Die Piraten und die Transparenz

Einer der Slogans der Piratenpartei in Berlin war „Open Government“. Damit war Transparenz gemeint und das ist auch zu begrüßen. Und schon stellt sich die Frage, ob man wirklich alles öffentlich machen sollte, am besten per Life-Stream. Denn es hat schon häufig gute Gründe, warum auch in kleinsten Gemeinden manche Sitzungen nicht öffentlich sind. Erste Berichte zur Frage der totalen Öffentlichkeit tauchen jetzt in allen Medien auf, der Tagesspiegel titelt schon mit „Piraten streiten über Transparenz„.

Es ist sicher eine gesunde Intimität notwendig, um sich nicht als eine Art „Big Brother im Abgeordetenhaus“ zu präsentieren. Diese Voyeursendung hat zwar schon ziemlich lange überlebt, aber ich befürchte, bei einer politischen Partei wäre so ein Verhalten tödlich, und die Piraten wurden doch gewählt, um sich zu etablieren und zu wachsen, damit sie auch einmal eine Chance haben, ihre begrüßenswerten Vorstellungen umzusetzen.

Man könnte auch keine Taktiken oder Strategien mehr besprechen, denn mithören bzw. mitsehen kann dann ja wohl jeder, auch der politische Gegner. Und wer für alles und jeden offen ist, kann einfach nicht ganz dicht sein.

Also liebe Piraten, tut Euch selbst und Euren Wählern einen Gefallen, lasst euch nicht beirren und klärt die Grundfragen zunächst nicht öffentlich, sonst könnt Ihr schon wieder aufhören, bevor Ihr richtig angefangen habt!

Transparenz heißt nicht, dass die Wähler auch dabei sein möchten, wenn Ihr auf’s Klo geht…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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