Die Deutsche Telekom sollte nach Ankara umziehen…

TelekomHoettgesWenn ich an den halbstaatlichen Konzern Deutsche Telekom und ihren kleinen König und Vorstandsvorsitzenden Timotheus Höttges denke, fällt mir sehr schnell auch die Sultanine vom Bosporus Recep Tayyip Erdogan ein – denn die beiden haben viele Gemeinsamkeiten.

Dazu gehört insbesondere der starke Drang, alles bestimmen zu können – selbst wenn man dazu weder die nötige Qualifikation noch die Weitsicht hat.

Staatskonzerne sind “Too big to fail”

Seit sich die Telekom als eine Art Staatskonzern den für sie lukrativen Ausbau des Internet statt zukunftssicher mit Glasfaser lieber konkurrenzausschließend mit obsoleter Kupfer-Technologie (Vectoring) von den Politikern mit Milliardensubventionen sponsern lassen konnte, glaubt sie jetzt offenbar, sich alles erlauben zu können. Inklusive der Schönung von Berichten zum Fortschritt der Glasfaser-Verkabelung.

Erwischt? Dann spielt er nicht mehr mit…

Höttges hat in der Telefonkonferenz mit Journalisten zu den Quartalsergebnissen verärgert auf die Aufforderung reagiert, Angaben zu den Fiber-To-The-Home-Anschlüssen des Konzerns zu machen.

Höttges hob die Stimme leicht an und sagte: “Ich werde mich an der sinnfreien Diskussion über gute oder schlechte Glasfasertechnologie nicht beteiligen.”

Die Glasfaserlüge von König Timotheus

Die Telekom hatte in ihrem Geschäftsbericht erneut VDSL (FTTC – Fiber To The Curb), Vectoring (FTTC) und FTTH (Fiber To The Home) zusammengerechnet und als “Glasfaser-Anschlüsse” ausgewiesen. Es geht also nicht um gute oder schlechte Glasfasertechnologie, bei VDSL und Vectoring endet die Glasfaser einfach am Kabelverzweiger.

telekom_infografik_vectoring

Wen interessiert schon der Sinn einer Sache?

eSIMAuch die eSIM nutzt die Telekom in selbstherrlicher Weise. Der Hauptnutzen der elektronischen SIM-Karte ist ja, daß man ohne Probleme mit dem physikalischen Austausch einen Providerwechsel “over the air” machen kann. Die Deutsche Telekom will aber ihren Kunden bei der eSIM den Wechsel des Netzbetreibers nicht ermöglichen.

Auf die Frage, ob der Mobilfunkbetreiber mit der eSIM eine Kannibalisierung befürchte, sagte Telekom-Chef Timotheus Höttges am 4. Mai 2016 in einer Telefonkonferenz: “Der Kunde kann nicht zwischen unterschiedlichen Netzen hin- und herswitchen.”

Da muß man sich ja schon fragen, warum die Telekomiker die eSIM dann überhaupt einsetzen?

Alles genau wie früher: inkompetent, unverschämt und zukunftsfeindlich

Aber erinnern wir uns daran, daß genau dieser Saftladen uns allen noch in den 90er Jahren erzählen wollte, daß Datenströme über Telefonleitungen nicht schneller als mit 300 Bit/s (das entspricht 0,0003 Megabit) übertragen werden können. Über meine Telefonleitung kommen die Daten heute mit 16 Megabit – und das gilt heutzutage bei weitem noch nicht als schnelle Leitung.

16 Megabit ist aber immerhin mehr als das Fünfzigtausendfache der Übertragungsrate, von der die Deutsche Telekom noch vor gar nicht so langer Zeit behauptete, schneller ginge es aus technischen Gründen nicht.

Solange halbstaatliche inkompetente, unverschämte und zukunftsfeindliche Unternehmen wie die Deutsche Telekom im Zentrum aller Subventions-Ausschüttungen stehen, wird Deutschland auch niemals wieder den Anschluß im globalen Rennen um die technologische und vor allem wirtschaftliche Führerschaft an die außer Sichtbarkeit vor ihnen galoppierenden Wettbewerber aus den USA, China (daher stammt fast alle modernere “Telekom”-Technologie) oder Südkorea finden und weiter Staub schlucken müssen…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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