Die guten und die bösen Hintertüren

In der mehr als scheinheiligen Sicherheitsdebatte um die deutschen 5G-Netze fällt auf, dass die Politiker, die vehement nach einem Verbot des chinesischen 5G-Technologieführers Huawei rufen (dem bisher keine Hintertür nachgewiesen werden konnte), merkwürdigerweise aber kein Verbot für US-Unternehmen wie Juniper (dessen Produkte nachweislich Hintertüren des US-Geheimdienstes NSA hatten oder haben) verlangen.

Der Netzwerkausrüster Juniper Networks hat nach einem Bericht von Reuters dem US-Kongress sogar erklärt, dass eine NSA-Hintertür in Juniper-Software von einem anderen Staat ausgenutzt worden sei. Das sagt eigentlich alles:

Offenbar unterscheidet man nach „bösen“ und „“guten“ Hintertüren

Inzwischen haben sich die deutschen Politiker,  die nach einem Verbot von Huawei schreien, schon einen Monat lang nicht mehr zu den wirklich existierenden Hintertüren bei dem US-Ausrüster Juniper geäußert, dessen Technik auch in deutschen Mobilfunknetzen eingesetzt wird.

Huawei, dessen angebliche Hintertüren Hirngespinste des abgewählten US-Autokraten Donald Trump aus seinem Wirtschaftskrieg gegen China sind, wollen Politiker wie zum Beispiel die beiden CDU-Vorsitz-Kandidaten Roettgen und Merz wegen Trumps Lügen (nicht mur) zu dem Thema  aber weiter aussperren, obwohl man Trumps Sanktionsdrohungen ja nach der Abwahl nicht mehr fürchten muss.

Der Ericsson-Konzern aus den USA setzt Juniper-Router im 5G-Bereich ein und gehört auch zu den Ausrüstern der Deutschen Telekom. Bei Telefonica gibt es ebenfalls Hinweise auf den Einsatz.

Kritiker bleiben da lieber anonym…

„Wer für hohe Sicherheitsstandards im deutschen 5G-Netz eintritt, macht sich unglaubwürdig, wenn er dies nur bei Herstellern eines chinesischen Herkunftslandes fordert“, sagte ein Branchenvertreter, der lieber anonym bleiben möchte. Die Regierung von Donald Trump habe weder für den vermeintlichen Betrug bei der Präsidentenwahl in den USA noch für Hintertüren in Huaweis Mobilfunkausrüstung Beweise vorlegen können.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
Dieser Beitrag wurde unter Internet abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.