Die Brexit-Abstimmung rückt näher

Am 23. Juni ist es so weit, die Briten stimmen über den Brexit ab. Und jeder noch so geringste Anlass wird als Basis für einen Artikel dazu genommen – egal, ob es  die Computerpanne auf der Brexit-Registrierungsseite vor drei Tagen oder nur ein Gesprächspartner ist, der so aussieht, als spräche er Englisch.

Aktuell macht uns ein Spiegel-Titelblatt dazu zum Affen: Mir erscheint es eine fast schon widerliche Anbiederung, wenn über dem Union Jack in fettesten Lettern gefleht wird “Bitte geht nicht!” Bei mir würde das eher heißen “Geht doch endlich!”.

Geht doch endlich!

Ich persönlich hoffe sehr, daß die Briten ihren Brexit beschließen und die EU dann auch so schnell wie möglich verlassen.

Schließlich ist Großbritannien das Land der EU, das an allen Ecken und Kanten deutlich macht, daß sie nicht das geringste Interesse am Zusammenwachsen der europäischen Länder haben.

Großbritannien will ein Europa der Schnäppchenjäger

Großbritannien leidet an Europhobie – und hat durch sein Verhalten schon manch anderen angesteckt. Da braucht es keine demente Maggy Thatcher, die kreischt “I want my money back!”

Und das ist genau der Punkt. Die Briten sehen Europa als eine reine Quelle neuer Möglichkeiten, sich zu Lasten der anderen EU-Staaten zu bereichern. Sie leben ja hauptsächlich von “Finanzdienstleistungen” – produziert wird im Königreich nicht mehr viel.

Aber ein Zusammenwachsen der europäischen Länder zu einem echt vereinten Europa, das handeln kann, ohne vorher 28 Staatschefs zu fragen und irgendwie auf einen Nenner zu bringen, darf es doch in den Augen der Briten niemals geben. Mit dieser “üblen” Zukunftsvision gehen ja gerade die Rechtspopulisten des Nigel Farage auf der Insel auf Stimmenfang.

Die Briten sind kein Partner für eine Europäische Union

Wir leben alle auf demselben Planeten und stellen immer mehr fest: Wenn der Nachbar Gift ins Wasser leitet, sterben bei uns die Fische. Wenn er eine Atombombe zündet oder ein Atomkraftwerk in die Luft jagt, kriegen wir den Fallout ab.

Wenn die Industrienationen über die Klimaerwärmung und andere bekannte Mechanismen das Leben in Afrika unmöglich machen, kommen die Afrikaner zu uns.

All diese Probleme sind nur global zu lösen. Wie soll das aber gehen, wenn schon EU-Mitgliedsstaaten die Abgabe von Macht an eine gemeinsame Regierung in einem gemeinsamen demokratischen Staat Europa mehr fürchten, als der Teufel das Weihwasser?

Dann lieber ein echt vereintes Europa auf dem Kontinent – selbst wenn nur eine Handvoll Staaten dabei wirklich mitmachen. Und dazu ein separates Königreich auf einer Insel des Selbstbetrugs.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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1 Antwort zu Die Brexit-Abstimmung rückt näher

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