Die Cannabis-Freigabe steht auch in Deutschland kurz bevor

Die potentiellen Koalitionspartner FDP und Grüne befürworten schon seit Jahren die Legalisierung der weichen Droge Cannabis, und die SPD lockte ja schon zur Bundestagswahl mit der Freigabe von Cannabis.

Außerdem steht im SPD-Parteiprogramm: „Wie Alkohol ist auch Cannabis eine gesellschaftliche Realität, mit der wir einen adäquaten politischen Umgang finden müssen“.

Schlecht für Dealer und andere Bedenkenträger

Daß sich die Dealer, die neben der weichen Droge Cannabis in aller Regel auch harte Drogen von Kokain und Crack  über Heroin bis Crystal Meth im Angebot haben, darüber nicht besonders freuen, dürfte ja wohl jedem klar sein.

Aber jetzt mischen sich nach mehreren Presseberichten von heute auch die Polizeigewerkschaftsführer in die Debatte ein und geben sich besorgt, es ergebe keinen Sinn, neben dem legalen, aber gefährlichen Alkohol die Tür für eine weitere angeblich gefährliche und oft verharmloste Droge zu öffnen – was ein verdrehter Fehlschluss!

Zu den Bedenkenträgern bei den Gewerkschaftlern, die sich gestern so geäußert haben, gehört ausgerechnet der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, der es ja eher nicht so mit Gesetzen und Vorschriften hat und besonders mit seinem ungehemmten Abkassieren bei seinem Dienstherrn trotz Freistellung Schlagzeilen machte, wundert mich eher nicht.

Der Rest der Welt sieht das anders

Dabei ist doch klar, dass es die Gesellschaft spaltet, wenn ein harte Droge wie Alkohol, an der jedes Jahr Hunderttausende Menschen im Jahr sterben, angeblich aus Gründen der Tradition frei zu kaufen ist, während die sanfte Droge Cannabis, an der noch nie jemand verstarb, verboten bleiben soll.

An Alkohol und Tabak sterben jedes Jahr 200.000 Menschen, ermittelte die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen. An Cannabis ist noch niemand gestorben. Warum also diese Hatz? So mancher fragt sich berechtigterweise: „Wenn ich mir als erwachsener Mensch Hanfsamen kaufe, ein paar Pflanzen züchte und deren Blütenblätter rauche – was geht das eigentlich den Staat an?

Der Richterbund, der Bund der Kriminalbeamten und einige Hundert Jura-Professoren haben sich schon lange eindeutig für die Freigabe ausgesprochen und halten das Cannabis-Verbot für einen Auswuchs völlig verfehlter Drogenpolitik.

Für die deutsche Wirtschaft wäre es ein Segen

Dutzende Staaten haben inzwischen Cannabis freigegeben und freuen sich über die positiven wirtschaftlichen Folgen wie neue Arbeitsplätze, deutliche Steuereinnahmen und massive Einsparungen bei der Strafverfolgung im Milliardenbereich – aber auch über die bessere Qualität der kontrolliert abgegebenen Drogen.

Denken Sie mal an den tödlichen Schnaps der Schwarzbrenner in der Türkei, an dem vor ein paar Jahren auch deutsche Jugendliche starben…

Für eine Legalisierung spricht sich unter anderem auch Börsenlegende George Soros aus, der die Kampagne in den USA finanziell unterstützte: „Wir sollten lieber in effiziente Bildung investieren als in ineffektive Gefängnisaufenthalte.“

Ob er schon Optionen auf die ersten großen Plantagen gekauft hat? 😎

Foto: Rainer Wendt. Superbass, CC BY-SA 4.0

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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1 Antwort zu Die Cannabis-Freigabe steht auch in Deutschland kurz bevor

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