Die Email wird heute 30 Jahre alt

E-Mails pro Tag weltweit 2017   PrognoseVor 30 Jahren kam die erste Email zwischen auf einem deutschen Computer an. Am 3. August 1984 bekam Michael Rotert an der Universität Karlsruhe die erste E-Mail der Geschichte in Deutschland. Inzwischen haben die elektronischen Briefe die Schneckenpost schon lange überholt und aufgerollt.

Der Sreenshot von Statista.com zeigt, das jeden Tag ca. 200 Milliarden E-Mails versandt werden. Aus Deutschlands 140.000 Briefkästen holt die Post täglich nur 65 Millionen Schneckenpost-Briefe, um sie weiter zu befördern – ein Verhältnis von 1:3.000.

Allerdings wurde bei der Email unnötiger- und unsinnigerweise zu sehr beim Original abgeguckt und ein zentralistisches System analog zur Schneckenpost mit “Postfächern” und “Versand” aufgebaut, was dazu führt, dass uns inzwischen eine Spamflut ohnegleichen die elektronischen Briefkästen verstopft.

Der Spiegel bringt zum Geburtstag der Email eine nette Allegorie:

Es ist wie bei einem Teenager, der versehentlich den falschen Leuten erzählt, dass er am Wochenende sturmfrei hat und eine Party feiert: Ist die Tür einmal auf, kommen immer mehr Gäste. Klar, über einige wird man sich freuen, einige bringen vielleicht sogar Geschenke mit. Aber je länger der Abend dauert, desto mehr gerät die Situation außer Kontrolle.

Einige der neuen Gäste sind ganz lustig, weil sie so wirres Zeug reden. Nach und nach verstopfen sie aber das ganze Haus. Andere drohen damit, das Wohnzimmer zu zerlegen. Sie wieder loswerden? Nahezu unmöglich. Gleichzeitig wird es immer schwerer, die eigentlich eingeladenen Partygäste wiederzufinden.”

Zwar könnte jede E-Mail wichtige Informationen enthalten, aber die meisten bringen dann doch nur Werbung oder Bestätigungen für irgendetwas, was wir im Internet gerade schon bestätigt haben.

phishingOder es handelt sich um freundliche Bankberater, denen wir doch bitte eine Millionenerbschaft abnehmen sollen. Manchmal stehen auch gottesfürchtige Babys zur Adoption an oder Kindern wird der Weg zur nächsten Pornoseite aufgezeigt.

Jobs als “Vertriebsmanager”, die einen direkt zum Verhör bei Polizei und Staatsanwaltschaft führen, werden angeboten und selbstverständlich fehlt auch nicht der Hinweis, dass man nur noch mit einer kleinen Geldzahlung an einen russischen Agenten via Western Union die Strafverfolgung wegen verbotener Downloads oder Kinderporno umgehen kann.

Die Politik, die uns eigentlich vor diesem Mist beschützen sollte, ist aber nur daran interessiert, unsere Emails selbst mitlesen zu können – und inzwischen können das sogar dank entsprechender Schnittstellen bei den Providern selbst die Dumpfbacken vom deutschen Geheimdienst BND. Und das will etwas heißen bei Leuten, die mit dem Bilden der Summe zweier einstelliger natürlicher Zahlen schon richtige Probleme haben.

Trotz allem: Als jemand, der seinen Computer schon mal mit einem freundlichen “mach schon, Du Blechkiste” motiviert, darf ich auch sagen: “Herzlichen Glückwunsch, Email!

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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