einen Anbieter und ein Netz festlegen – das sind aktuell meist zwei Jahre.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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