Die Pleite in Griechenland ist schon da

No 741831Wenn man sich in Griechenland umschaut, ist die Staatspleite schon voll da. Was immer der Staat im Lande bezahlen muss – es wird verzögert, ausgesetzt oder irgendwie anders nicht bezahlt, weil einfach kein Geld mehr da ist.

Die letzten Cents werden zusammengekratzt

Wenn Staatsangestellte nicht wissen, wann ihr nächstes Gehalt kommt, Firmen, die EU-mitfinanzierte Aufträge abwickeln, seit über einem Monat auf Zahlungen der Regierung warten, wenn Steuerrückerstattungen an griechische Firmen ausbleiben, nennt man das Zahlungsunfähigkeit oder Staatsbankrott.

Da hilft es auch nicht, die letzten liquiden Mittel in Höhe von 75 Millionen Euro bei der Schulgebäudeverwaltung abzuziehen, die für dringende Sanierung von Schulen bestimmt sind – es reicht einfach nicht, um die 462 Millionen, die Griechenland direkt nach Ostern an den IWF zahlen muss, zusammenzukratzen. Bis Mitte Mai muss das Land insgesamt sogar knapp sieben Milliarden zurückzahlen.

Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras will Beamtenbezüge, Renten und Pensionen zahlen so lange es eben geht, und genau so lange soll der Staat auch seine Schulden bei den ausländischen Geldgebern bedienen.

Die offizielle Pleite

In dieser Woche kündigte Innenminister Nikos Voutsis entweder vorschnell oder sogar möglicherweise als Testballon an, man werde die Kreditrückzahlungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) wohl verschieben müssen.

Weil aber ein Zahlungsausfall gegenüber dem IWF, der bis heute noch nie bei irgendeinem Land der Welt vorgekommen ist, gleichbedeutend mit der offiziellen Pleite des Landes wäre, wurde Voutsis umgehend vom Regierungssprecher wieder zurückgepfiffen.

Die Menschen in Griechenland haben in den letzten fünf Monaten fast 30 Milliarden in bar von ihren Bankkonten abgehoben und horten das Geld zu Hause, weil sie den Banken und der Regierung nicht mehr trauen und so wenigstens einen Notgroschen flüssig haben wollen.

Man sollte den Banken-Run auch als eine Vertrauensabstimmung der Griechen über das Handeln ihrer neuen Regierung am Geldautomaten betrachten…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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