Die Blockwart-App des Berliner Senators Henkel (CDU)

BerlinBlockwartAppEs ärgert wohl die meisten Mitbürger, wenn: Müll oder Bauschutt einfach in Parks oder auf den Gehweg gekippt, der Hundekot liegen gelassen, Fahrradwege oder Einfahrten wild zugeparkt und Wände mit Graffiti beschmiert werden.

Wer solche und andere Missstände von Baustellenlärm über kaputte Straßenlaternen bis zum Rattenbefall künftig in Berlin den Behörden melden oder einfach nur mal den Messie-Nachbarn anscheißen will, hat es seit dem Wochenende einfacher:

Berliner Bürger können seit Freitag über eine App die Ordnungsämter der Bezirke direkt über “Mängel und Probleme im öffentlichen Raum” (so nennt sich die Blockwart-App) informieren.

Man sollte es dem Führer schreiben!

Diese App erinnert an die StaSi-Methoden in der DDR und die Blockwarte der Nazi-Zeit – aber auch ein wenig an Hausmeister Krause…

Die Mobilanwendung (App) “Ordnungsamt-Online” ist für Googles Android und Apples iOS kostenlos verfügbar. Man kann damit natürlich auch anonym anscheißen, damit die Denunzianten sie auch wirklich benutzen.

Wer eine Rückmeldung zum Bearbeitungsstatus möchte, muss natürlich auch eine E-Mail-Adresse angeben – sonst geht das ja kaum. Der Ort des Problems lässt sich automatisch über GPS, manuell auf einer Karte oder simpel per Adressangabe übersenden. Dazu soll der Sachverhalt beschrieben werden, ein “Beweisfoto” kann gleich mit hochgeladen werden. Die App erlaubt es auch, aktuelle Meldungen von Dritten in der Nähe zu sichten.

Denunzieren kann teuer werden

Euro_400Die Gesamtkosten des mehr als zweifelhaften Projekts belaufen sich laut “B.Z.” auf satte 910.000 Euro. Bezirksstadtrat Torsten Kühne (CDU) aus Pankow warnte zwar danach, dass das Portal und die App für “eilige Anliegen und selbst ernannte Hilfssheriffs” nicht geeignet seien – das dürfte aber Möchtegern-Ordnungsliebende und Denunzianten kaum abhalten.

Es gibt halt Dinge, die man besser nicht machen sollte, und die Berliner Blockwart-App der CDU gehört eindeutig dazu!

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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