Die französischen Mohammed-Karikaturen

Charlie Hebdot ist ein wöchentlich erscheinendes französisches Satire-Magazin, das gerade ein paar neue Islam-Karikaturen veröffentlicht hat. Die Bilder sind sehr schwer aufzutreiben und die meisten Zeitungen werden sie auch nicht zeigen – ähnlich wie beim Islam-Film, der seit der letzten Woche für viele Tote verantwortlich gemacht wird.

Die taz schreibt dazu: „Manche Nachrichtenagenturen zögern, sie zu verbreiten. Viele Zeitungen werden sie nicht drucken – die neuen Islam-Karikaturen des französischen Satire-Magazins Charlie Hebdo. Wir glauben, dass das falsch ist, und wollen Ihnen erlauben, sich selbst ein Urteil zu bilden. Dabei war es für uns gar nicht einfach, an druckbare Bilder zu kommen. Das Magazin selbst war kurz nach Erscheinen ausverkauft, mancher Fotograf hatte Skrupel oder Angst, die Bilder weiterzugeben.“

Der Zeichner der Karikaturen, der den Künstlernamen „Charb“ benutzt, rechtfertigt die Zeichnungen nach Informationen der Welt so:

Charb verteidigte die neuesten Karikaturen im Radiosender RTL. „Wir rufen Polemik hervor, egal, was wir machen“. Nach der Frage, ob Mohammed als Karikatur gezeigt werden dürfe, stelle sich die Frage, ob Muslime oder Menschen überhaupt gezeichnet werden dürften. „Zum Schluss zeigen wir nichts mehr und die Handvoll Extremisten, die auf der Welt und in Frankreich agieren, haben gewonnen“, sagte Charb.“

Das kann aber nicht richtig sein, dass die Welt sich von fatalistischen Anhängern einer steinzeitlichen Religion vorschreiben lässt, was man schreiben oder drucken darf und was nicht. Deshalb habe ich nach den Karikaturen im Internet gesucht und konnte einige Screenshots davon finden.

Lassen Sie sich nicht von salafistischen Hasspredigern oder von um die nächste Öllieferung oder das fette Panzergeschäft bangenden Politikern ihre Meinung zur Informationsfreiheit vorgeben – mit dem Screenshot aus dem Internet können Sie sich selbst ein Bild davon machen.

Dabei helfen auch die Versuche der taz, die Texte zu den Bildern soweit möglich zu übersetzen:

      1. Die Sprechblase auf der Titelseite lässt sich übersetzen mit „Verspotten ist verboten!“ Die Szene spielt auf den Film „Ziemlich beste Freunde an“, der im französischen Original „Intouchables“ heißt.     

      2. Auf der letzten Seite steht oben links: „Und mein Hintern, liebst du meinen Hintern?“ Die Karikatur zitiert aus dem 1963 gedrehten Godard-Film „Die Verachtung“.     

      3. Darunter steht: „Ein stupider Film bringt die Fundamentalisten  in  Rage.“  Das  Kleingedruckte  war  für  uns  leider  nicht  lesbar.      

      4. Und darunter: „Die arabische Welt empört sich über einen Mohammed-Film – Nein, das ist bloß die Tagesschau.“      

      5. Bild unter der großen Zeichnung links: „Mohammed senkt die Arbeitslosigkeit.“ Das Kleingedruckte ist wiederum nicht erkennbar.     

      6. Rechts davon: „Mohammed, ein Star ist geboren.“     

      7. Bild ganz rechts: „Hört auf mit dem Blödsinn über Mohammed – Ich bin Jude!“      

      8. Die Reihe darunter beginnt mit einem Bild des Comic-Hasen Bugs Bunny: „Jeder Vorwand ist ihnen recht.“ Rest ist nicht lesbar.      

      9. Rechts davon: „Aufruhr in den arabischen Ländern nach der Publikation der Fotos von Madame Mohammed“. Die Karikatur bezieht sich auf die Veröffentlichung von Oben-ohne-Fotos der britischen Herzogin Kate Middleton durch das französische Magazin Closer.      

10. Rechts daneben: „Johnny teilt per Twitter sein Comeback mit – Oh, das ist verdammt schwer, im Finstern zu twittern.“ Diese Karikatur hat mit dem Rest nichts zu tun und nimmt den 1943 geborenen Sänger Johnny Hallyday auf die Schippe, der auch im hohen Alter nicht daran denkt, mit dem Singen aufzuhören. 

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
Dieser Beitrag wurde unter Internet, Politik, Recht, Soziales abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Die französischen Mohammed-Karikaturen

  1. Pingback: Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard ist tot | Klaus Ahrens: News, Tipps und Fotos

  2. Pingback: Charlie Hebdot: Die Mohammed-Karikaturen sind gefragt | Klaus Ahrens: News, Tipps, Tricks und Fotos

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.